greenkeeper 04-2024

FACHWISSEN 43 4/2024 Greenkeepers Journal Sie vertrocknen bereits wenige Tage später und fallen herunter, wenn die Pollen die weiblichen Blüten, die bei der Stiel-Eiche an einem längeren Stiel (Name!) an der Spitze des Jahrestriebes stehen (Abbildung 24), bestäubt haben. Die jungen Früchte sind zunächst völlig von einer Hülle (Cupula) umgeben, wachsen im Zuge des Reifungsprozesses aus diesem Becher heraus (Abbildung 25) und geben sich dann als Eicheln zu erkennen. Etwa im Oktober liegen sie in großer Zahl am Boden (Abbildung 26). Bei der Eiche gibt es alle sechs bis zwölf Jahre besonders zahlreiche Früchte, man spricht dann von Mastjahren. Am Boden können sie keimen, gelegentlich werden sie aber von Kleinsäugern als Wintervorrat gesammelt und versteckt. Die Bedeutung der „Versteckverbreitung“ liegt vor allem darin, dass die Früchte in den feuchten Boden gelangen, wo sie am besten keimen. Dabei bleiben, nachdem sich die Wurzel aus der Fruchtwand herausgeschoben hat, die beiden Speicherkeimblätter weiterhin im Boden, währenddessen die junge Sprossachse an die Oberfläche wächst und sich schließlich die ersten Laubblätter zeigen, die bereits in ihrer Form an die typischen Laubblätter der Eiche erinnern (Abbildung 27). 4. Die Gemeine Haselnuss (Corylus avellana L.), Familie der Birkengewächse (Betulaceae), wächst in Europa als vieltriebiger Strauch (Abbildung 28) in krautreichen Laubwäldern, Hecken und Säumen auf frischen nährstoffreichen Böden, sie gedeiht in der Sonne und im Halbschatten. Die männlichen Blüten entwickeln sich in Kätzchen, die schon im Herbst und Winter zu sehen sind (Abbildung 29). Bereits vor dem Laubaustrieb strecken sich die Kätzchenachsen und entlassen den reifen Pollen, sie sterben ab, lange vor dem Laubaustrieb (Abbildungen 30 und 31). Die weiblichen Blüten stehen in kleinen, unscheinbaren Knospen, aus denen nur ihre rotgefärbten Griffel herausragen. Erst im Juli sind die Haselnusssträucher voll belaubt (Abbildung 32). Zu diesem Zeitpunkt sind die Früchte, die Haselnüsse, Abb. 25: Es dauert immerhin drei Monate, bis die Früchte aus der Cupula herausgewachsen sind und sich als Eicheln zu erkennen geben. Abb. 26: Im Herbst liegen die Früchte in großer Zahl unter den Eichenbäumen und werden von Kleinsäugern als Wintervorrat eingesammelt und versteckt. Abb. 27: Bei den jungen Eichenpflanzen sind Wurzel und Speicherkotyledonen im Boden, der junge Spross zeigt bereits das typische Eichenlaub. Abb. 30: Schon im März streckt sich die Kätzchenachse, die Pollensäcke öffnen sich und der Wind trägt die Pollen auf die roten Narben der weiblichen Blüten auf demselben Strauch ... Abb. 29: Die männlichen Kätzchen werden bereits im Herbst angelegt und überdauern den Winter in gedrungener Form. Abb. 28: Haselnusssträucher können eine stattliche Höhe – bis ca. fünf Meter – erreichen; sie sind vieltriebig von der Basis her.

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