Die deutsche MedizintechnikIndustrie SPECTARIS Jahrbuch 2026
Die deutsche MedizintechnikIndustrie SPECTARIS Jahrbuch 2026 18. Ausgabe, Erstveröffentlichung 2008
4 Inhalt Grußwort von Dr. Martin Leonhard .................................................................................. 7 Die Branche – Daten und Fakten Die Medizintechnikindustrie in Deutschland .........................................................................8–12 Medizintechnik in Europa ....................................................................................................14–17 Medizintechnik weltweit ......................................................................................................18–23 Der Weltmarkt für Medizintechnik bietet weiterhin ein großes Potenzial ..............................22–23 Gesundheitswirtschaft als Wachstumstreiber – Medizintechnik mit starker Hebelwirkung.....24 Gesundheitsausgaben: Deutschland international an der Spitze............................................25 Internationale Märkte Außenwirtschaftspolitische Hürden erhöhen den globalen Wettbewerbsdruck für die exportorientierte Medizintechnik ..............................................................................26–30 Chinas Medizintechnik: Zwischen Lokalisierungsdruck und neuen regulatorischen Anreizen ...32–33 Aufbruch in die Zukunft: Warum Afrika für die deutsche Medizintechnik jetzt eine entscheidende Rolle spielt ....................................................................................................34–35 Aktuelle Gesundheitspolitik SPECTARIS fordert: Medizintechnik zur Leitwirtschaft machen ..............................................36–37 Zwischen Anspruch und Realität: Die MDR aus Sicht der Kleinsten .......................................38–41 Rolle der Hilfsmittelversorgung in der Ambulantisierung des Gesundheitswesens .................42–43 Hilfsmittelversorgungs-Barometer 2025: Patientenstimme als Motor für Versorgungs- qualität und Digitalisierung ..................................................................................................44–45 Nachhaltigkeit in der Medizin Zwischen Pflicht und Freiheit: Steht die Nachhaltigkeitsberichterstattung vor einem Neustart? .48–50 Nachhaltigkeit als Zukunftsstrategie in der Medizintechnik – Interview mit Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg ...................................................................................52–53 Die neue EU-Verpackungsverordnung: Umfassende Pflichten für Hersteller und Händler von Medizintechnik .............................................................................................................54–56 Quo vadis, Regulierung? ......................................................................................................58–59 Digitalisierung im Gesundheitswesen Robotik in der Medizintechnik: Chancen für die Hilfsmittelindustrie in der modernen Versorgungslandschaft ........................................................................................62–63 5 Mega-Trends – und welche Antworten eine moderne ERP-Branchensoftware liefern kann ...64–65 KI im Medizinprodukt: Jetzt handeln, um später nicht zu verlieren ........................................66–67 Potenzialträger Telemonitoring: Perspektiven für die Hilfsmittelversorgung im digitalen Gesundheitswesen ...............................................................................................................68–69 Digitalisierung in Regulatory Affairs: Ein strategischer Hebel für die Medizintechnik ..............70–71
SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 5 Forschung & Innovation BMWE-Innovationstag Mittelstand 2025: F.O.M. erneut größter IGF-Aussteller ....................74–76 Projektergebnisse zweier Forschungsprojekte der F.O.M. ......................................................77–80 Vorlaufforschung in der Medizintechnik: Befürwortete und geplante IGF-Forschungs- vorhaben der F.O.M. ............................................................................................................81–82 Innovationsmotor Medizintechnik – Spitzenwerte bei Forschung und Patenten ....................84–85 Anhang Tabellen .............................................................................................................................88–95 » Inlandsproduktion ausgewählter medizinischer Güter/Medizinprodukte ...........................88–89 » Export und Import ..........................................................................................................90 » Krankenhäuser ................................................................................................................91 » Deutsche Gesundheitsausgaben nach Ausgabenträgern ..................................................92 » Gesundheitsausgaben in Deutschland nach Leistungsarten ..............................................93 » Gesundheitsausgaben in Deutschland nach Einrichtungen ...............................................94 » Kostenarten der Krankenhäuser ......................................................................................95 Profil SPECTARIS-Mitglieder profitieren vom reichhaltigen Erfahrungsschatz in den Verbandsgremien .....................................................................................................96 –97 Die Medizintechnik im Deutschen Industrieverband SPECTARIS ............................................98–101 SPECTARIS-Fachverband Medizintechnik Mitglieder ..........................................................................................................................102–119 Medienpartner MTD-Verlag ........................................................................................................................120 HEALTHCARECOM .............................................................................................................121 BIOCOM AG .......................................................................................................................122 DeviceMed .........................................................................................................................123 medhochzwei Verlag ..........................................................................................................124 Konradin Mediengruppe ....................................................................................................125 MED engineering ................................................................................................................126 mt | medizintechnik ............................................................................................................127 GesundheitsProfi ................................................................................................................128 senetics healthcare group GmbH & Co. KG .........................................................................129 Impressum und Bildnachweise .........................................................................................132
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SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 7 Liebe Leserinnen und Leser, Dr. Martin Leonhard Vorsitzender Medizintechnik im Deutschen Industrieverband SPECTARIS Künstliche Intelligenz, Robotik, digitale Therapiebegleitung und automatisierte Diagnostik verändern bereits heute die medizinische Versorgung. Medizintechnik gewährleistet modernste Versorgung, schützt Gesundheit und steigert Lebensqualität. In unruhigen globalen Zeiten werden unsere Produkte noch viel stärker für eine resilient aufgestellte Gesellschaft in sich neu entwickelnden Strukturen gebraucht. Wir, die Medizintechnik im Deutschen Industrieverband SPECTARIS, gestalten diese Transformation auf unterschiedlichen Ebenen aktiv mit. Erstmals werden wir als Medizintechnik im Koalitionsvertrag als Leitindustrie wertgeschätzt. Für uns ist das ein klares Zeichen dafür, dass wir in den zurückliegenden Jahren solide Arbeit geleistet haben und unser Wort beim politischen Gesprächspartner Gehör findet. Aus diesem ermutigenden Signal müssen konkrete Maßnahmen abgeleitet werden. Unsere Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch. Medizintechnik ist mehr als ein Wirtschaftsfaktor: Sie ist systemrelevant – und trägt mit 60 Milliarden Euro Umsatz und rund 262.000 Beschäftigten in Deutschland auch wesentlich zur Wertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft bei. Die Zahlen zum Jahresauftakt zeigen: Unsere Branche wächst. Mit einem nominalen Umsatzplus von 3,4 Prozent im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr setzt sich der leichte Aufwärtstrend fort, der sich bereits im Jahr 2024 angedeutet hatte. Und doch: Dieses Wachstum ist fragil. Es speist sich primär aus der Stärke des Auslandsgeschäfts mit einer Exportquote von 68 Prozent – während der Motor im Inland merklich stottert. Doch wie robust ist unser exportorientierter Wachstumsmotor? Was wir brauchen, sind tragfähige Freihandelsabkommen mit verlässlichen Rahmenbedingungen. Der Schein trügt nicht, wir stoßen auf immer protektionistischere Tendenzen. Diesem Trend muss Europa etwas Eigenes entgegensetzen. Die Leistungsfähigkeit unserer Industrie bleibt beeindruckend. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Anmelder medizintechnischer Patente in Europa. Unternehmen investieren trotz widriger Rahmenbedingungen weiter kräftig in Forschung und Entwicklung – durchschnittlich neun Prozent des Umsatzes fließen in Innovationen. Dennoch, seit 2019 stagniert die Zahl der Patentanmeldungen aus der Medizintechnik am Europäischen Patentamt. 2020 war die Medizintechnik, die viele Jahre den Spitzenplatz unter allen Branchen innehatte, zum letzten Mal auf Platz 1 und wurde 2024 vom 2. auf den 4. Platz durchgereicht. Innovation ist die Triebfeder unseres Fortschritts. Doch wie lange können wir uns Innovation in Deutschland und in Europa noch leisten? Wir brauchen einen deutlich schlankeren Regulierungsrahmen, der sich auf das Wesentliche fokussiert. Wenn ein Gesetz, das wie die MDR etwa 175 Seiten umfasst, neben etwa 16 nachgelagerten Rechtsakten zusätzlich 120 MDCG-Guidance-Dokumente erfordert, ist es nicht zwingend gut gemacht. Wir erleben in vielen Fällen die Maximierung des Mikromanagements. Wir freuen uns, dass EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi sehr klar dieses Defizit erkannt hat. Wir werden mit unserem Praxiswissen dazu beitragen, dass die erforderlichen Schritte der Verbesserung zeitnah erfolgen. Die elektronische Gebrauchsanleitung ist seit Mitte dieses Jahres umgesetzt, wir als SPECTARIS haben dazu wesentlich beigetragen. Gemeinsam müssen wir Überregulierung als Grundursache für Abwanderung von Innovation, Produkten und Produktion verstehen, was im Ergebnis zu weniger Resilienz und zu einer schlechten Gesundheitsversorgung führt. National brauchen wir eine mutige Reform des Gesundheitswesens, damit wir uns moderne Gesundheitsversorgung einschließlich einer herausragenden Medizintechnik wieder leisten können. Ich danke allen Unternehmen, Verbandsmitgliedern, Partnern und Unterstützern für ihre Kraft, ihr Durchhaltevermögen und ihre Innovationsbereitschaft in herausfordernden Zeiten. Und ich danke allen Leserinnen und Lesern dieses Jahrbuchs für ihr anhaltendes Interesse an unserer Branche. Möge die diesjährige Ausgabe Ihnen erneut wertvolle Einblicke, aktuelle Daten und neue Perspektiven bieten. Herzliche Grüße Ihr Dr. Martin Leonhard Vorsitzender Medizintechnik im Deutschen Industrieverband SPECTARIS
8 Die Branche – Daten und Fakten | Die Medizintechnikindustrie in Deutschland Mike Bähren SPECTARIS e.V. Beschäftigte und Betriebe 2023–2024 2024 » 165.885 2023 » 161.399 + 2,8 % Beschäftigte 2024 » 1.508 2023 » 1.480 + 1,9 % Betriebe » Quelle: SPECTARIS, Statistisches Bundesamt Die Medizintechnikindustrie in Deutschland Medizintechnik 2024: Stabil im Wandel – mit internationalem Rückenwind Die deutsche Medizintechnikindustrie hat auch 2024 ihre Resilienz und Zukunftsfähigkeit unter Beweis gestellt. Trotz wirtschaftlicher und regulatorischer Herausforderungen konnte die Branche wachsen – und das in einem zunehmend anspruchsvollen Umfeld. Die rund 1.500 Hersteller erzielten laut Statistischem Bundesamt einen Gesamtumsatz von 41,36 Milliarden Euro – ein nominaler Zuwachs von 2,5 Prozent. Der Inlandsumsatz stieg auf 13,20 Milliarden Euro (+1,7 %), das Auslandsgeschäft legte auf 28,16 Milliarden Euro zu (+2,9 %). Auch die Zahl der Beschäftigten entwickelte sich positiv: Mit 165.885 Mitarbeitenden verzeichnete die Branche ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. » Wachstum unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen Die deutsche Medizintechnik steht mitten in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Während die globale Nachfrage – insbesondere aus China – zurückging und viele deutsche Kliniken aufgrund finanzieller Engpässe Investitionen zurückhalten, zeigt sich die Branche anpassungsfähig. Der Anstieg der Erzeugerpreise hat sich 2024 deutlich verlangsamt (+2,7 % nach +5,9 % im Vorjahr), was auf eine gewisse Marktstabilisierung hindeutet. » Innovationskraft unter Druck – Bürokratie wird zum Wachstumshemmnis Die Innovationsfähigkeit der Branche ist nach wie vor hoch – mit einer Forschungsquote von rund neun Prozent und einer Vielzahl an neuen Produkten. Doch gerade kleinere und mittelständische Unternehmen stoßen zunehmend an ihre Grenzen: Der bürokratische Aufwand ist erheblich gewachsen und bindet Ressourcen, die dringend für Forschung und Marktzugang gebraucht würden. Zwei regulatorische Themen stehen dabei besonders im Fokus: Die europäische Medizinprodukteverordnung (MDR) hat zu einer massiven Belastung geführt, ohne die Sicherheit spürbar zu erhöhen. Und das geplante pauschale Verbot von PFAS und
SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 9 anderen Hochleistungsmaterialien bedroht ganze Produktgruppen in der Medizintechnik. Beide Themen sind keine bloßen Herausforderungen – sie sind echte Probleme, die von der Politik aktiv gelöst werden müssen, wenn Innovationskraft und Versorgungssicherheit erhalten bleiben sollen. » Stark im Ausland – mit wachsendem Potenzial in neuen Märkten Das Rückgrat der Branche bleibt das Auslandsgeschäft: Mit einer Exportquote von 68,1 Prozent ist die deutsche Medizintechnik stark international aufgestellt. 40 Prozent der Exporte gingen 2024 in EU-Länder, weitere 14 Prozent in das restliche Europa. Nordamerika (20 Prozent) und Asien (16 Prozent) bilden weitere tragende Säulen. Wichtigstes Einzelziel bleibt mit 19 Prozent Anteil die USA – trotz wachsender handelspolitischer Unsicherheiten. Eine Hightechbranche im Überblick Umsätze 2023 – 2024 2023 » 67,8 % 2024 Exportquote 68,1 % Gesamtumsatz 41,36 Mrd. € 2024 2023 » 40,35 Mrd. € Inlandsumsatz 13,20 Mrd. € 2024 2023 » 12,98 Mrd. € Auslandsumsatz 28,16 Mrd. € 2024 2023 » 27,37 Mrd. € » Quelle: SPECTARIS, Statistisches Bundesamt Hinweise: » Die Daten beziehen sich auf Betriebe mit 20 Beschäftigten und mehr. » Inklusive Kleinbetriebe: 60 Mrd. €, 262.000 Beschäftigte Eine aktuelle Studie der FutureManagementGroup bescheinigt der Branche hervorragende Perspektiven: Unter 25 untersuchten Industriezweigen mit Blick auf die Transformation bis 2040 rangiert die Medizintechnik auf einem starken vierten Platz – und zählt damit zu den zehn chancenreichsten Zukunftsbranchen Deutschlands. Der rückläufige China-Export hat die Diversifizierung beschleunigt: Neben Indien und weiteren asiatischen Märkten rücken zunehmend auch Afrika und der Nahe Osten in den Fokus. Dieser Trend eröffnet neue Potenziale – gerade für mittelständische Anbieter mit hoher Spezialisierung und internationaler Erfahrung. » Weltmarkt mit klarer Wachstumsperspektive Das Marktforschungsinstitut Frost & Sullivan erwartet in den kommenden Jahren ein jährliches Wachstum zwischen 7 und 8 Pro- zent. Getrieben wird diese Entwicklung durch Megatrends wie den demografischen Wandel, steigende Gesundheitsausgaben in Schwellenländern, technologische Innovationen sowie die wachsende Bedeutung von Gesundheit als gesellschaftlichem Wert. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik werden die Branche weiter transformieren – und bieten deutschen Herstellern vielfältige Chancen. » Branche mit Zukunft – aber nicht ohne Hausaufgaben Damit die deutsche Medizintechnik dieses Potenzial auch künftig voll ausschöpfen kann, braucht es verlässliche politische Rahmenbedingungen. Dazu gehören ein innovationsfreundliches Investitionsklima, tragfähige regulatorische Strukturen und der entschlossene Ausbau einer digitalen, modernen Gesundheitsinfrastruktur. Netzwerk für junge Führungskräfte und Inhaber: Arbeitsgruppe Next Generation In der Gruppe geht es um Themen wie die Unternehmensnachfolge, moderne Arbeits- und Führungsmodelle sowie die Integration digitaler Geschäftsmodelle. Zudem tritt die Gruppe in den Dialog mit der Politik, um die Interessen mittelständischer Unternehmen zu vertreten.
10 Die Branche – Daten und Fakten | Die Medizintechnikindustrie in Deutschland » Die Daten beziehen sich auf Betriebe mit 20 Beschäftigten und mehr. » Quelle: Statistisches Bundesamt, SPECTARIS-Schätzung Medizintechnik auf dem Wachstumspfad Umsätze 2017–2024 (in Mrd. €) Global erfolgreich – lokal verwurzelt: Die Stärke des deutschen Mittelstands Die deutsche Medizintechnikbranche vereint das Beste aus zwei Welten: international führende Anbieter und einen breit aufgestellten, innovationsstarken Mittelstand. Neben den Global Playern prägen vor allem mittelständische Unternehmen das Bild – ergänzt durch rund 9.500 Klein- und Kleinstbetriebe (< 20 Mitarbeitern) mit weiteren 96.000 Beschäftigten. Diese Vielfalt an Unternehmensgrößen macht die Branche widerstandsfähig, anpassungsfähig – und weltweit wettbewerbsfähig. < 50 – 99 Beschäftigte < 250 und mehr Beschäftigte » Betriebe mit 20 Beschäftigten und mehr; Daten enthalten Rundungsdifferenzen » Quelle: SPECTARIS, Statistisches Bundesamt 5 10 15 20 25 30 35 40 2017 2018 10,85 19,08 29,93 2019 10,49 19,79 30,28 2020 11,40 21,90 33,30 2021 11,72 22,53 34,25 2022 2023 2024 12,21 24,20 36,41 12,61 25,78 38,39 12,98 27,37 40,35 13,20 28,16 41,36 Auslandsumsatz Inlandsumsatz Gesamtumsatz Gesamt Beschäftigte 20 – 49 Beschäftigte < 100 – 249 Beschäftigte 165.885 28.065 18.211 25.806 93.803 1.508 967 266 167 Betriebe 108 41,36 Mrd. € 2,76 Mrd. € 2,75 Mrd. € 5,25 Mrd. € Umsatz 30,61 Mrd. €
SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 11 Mit freundlicher Unterstützung | JÜKE Systemtechnik GmbH JÜKE Systemtechnik GmbH Partner der Medizintechnikbranche Regulatory Affairs Unsere Experten erstellen die nach EN ISO 13485 und anderen nationalen und internationalen Normen und Standards geforderten Unterlagen. Wir organisieren notwendige normative Prüfungen und Tests. Unsere Kunden unterstützen wir mit Erfahrung und Fachkenntnis bei der Auslegung und der Zulassungsstrategie und begleiten sie im Zulassungsprozess. Produkt– und Systementwicklung Auf der Grundlage vereinbarter Spezifikationen entwickeln wir kundenspezifisch komplexe mechatronische Baugruppen, medizintechnische Geräte und integrierte Systeme. Unsere Entwicklerteams sind fokussiert auf mechanische und elektronische Konstruktion, programmieren Firm- und Software und setzen Kundenwünsche in modernes Gehäusedesign um. Auftragsproduktion Wir produzieren qualitativ hochwertig und zuverlässig, übernehmen die Fertigung, die Montage und führen produktspezifische Endtests durch. Unseren Kunden bieten wir Prototypenfertigung, Null- und Kleinserien sowie Serienproduktion in höherer Stückzahl an – getestet, gelabelt und verpackt. Wir übernehmen die gesamte Beschaffung und Logistik, auf Wunsch bis zum Endanwender. JÜKE Systemtechnik GmbH Trumpenstiege 2 ● D-48341 Altenberge Telefon: +49 2505 870 ● E-Mail: info@jueke.de Das ist JÜKE JÜKE ist geschätzter Partner für Produkt- und Systementwicklung sowie Auftragsproduktion. Wir arbeiten ausschließlich im Kundenauftrag für mittlerweile mehr als 50 internationale Unternehmen aus der Medizintechnik, der Analysen-, Bio- und Labortechnik sowie der Photonik. Mit gut150 Experten sind wir als inhabergeführtes Unternehmen seit 35 Jahren im Kundenauftrag aktiv. Imagefilm Jüke stellt sich vor www.jueke.de Partner der Medizintechnikbranche
12 Die Branche – Daten und Fakten | Die Medizintechnikindustrie in Deutschland Bayern 11,9 Mrd. 37.859 197 NordrheinWestfalen 2,5 Mrd. 16.033 292 Bremen 0,1 Mrd. 671 10 Hamburg 0,9 Mrd. 4.192 26 SchleswigHolstein 2,8 Mrd. 11.005 69 MecklenburgVorpommern 0,4 Mrd. 3.252 45 Berlin 0,8 Mrd. 4.312 63 Brandenburg 0,2 Mrd. 2.627 55 Niedersachen 1,7 Mrd. 7.897 95 Sachsen 0,5 Mrd. 4.620 90 SachsenAnhalt 0,1 Mrd. – 32 Saarland 1,1 Mrd. 2.285 10 RheinlandPfalz 0,3 Mrd. 2.679 57 BadenWürttemberg 8,7 Mrd. 42.175 308 Thüringen 1,3 Mrd. 4.643 54 Hessen 5,2 Mrd. 14.275 94 » Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2024 oder das letztverfügbare Jahr und auf Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten. Aus Gründen der Geheimhaltung werden von den meisten Bundesländern keine Werte für den Bereich 26.6. (Herstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten) ausgewiesen. Ein Wert basiert auf Berechnungen von SPECTARIS. » Quelle: SPECTARIS, Statistisches Bundesamt Bundesländer setzen auf Medizintechnik Wirft man einen Blick auf die regionale Verteilung der Betriebe zur Herstellung von Medizintechnik, ist zu erkennen, dass BadenWürttemberg und Nordrhein-Westfalen, gemessen an der Zahl der Hersteller, einen Spitzenplatz belegen. Gemessen am erwirtschafteten Branchenumsatz liegt Bayern vorne. Weitere Medizintechnikschwerpunkte in Deutschland sind Hessen und SchleswigHolstein. Die meisten Bundesländer haben das große Potenzial der Medizintechnik längst erkannt und Maßnahmen etabliert, um die Ansiedlung neuer Unternehmen dieses Sektors zu begünstigen. > 1 Mrd. € 500 Mio.–1 Mrd. € < 500 Mio. € Umsatz LEGENDE:
SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 13 Mit freundlicher Unterstützung | Stiegelmeyer GmbH & Co. KG Die Stiegelmeyer-Gruppe – Lösungsanbieter für die Menschen in Gesundheit und Pflege Im Jahr 2025 feierte die Stiegelmeyer-Gruppe gleich zwei Jubiläen: Das Gesamtunternehmen wurde 125 Jahre alt, die Tochtergesellschaft Burmeier betreut seit 30 Jahren die häusliche Pflege. Dieser Erfolg beruht vor allem auf modernen Krankenhaus- und Pflegebetten. Modelle wie das flexible Evario für alle Stationen im Krankenhaus, das wohnliche Elvido für die stationäre Pflege und das immer wieder aktuelle Homecare-Bett Dali setzen hohe Maßstäbe. In der Sparte der Komfortbetten für Privatkunden kam 2025 das elegante Libra deluxe als neues Flaggschiff hinzu. Noch besser entfalten diese Betten ihre Wirkung in Kombination mit abgestimmten Matratzen, Nachttischen, Schränken und Zubehören. In all diesen Bereichen hat die Stiegelmeyer-Gruppe in den vergangenen Jahren ihr Portfolio erweitert. Das beste Beispiel sind Nachttische und Möbel: Die umfassende Modernisierung der Holzproduktion im thüringischen Nordhausen bietet dem Unternehmen neue Möglichkeiten, um individuell auf Kundenwünsche einzugehen und die besonderen Bedürfnisse von Bewohnern und Patienten zu berücksichtigen. Kontakt: Stiegelmeyer GmbH & Co. KG · Ackerstraße 42 · 32051 Herford Telefon: +49 (0)5221 185-0 · info@stiegelmeyer.com · www.stiegelmeyer.com Ebenso bedeutsam ist der Bereich Connectivity. Moderne Outof-Bed-Systeme melden, wenn sturzgefährdete Bewohner aufstehen und nach einer festgelegten Zeit nicht ins Bett zurückkehren. Sie sorgen für mehr Schutz und spürbare Entlastung auf den Stationen. Mobile und integrierte Varianten dieser Assistenzsysteme ermöglichen jederzeit einen bedarfsgerechten Einsatz. Die Lösungen der Stiegelmeyer-Gruppe reichen weit über den Heimatmarkt Deutschland hinaus. Das internationale Unternehmen hat Standorte in acht Ländern von Finnland bis Südafrika und ist in mehr als 100 Ländern mit Vertriebspartnern aktiv. Eine besondere Schwerpunktregion ist aktuell Lateinamerika. Der weltweite Einsatz für das Wohlbefinden der Menschen motiviert die über tausend Mitarbeiter auch nach 125 Jahren noch immer so stark wie am ersten Tag. Die Stiegelmeyer-Gruppe nimmt mit Zuversicht und guten Ideen die Herausforderungen der Zukunft an. Wohlbefinden aus einer Hand Ein Firmenmotto kann mehr sein als nur eine Werbebotschaft. „Solutions for people who care“ lautet der Wahlspruch der Stiegelmeyer-Gruppe – und genau darin sieht das familiengeführte Unternehmen aus Herford seinen Weg in die Zukunft. Weltweit unterstützt es Menschen in Gesundheit und Pflege mit abgestimmten Lösungen aus einer Hand. Medizinische Betten verbinden sich mit Möbeln, digitalen Assistenzsystemen und einem individuellen Service zu ganzheitlichen Angeboten. Von der Geburt bis ins hohe Alter bieten sie ihren Nutzern Sicherheit, Entlastung und eine bestmögliche Versorgung.
14 Die Branche – Daten und Fakten | Medizintechnik in Europa I m europäischen Vergleich bleibt Deutschland das Zugpferd der Medizintechnik. Von den rund 138 Milliarden Euro Umsatz, die die Branche EU-weit erzielt, entfällt mit 60 Milliarden Euro fast die Hälfte auf deutsche Hersteller. Damit ist Deutschland nicht nur technologisch führend, sondern auch wirtschaftlich das Rückgrat der europäischen Medizintechnikindustrie. Jahr 2023 oder letztes verfügbares Jahr; inklusive Kleinbetriebe » Quelle: Eurostat, SPECTARIS » Quelle: Eurostat, SPECTARIS EU-Land Umsatz (Mio.) Deutschland 59.884 Irland 23.162 Frankreich 17.376 Italien 14.827 Spanien 3.278 Polen 2.623 Belgien 2.592 Niederlande 2.247 Dänemark 2.239 Österreich 2.147 Schweden 1.969 Ungarn 1.370 Tschechien 1.336 Finnland 1.059 Portugal 515 Rumänien 439 Slowakei 353 Griechenland 210 Bulgarien 188 Slowenien 174 Kroatien 112 Estland 90 Luxemburg 69 Malta 36 Lettland 33 Litauen 19 Zypern 9 Medizintechnik in Europa Spitzenreiter in Europa: Deutschlands Medizintechnik dominiert den EU-Markt Mike Bähren SPECTARIS e.V. Insgesamt sind rund 64.000 Unternehmen in der EU in diesem Bereich aktiv – mit etwa 550.000 Beschäftigten. Diese Zahlen unterstreichen eindrucksvoll die strategische Bedeutung der Branche für die europäische Wirtschaft – und die zentrale Rolle, die Deutschland dabei einnimmt. 1 Deutschland Irland Frankreich Italien 43,3 % 16,7 % 12,6 % 10,7 %
SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 15 » Die Daten beziehen sich auf den jeweiligen Gesamtumsatz der lokalen EU-Hersteller 2023 bzw. im letztverfügbaren Jahr (inklusive Kleinbetriebe). » Umsätze weiterer europäischer Länder: Schweiz: 40,2 Mrd. €; Norwegen 549 Mio. €; Island: 360 Mio. € » Monomax® ist ein monofiles Nahtmaterial aus Poly-4-Hydroxybutyrat, Quelle: © Aesculap » CLARATM 6 WELL 50 ml Zellkulturplatte, Quelle: © ratiolab » Mach LED 130, Quelle: © Dr. Mach Spanien Polen Belgien Niederlande Dänemark Schweden Österreich Ungarn Tschechien Finnland 2,4 % 1,9 % 1,9 % 1,6 % 1,6 % 1,6 % 1,4 % 1,0 % 1,0 % 0,8 %
16 Die Branche – Daten und Fakten | Medizintechnik in Europa Medizintechnik in Europa Nicht nur als Produzent, auch als Markt ist Europa von großer Bedeutung. Mit einem Wert von knapp 170 Milliarden Euro in 2024 steht er für rund 26 Prozent des Weltmarktes. Die größten Medizintechnikmärkte in Europa sind Deutschland, Frankreich, Italien, das Vereinigte Königreich und Spanien. Dieselbe Gruppe von Ländern bildet auch die fünf größten IVD Märkte in Europa. Mit einem Anteil von 46 Prozent sind die USA das wichtigste Ursprungsland der europäischen Medizintechnikimporte und mit 40 Prozent gleichzeitig das wichtigste Zielland der europäischen Ausfuhren. » Quelle: MedTech Europe, Facts & Figures, 2025 Jährliches Wachstum des europäischen Medizintechnikmarktes » Quelle: MedTech Europe, Facts & Figures, 2025 25,2 % Deutschland 13,2 % andere 2,7 % Polen 3,2 % Österreich 3,5 % Belgien 3,8 % Schweiz 5,9 % Niederlande 6,1% Spanien 11,7 % Italien 12,8 % Frankreich 11,9 % Vereinigtes Königreich Der europäische Medizintechnikmarkt nach Ländern 15 % 10 % 5 % 0 % 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 17 Die wichtigsten Zielländer europäischer Medizintechnikexporte 2024 » Quelle: MedTech Europe, Facts & Figures, 2025 » Quelle: MedTech Europe, Facts & Figures, 2025 Mexiko 2,4% Kanada 1,9% USA 41,1 % Russland 3,4 % Japan 5,0 % China 10,3 % Australien 2,7 % Saudi-Arabien 2,3 % Türkei 2,2 % Indien 2,4 % Mexiko 7,2 % USA 46 % Japan 4,7 % Südkorea 1,5 % China 14,7 % Israel 1,8 % Costa Rica 4,1 % Die größten Ursprungsländer europäischer Medizintechnikimporte 2024 Singapur 3,5 % Australien 1,9 % Malaysia 3,8 %
Die Branche – Daten und Fakten | Medizintechnik weltweit 18 NORDAMERIKA 19,6 % (+ 2,7 %) 25,8 % (+ 4,7 %) RESTLICHES EUROPA 13,8 % (+ 4,2 %) 14,7 % (+ 1,3 %) » Quelle: SPECTARIS, Statistisches Bundesamt MITTEL- UND SÜDAMERIKA 3,8 % (+ 1,2 %) 4,7 % (+ 10,1 %) Emerging Markets gewinnen an Gewicht – Europa bleibt Drehscheibe des Handels Mike Bähren SPECTARIS e.V. 1 2 3 4 5 1 2 3 4 5 01 02 03 04 05 Top 5 Zielländer deutscher Exporte 2023 (Mrd. EUR) 2024 (Mrd. EUR) Schweiz Frankreich China Niederlande Vereinigte Staaten 5,72 5,58 2,49 2,27 2,04 1,86 2,37 1,86 1,35 1,30 01 02 03 04 05 Top 5 Ursprungsländer deutscher Importe 2023 (Mrd. EUR) 2024 (Mrd. EUR) USA China Schweiz Irland Niederlande 5,27 5,00 1,87 1,84 1,40 0,96 1,76 1,44 0,86 1,76 SPECTARIS Mitgliederservice: Austausch über Regulatorik – Arbeitsgruppe Internationaler Marktzugang Innerhalb der Arbeitsgruppe Internationaler Marktzugang tauschen sich die SPECTARIS-Mitglieder zu verschiedensten Zulassungsbedingungen und regulatorischen Herausforderungen auf dem Weltmarkt aus.
SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 19 AFRIKA RESTLICHE WELT EUROPÄISCHE UNION ASIEN NAHER OSTEN 39,6 % (+ 4,1 %) 30,8 % (+ 5,1 %) 15,6% (- 6,6 %) 21,2 % (+ 4,9 %) 4,2 % (+ 17,3 %) 1,1 % (+ 14,0 %) 2,0 % (+ 9,4 %) 0,1 % (+ 1,1 %) 1,4 % (- 2,8 %) 1,8 % (+ 5,3 %) Anteil am deutschen Medizintechnikgesamtexport 2024 aus dieser Region (in Klammern: Exportzuwachs/-rückgang) Anteil am deutschen Medizintechnikgesamtimport 2024 aus dieser Region (in Klammern: Importzuwachs/-rückgang) Import Export LEGENDE: Wichtigste Zielregion der deutschen Medizintechnikexporte 2024 war die Europäische Union, auf die 39,6 Prozent der branchenrelevanten Ausfuhren entfielen. Zusammen mit den Exporten in das restliche Europa (13,8 Prozent) wurde damit mehr als die Hälfte aller Ausfuhren medizintechnischer Güter ins europäische Ausland ausgeführt. Auf die Region Nordamerika entfielen 20 Prozent, auf Asien 16 Prozent der Exporte. Auch bei den Importen dominierten die Länder der Europäischen Union mit einem Anteil von 31 Prozent am deutschen Gesamtimport, gefolgt von Nordamerika (Anteil: 26 Prozent) und Asien (Anteil: 21 Prozent). Aus Irland, das auch von vielen US-Firmen aufgrund guter Zugangsbedingungen zum europäischen Markt geschätzt wird, stammen rund sieben Prozent der deutschen Einfuhren. Damit liegt das Land inzwischen auf Platz vier der wichtigsten Importeure. »» Quelle: SPECTARIS, Statistisches Bundesamt
20 Mit freundlicher Unterstützung | Messe Düsseldorf Mit der Messe Düsseldorf weltweit vom Wachstumsmarkt Gesundheit profitieren Kontakt: Messe Düsseldorf GmbH · Infoservice · Messeplatz · D-40474 Düsseldorf Tel.: +49 211 4560-01 · E-Mail: info @ messe-duesseldorf.de · Internet: http://www.messe-duesseldorf.de Gesundheitsfachmessen bilden ein Herzstück des globalen Veranstaltungsprogramms der Messe Düsseldorf. Dafür stehen am Standort Düsseldorf zum Beispiel die internationale Medizintechnikleitmesse MEDICA, die REHACARE als bedeutendste Fachmesse für Rehabilitation und Pflege oder auch die COMPAMED als weltführende Fachmesse für den Zuliefermarkt der Medizintechnikindustrie. Darüber hinaus organisiert die Messe Düsseldorf Group seit vielen Jahren erfolgreich Healthcare-Veranstaltungen im Ausland. Im Jahr 2024 konnte diesbezüglich ein wichtiger Meilenstein erreicht werden. Mit der Dachmarke MEDICARE ASIA wurde eine asienweite Plattform geschaffen für den wachsenden Medizintechnik- und Rehabilitationsmarkt des Kontinents, die sieben Fachmessen in Indien, Singapur, Thailand und China umfasst. Zur MEDICARE ASIA gehören neben der MEDICAL FAIR ASIA (Singapur) auch die MEDICAL MANUFACTURING ASIA (Singapur), die MEDICAL FAIR THAILAND (Bangkok), die MEDICAL FAIR CHINA (Suzhou), die REHACARE CHINA (Suzhou), die MEDICAL FAIR INDIA (Mumbai, Neu-Delhi) und die FAMDENT Show (Mumbai, Hyderabad). Die Vermarktung dieser Veranstaltung wird einheitlich und zentral gesteuert über den Business-Hub „Messe Düsseldorf for Asia“ in Singapur. Aus dieser Internationalisierungsstrategie ergeben sich für Unternehmen schlagende Vorteile: Zum einen werden die Leitmessen am Standort Düsseldorf, wie beispielsweise die MEDICA, thematisch vielfältig länderübergreifend ausgerichtet und konsequent weltumspannend vermarktet. Darüber hinaus trägt der weitere Ausbau des Medizinmesseportfolios im Ausland dazu bei, allen Branchenplayern auch in lukrativen Kontinental- und Regionalmärkten passende Geschäfts- und Kommunikationsplattformen zu bieten – quasi als „Türöffner“ für Business mit Wachstumspotenzial. Der Gesundheitssektor in Asien birgt dabei besonderes Potenzial: Hier lebt fast die Hälfte der Weltbevölkerung, der Wohlstand steigt und die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen nimmt zu. In Indien werden die Gesundheitsausgaben zwischen 2022 und 2030 voraussichtlich um 182,3 Prozent steigen, in Indonesien um 71 Prozent, in China um 52,4 Prozent und in Japan um 35 Prozent. Erfolgreiche Programmformate der Leitmessen werden ebenfalls internationalisiert und in die Agenda weiterer Veranstaltungen aus dem Portfolio der MEDICAlliance integriert. Hervorzuheben sind die MEDICINE + SPORTS CONFERENCE als internationale Informations- und Dialogplattform für die sportmedizinische Fachszene sowie der START-UP PARK, der kreativen Start-ups eine Startrampe für Top-Kontakte im Bereich der internationalen Gesundheitswirtschaft bietet. Sie bereichern nicht nur das Rahmenprogramm der MEDICA, sondern mittlerweile auch mit äußerst positiver Resonanz das der MEDICAL FAIR ASIA. Neben den Medizin- und Gesundheitsmessen zählen zu den weiteren Schwerpunkten der Messe Düsseldorf Group die Kompetenzfelder „Maschinen, Anlagen und Ausrüstungen”, „Handel, Handwerk und Dienstleistungen”, „Freizeit” sowie „Lifestyle und Beauty”. Von den rund 50 Fachmessen, die am Standort Düsseldorf stattfinden, sind 24 die internationale Leitveranstaltung ihrer jeweiligen Branche. Die Messe Düsseldorf Group zählt zu den fünf erfolgreichsten Messegesellschaften weltweit. Ein Netzwerk von 77 Auslandsvertretungen sowie Tochtergesellschaften bietet rund um den Globus in mehr als 130 Nationen vielfältige Services rund um effektive Messebeteiligungen. Informationen zu den internationalen Medizinmessen der Messe Düsseldorf sind online abrufbar unter: https://www.medica.de
SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 21
27,1 Die Branche – Daten und Fakten | Medizintechnik weltweit 22 Der Weltmarkt für Medizintechnik bietet weiterhin ein großes Potenzial D as Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan prognostiziert, dass der Weltmarkt für Medizintechnik bis 2029 in einem konservativen Szenario um jährlich 6,7 Prozent zulegen und dann einen Wert von 810 Mrd. USD erreichen wird. Im ambitionierten Szenario liegt die prognostizierte jährliche Wachstumsrate sogar bei 7,9 Prozent (858 Mrd. USD). Mit einem Anteil von rund 38 Prozent ist Nordamerika der größte Absatzmarkt für Medizintechnik. » Quelle: Frost & Sullivan (Aspirational Forecast, inkl. Bildgebende Verfahren, Werte sind gerundet) Der Weltmarkt 2025 für Medizintechnik nach ausgewählten Bereichen (in Mrd. USD) Kardiologie Minimalinvasive Medizin Audiologie Neurologie Robotische Assistenzsysteme (Navigation) 66,8 65,8 Ophthalmologie 46,3 Bildgebende Verfahren (inkl. Software) 44,5 Wundversorgung 27,9 Clinical Grade Wearables Patientenüberwachung Diabetesversorgung 53,9 Respiratorik/Anästhesie 63,8 26,5 20,4 15,5 13,7 Gesamt 633,5 Mrd. USD Orthopädie 51,2
SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 23 Der Weltmarkt 2025 für Medizintechnik nach Regionen » Quelle: Frost & Sullivan (Aspirational Forecast, inkl. Bildgebende Verfahren, Werte sind gerundet) Asien und Pazifik 28 % Nordamerika 38 % Mittel- und Südamerika 4 % Restliche Welt 4 % Europa 26 % Gesamt 633,5 Mrd. USD Wachstumsprognose 2024 – 2029: + 7,9 % p. a. Mit freundlicher Unterstützung | FROST & SULLIVAN KNOWLEDGE PARTNER FROST & SULLIVAN KNOWLEDGE PARTNER Partner with Frost & Sullivan, your global consulting and market research partner » Make the right decisions with forward-thinking analyst insights, verified peer-driven research, and robust metrics and data. » Turn strategy into execution and results with actionable tools drawn from a unique network of experts and peers. » Find the answers you need with objective advice rooted in research, peer-driven insights & data to help inform your marketing strategy & execute with confidence. Contact: Abhishek Tripathy, Senior Director, Strategic Accounts – Healthcare & Life Sciences +44 (0) 20 3310 1203 · abhishek.tripathy@frost.com · www.frost.com Frost & Sullivan provides objective, expert advice and and recognised tools you need to seize the right opportunities with clarity and confidence and stay ahead of trends that matter. Our in-depth research and analysis let you focus on the opportunities with the greatest potential to deliver results. Our flexible solution is designed to meet your business needs. Industry coverage : Healthcare & Medical technologies, Aerospace & Defense, Automotive & Transportation, Environmental & Building Technologies, Energy & Power Systems, Measurement & Instrumentation, Industrial Automation & Process Control, Information & Communication Technologies
24 Die Branche – Daten und Fakten | Gesundheitswirtschaft als Wachstumstreiber – Medizintechnik mit starker Hebelwirkung Gesundheitswirtschaft als Wachstumstreiber – Medizintechnik mit starker Hebelwirkung D ie Gesundheitswirtschaft bleibt ein bedeutender Pfeiler der deutschen Volkswirtschaft: Im Jahr 2024 lag ihre Bruttowertschöpfung bei 490,2 Milliarden Euro – das entspricht 12,5 Prozent der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung. Mit rund 7,7 Millionen Erwerbstätigen ist inzwischen jeder sechste Arbeitsplatz in Deutschland in diesem Sektor verankert (16,6 %). Seit 2015 wuchs die Zahl der Beschäftigten im Schnitt um 1,7 Prozent pro Jahr – ein Zuwachs von über einer Million Erwerbstätiger. Die Gesundheitswirtschaft wirkt dabei weit über ihre eigenen Grenzen hinaus: Über vielfältige Verflechtungen mit anderen Branchen entstehen zusätzliche gesamtwirtschaftliche Impulse. So löst jeder Euro Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft weitere 0,81 Euro Wertschöpfung in anderen Wirtschaftsbereichen aus. Auch beschäftigungsseitig zeigt sich dieser Effekt deutlich: Auf jeden Arbeitsplatz in der Gesundheitswirtschaft entfallen rechnerisch fast 0,6 zusätzliche Stellen in der Gesamtwirtschaft. Die Medizintechnik trägt als besonders forschungsintensiver und international wettbewerbsfähiger Teilbereich maßgeblich zu diesem Effekt bei – mit einer eigenen Bruttowertschöpfung von fast 20 Milliarden Euro und entsprechend hohem gesamtwirtschaftlichem Fußabdruck. Verteilung der Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft 2024 nach Gütergruppen » Quelle: GGR-Dashboard des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) 2025 Kernbereich der Gesundheitswirtschaft Erweiterter Bereich der Gesundheitswirtschaft Medizintechnik (Medizinprodukte und medizintechnische Großgeräte) E Health Dienstleistungen stationärer Einrichtungen Dienstleistungen nicht stationärer Einrichtungen Humanarzneimittel Krankenversicherung und öffentliche Verwaltung Großhandelsbereich des Kernbereichs Waren zur eigenständigen Gesundheitsversorgung Sport , Wellness , Tourismusdienstleistungen Einzelhandelsleistungen des Kernbereichs Sonstige Dienstleistungen der Gesundheitswirtschaft Investitionen 124,0 Mrd. € 141,0 Mrd. € 7,1 Mrd. € 19,7 Mrd. € 17,8 Mrd. € 17,2 Mrd. € 14,4 Mrd. 19,7 Mrd. € 17,6 Mrd. € 19,6 Mrd. € 50,4 Mrd. € 41,7 Mrd. € Gesamt: 490,2 Mrd. € SPECTARIS Mitgliederservice: Verbandsgremium Informationsforum Einkauf Bei Veranstaltungen diskutieren Teilnehmer aktuelle Beschaffungsthemen: Prozessoptimierung, E-Procurement, Sourcing (Asien/Osteuropa), Lieferantenmanagement, Risikomanagement, Controlling (Kennzahlen), TCO und Rohstoffpreise. Zusätzlich werden Schulungen wie Crashkurse, Strategischer Einkauf und Verhandlungsführung angeboten.
SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 25 Gesundheitsausgaben: Deutschland international an der Spitze Im internationalen Vergleich gehört Deutschland zu den Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben: 2024 belief sich der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt auf 12,3 Prozent – Platz 2 unter den Industrienationen, übertroffen nur von den USA mit 17,2 Prozent. 2024 (Prognose) oder letztverfügbares Jahr » Quelle: OECD Health Data Zum Vergleich: Der OECD-Durchschnitt lag 2019 – also vor der Pandemie – bei 8,8 Prozent. Bis 2021 stieg dieser Wert auf 9,7 Prozent an. Für die Jahre 2022 bis 2024 wird ein stabilisierter Wert zwischen 9,0 und 9,5 Prozent erwartet. Während etablierte Volkswirtschaften unter zunehmendem Budgetdruck stehen und sich mit den Folgen einer alternden Bevölkerung konfrontiert sehenzeigt der Blick auf Länder wie Indien, das aktuell nur 3,3 Prozent des BIP für Gesundheit aufwendet, wie groß das unausgeschöpfte Potenzial in vielen Regionen der Welt noch ist. Gesundheitsausgaben ausgewählter Länder in % des Bruttoinlandsprodukts 12,3 11,8 11,8 11,5 11,3 11,3 11,1 11,1 11,0 10,6 10,6 10,5 10,4 10,3 10,2 10,0 9,9 9,8 9,7 9,4 9,4 9,2 9,0 8,7 8,5 USA Deutschland Österreich Schweiz Frankreich Schweden Kanada Vereinigtes Königreich Neuseeland Belgien Finnland Japan Chile Argentinien Australien Portugal Niederlande Slowenien Malta Norwegen Dänemark Brasilien Spanien Island Südafrika Tschechien 17,2 Italien Slowakische Republik Korea Ukraine Kolumbien Zypern Griechenland Polen Bulgarien Estland Israel Lettland Kroatien Litauen Costa Rica Irland Ungarn Peru Luxemburg Mexiko Rumänien China Türkei Thailand Indien Indonesien 8,4 8,4 8,4 8,2 8,1 8,1 8,1 8,1 7,9 7,6 7,6 7,5 7,1 6,9 6,9 6,9 6,5 6,1 5,9 5,9 5,8 5,2 4,7 4,5 3,3 2,7
26 Internationale Märkte | Außenwirtschaftspolitische Hürden erhöhen den globalen Wettbewerbsdruck für die exportorientierte Medizintechnik Außenwirtschaftspolitische Hürden erhöhen den globalen Wettbewerbsdruck für die exportorientierte Medizintechnik Medizintechnik ist eine Schlüsselbranche, um weltweit die Gesundheitsversorgung zu stärken und die Lebensqualität und Lebenserwartung von Millionen Menschen durch innovative Geräte und Verfahren global zu verbessern. Deshalb kommt ihr auch beim Export eine wichtige Rolle zu. Insgesamt legte der Auslandsumsatz der deutschen Medizinproduktehersteller im Jahr 2024 um 2,9 Prozent zu und erreichte einen Wert von rund 28,2 Milliarden Euro. Mit einer stabilen Exportquote von rund 68 Prozent ist Medizintechnik „Made in Germany“ damit weiterhin ein Exportschlager. Rund 40 Prozent der deutschen Medizintechnikausfuhren gingen 2024 in Länder der Europäischen Union, knapp 20 Prozent nach Nordamerika und rund 15 Prozent nach Asien. Wichtigster singulärer Zielmarkt blieben die Vereinigten Staaten von Amerika mit Exporten von über 5,7 Milliarden Euro, die mit rund 2,6 Prozent weiterhin einen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten. Die Exporte in die Volksrepublik China verzeichneten mit rund 2 Milliarden Euro erstmals ein deutliches Minus von 14 Prozent. Die Exporte nach Indien legten um knapp 12 Prozent auf rund 404 Millionen Euro zu. Auch die Ausfuhren in den Nahen Osten hatten einen kräftigen Zuwachs mit rund 17 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro. Ein Blick auf den afrikanischen Kontinent zeigt: Auch hier gab es eine erhöhte Nachfrage nach deutscher Medizintechnik um 9,4 Prozent mit einem Wert von 606 Millionen Euro. Dennoch sieht sich der Industriezweig wachsenden geopolitischen Spannungen ausgesetzt, die von verschärften Handelskonflikten, neuen Regulierungen und dem Ruf nach mehr Resilienz geprägt sind. Dieses Spannungsfeld wird sich auch 2026 weiter auf die Branche auswirken. Insbesondere das Dreieck USA – EU – China steht für eine neue Phase protektionistischer Maßnahmen, die den Marktzugang, die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft der Branche massiv beeinflussen. Damit bringen vor allem die beiden größten Absatzmärkte der Medizintechnik, die gleichzeitig auch eine wichtige Rolle beim Sourcing spielen, große Unsicherheit in die Branche, die stark auf öffentliche Aufträge und stabile Rahmenbedingungen angewiesen ist. » US-Zölle treffen die Medizintechnik hart Die USA haben unter Präsident Trump ihre Handelspolitik deutlich verschärft und Zölle auf Basis der „Section 232“ auch auf pharmazeutische und medizinische Produkte angekündigt, die bislang oft weitgehend von handelspolitischen Maßnahmen ausgenommen waren. Ziel ist es, Produktion in die USA zu holen und die Abhängigkeit von Importen, insbesondere aus China und der EU, zu reduzieren. Bereits seit Jahresbeginn 2025 waren Medizintechnikunternehmen indirekt durch hohe Zölle auf Stahl und Aluminium betroffen, was die Produktionskosten weiter erhöht hat. Vor diesem Hintergrund haben die europäische und US-amerikanische Medizintechnikindustrie, vertreten durch MedTech Europe und AdvaMed, im Zollstreit eine Rückkehr zum „Zerofor-Zero“-Prinzip gefordert: ein multilaterales Abkommen, das gegenseitige Zollfreiheit auch für Medizintechnikprodukte Jennifer Goldenstede, Leiterin Außenwirtschaft und Exportförderung, SPECTARIS e. V. » Quelle: © EU and US publish Joint Statement on transatlantic trade and investment
SPECTARIS Jahrbuch 2026 | Medizintechnik 27 garantiert. Dieses Prinzip, das mit Fokus auf die Pharmaindustrie ursprünglich im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO vereinbart wurde, ist durch die jüngsten US-Maßnahmen außer Kraft gesetzt worden. Denn der EU-US-Zolldeal stuft Medizinprodukte als Industriegüter ein und somit sind diese auch mit 15 Prozent Zöllen für EU-Ausfuhren in die USA belegt (Stand Oktober 2025). Für US-Hersteller wird die Einfuhr zollfrei. Zudem wurden die US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte im Juni 2025 auf 50 Prozent erhöht – mit erheblichen Auswirkungen auf die Kostenstruktur der Medizintechnik, da viele Geräte und Komponenten aus diesen Materialien bestehen. Die Branche sieht in diesen Entwicklungen eine Gefahr für die globale Versorgungssicherheit, die Patientensicherheit sowie perspektivisch für die Innovationskraft und fordert eine Rückkehr zu offenen Märkten und verlässlichen Handelsregeln. » Exportkontrolle Russland – Ausnahmen für Medizintechnik Die Sanktionspolitik gegenüber Russland betrifft weiterhin auch die Medizintechnik. Während für medizinische und humanitäre Zwecke bislang Ausnahmen bestanden, die Anfang 2025 weiter eingeschränkt wurden, haben sich die Unsicherheiten nicht nur bei der Lieferung von Ersatzteilen, sondern auch bei der praktischen Umsetzung von Lieferungen erhöht. Immer mehr medizinische Geräte, Komponenten und Ersatzteile werden in den Anhängen der EU-Russland-Verordnungen gelistet, wodurch sich der Kreis der genehmigungspflichtigen Güter stetig erweitert. In der Praxis bedeutet dies: » Genehmigungspflicht auch für bislang ausgenommene Produkte, wenn diese neu gelistet oder in komplexe Geräte integriert sind. » längere Prüf- und Bearbeitungszeiten beim BAFA, da eine Einzelfallbewertung vorgenommen wird, ob eine Ausfuhr für medizinische Zwecke tatsächlich zulässig ist. » Unsicherheit bei Ersatzteil- und Serviceeinsätzen, insbesondere wenn Reparaturen mit gelisteten Komponenten durchgeführt werden müssen. Unternehmen berichten, dass diese erweiterten Genehmigungspflichten teils zu erheblichen Verzögerungen bei der Versorgung russischer Gesundheitseinrichtungen führen. Hinzu kommt, dass auch indirekte Lieferungen über Drittländer strenger geprüft werden. » Lokalisierung im Aufwind: Neue Märkte, neue Strategien Unternehmen bauen zunehmend Produktionskapazitäten in wichtigen Zielmärkten auf – ein klarer Trend zur Lokalisierung. Ziel ist es, Zölle und Exporthemmnisse zu umgehen, die stärker von den Ländern als Barrieren aufgebaut werden, Lieferkettenrisiken zu reduzieren und näher an Kunden und Behörden zu sein. China bleibt mit seiner „Made in China 2025“-Strategie und dem Prinzip der „Dual Circulation“ eine treibende Kraft: Ausländische Unternehmen werden stärker zur lokalen Wertschöpfung verpflichtet, während chinesische Firmen Produktionsstätten im Ausland errichten, um Sanktionen zu umgehen. Gleichzeitig rücken Indien und Indonesien als alternative Produktionsstandorte zunehmend in den Fokus. Indien positioniert sich aktiv als „China+1“-Standort und bietet mit dem geplanten EU-Indien-Freihandelsabkommen (FTA) zusätzliche Anreize für europäische Unternehmen – etwa Zollsenkungen, Marktzugang und regulatorische Erleichterungen. Auch das angestrebte EU- Indonesien-Freihandelsabkommen (CEPA) birgt erhebliches Potenzial. Indonesien – als größtes Land Südostasiens – bietet Zugang zu einem dynamischen Binnenmarkt mit über 270 Millionen Menschen und einem zunehmenden Bedarf an Infrastruktur, Energie, Umwelttechnologien und Maschinen. Das CEPA soll Zölle schrittweise abbauen, nichttarifäre Handelshemmnisse reduzieren und Investitionen erleichtern. Für europäische Unternehmen eröffnen sich dadurch neue Export- und Produktionschancen – besonders dann, wenn sie frühzeitig lokal präsent sind. Größte Frage dabei ist, ob das Abkommen auch den wichtigen Bereich der aktuell stark eingeschränkten öffentlichen Ausschreibungen über den e-catalogue in Indonesien adressiert, der ausländische Bieter aktuell noch massiv benachteiligt. Die Konsequenz: Lokalisierung ist kein reiner Effizienzfaktor mehr, sondern ein entscheidender Baustein moderner Außenwirtschaftsstrategien – mit direkten Auswirkungen auf Zollabwicklung, Exportkontrolle und Compliance. Für Unternehmen bedeutet das: Wer frühzeitig lokale Strukturen aufbaut, sichert sich Zugänge zu Zukunftsmärkten – muss jedoch auch seine Zoll- und Exportkontrollprozesse strategisch neu ausrichten. » LEON plus edition: Der Anästhesieassistent von Löwenstein mit bewährten Eigenschaften, die optimiert wurden und einem verbesserten Bedien- komfort. Sich selbst treu. Bereit für die Zukunft. Quelle: © Löwenstein Medical SE & Co. KG
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