34 Greenkeepers Journal 4/2024 Den zweiten Vortrag des Tages gestaltete Andreas Klauser (Fieldwork AG). Er und sein Kollege Raphael Flück stellten verschiedene Drohnentypen und ihre Einsatzmöglichkeiten vor, bspw. durch Multispektral-Kameraaufnahmen. Krankheiten, Wassermangel, Schadstellen auf dem Platz können damit leichter erkannt und dokumentiert werden und auch Kartierungen für eine Teilflächen-spezifische Pflege seien dadurch besser möglich. Johannes Wimmer (Compo Expert) übernahm als Referent das Thema „Zukunft der Düngerumhüllung“. Hintergrund: Die EU möchte die Polymer-umhüllten Dünger 2026 verbieten. Wie ist der aktuelle Stand? Was heißt das für die Schweiz? Alternativen? Auch stellte er ein neues Online-Tool vor, das Compo primär für interne Zwecke entwickelt hat, jedoch künftig auch frei verfügbar machen will – gegen Zustimmung der Datennutzung durch Compo. Nähere Infos und Hilfe hierzu erteilen die Experten von Compo. Als nächstes kam Alicia Moulin (Sustainability Manager Swiss Golf) nach vorne und gab mit Dr. Dirk Kauter ein Update zum Integrierten Pflanzenschutzmanagement (IPM) im Golf. „Erkenntnisse und aktuelle Entwicklungen bei Swiss Golf“ spielten dabei eine große Rolle, die strategischen Ziele: • Bekenntnis zu einem nachhaltigen und regenerativen Umgang mit den Ressourcen, insbesondere Wasser und Boden • GEO-Zertifizierung aller Golfplätze in der Schweiz bis 2027 • Erhalt, Aufwertung und Vernetzung der Biodiversität auf Golfplätzen • Unterstützung der Mitglieder auf dem Weg, die Golfplätze in der Schweiz bis 2030 nachhaltig und ohne Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln zu unterhalten Darüber hinaus stellten Moulin und Kauter die Ergebnisse einer Dollarspot-Studie vor. Interessant war auch die Präsentation der aktuellen Entwicklungen bei Swiss Golf sowie ein Kurz- überblick über die Fortschritte in den Arbeitsgruppen und Kommissionen, insbesondere im Bereich Umwelt- und Pflanzenschutz. Das Ganze untermauert mit Terminen und den zuständigen Personen. Mein persönliches Fazit: Sehr klar und strukturiert, ich bin auf die nächsten Berichte gespannt. Endlich: der Praxispart Nach einem Mittagessen ging es dann auf den Platz: Dr. Dirk Kauter vertiefte seine Ausführungen vom Vormittag zu den Dollarspot-Untersuchungen und stellte zusammen mit Pascal Grütz (vom Tageshauptsponsor Swiss Green) und Mike Iff (stv. HGK Golf Wylihof) die hier dauerhaft eingerichtete „Versuchsanlage Sodengrün“ vor, bei der verschiedene Sortenversuche im Bereich Green sowie Fairway/Semi-Rough durchgeführt und dokumentiert werden. Eine zweite Station führte die Teilnehmer zum Platz-eigenen Spritzenwaschplatz mit geschlossenem Kreislauf – ein „Meilenstein der Bemühungen des Wylihofs, der Natur nachhaltig Sorge zu tragen“, wie es auf der Website des Clubs heißt. Roland Mayer und Mike Burren führten aus, dass der Waschplatz dreiteilig gebaut wurde: Der überdachte Teil dient der Reinigung der Spritzen. Das Waschwasser wird über einen Schlammsammler, durch den Ölabscheider und einen Kupferfilter sowie über Düsen in ein geschlossenes Retentionsbeet geleitet (weitere Details hierzu über den Link: https:// bit.ly/3BJZylj). Zu besichtigen waren daneben auch die doppelwandigen Düngetanks, wobei Burren darauf einging, dass er den Dünger selbst anmischt und auf Grundlage der Wachstumsmodelle ausbringt. Mitgliederversammlung mit Zündstoff Die abendliche Mitgliederversammlung eröffnete Präsident Lukas Andreossi und begrüßte insbesondere SGA-Ehrenpräsident Martin Gadient sowie die SGA-Ehrenmitglieder Bruno Edelmann, Pascal Guyot, Ueli Hauenstein und Martin Sax. Ein immer wieder trauriger Programmpunkt sind die Todesfälle, die ein Präsident verlautbaren muss: In diesem Jahr war es Peter Leibundgut, der mit 68 Jahren verstarb und dem mit einem Silentium gedacht wurde. Es folgte der traditionelle Jahresbericht, bei dem Andreossi auf die aktuelle Situation des Greenkeepings in der Schweiz und die enge Zusammenarbeit mit Swiss Golf einging. Im Anschluss hatte er – im Rahmen der Vorstellung der Jahresrechnung durch Kevin Brennecke – die unangenehme Aufgabe, von einem Betrugsfall zu berichten. Hintergrund: Eine der „gefährlichen“ E-Mails, die mittlerweile häufig in vielen Mailaccounts ankommen, wurde versehentlich geöffnet, es entstand ein nicht unerheblicher finanzieller Schaden. Weitere Details sollen hier nicht genannt werden. Die anschließende Diskussion, ob und in welchem Umfang die SGA-Mitglieder solidarisch für den Verlust aufkommen sollen, kürzte Martin Gadient kurzerhand ab, indem er klar Position bezog SWISS GREENKEEPERS ASSOCIATION ... besonders beeindruckend: der Spritzenwaschplatz mit geschlossenem Kreislauf. Fachlich Interessantes gab es wie gewohnt in Vorträgen sowie auf dem Platz – ...
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