FACHWISSEN 46 Greenkeepers Journal 4/2024 BLÄTTERTEST Kennen Sie die Blätter unserer gängigen Laubbäume? Das Blatt ist ein Seitenorgan der Sprossachse, meist mit begrenztem Wachstum. Durch seine in der Regel flächige Gestalt und dem Chlorophyll ist es ein wichtiges Organ für die Photosynthese. Anatomischer Aufbau eines Laubblattes Das Blatt der Laubbäume ist meistens flächig und von zarter Struktur; es hat eine obere und untere Epidermis, dazwischen befindet sich das Mesophyll, das sich zur Oberseite hin in chloroplastenreiches Palisadenparenchym, zur Unterseite hin in interzellularenreiches Schwammparenchym gliedert. Spaltöffnungen befinden sich regelmäßig auf der Blattunterseite. Die meisten unserer Laubbäume sind sommergrün, d.h. sie werfen im Herbst ihre Blätter ab. Das Blatt der Nadelbäume ist nadelförmig; es hat eine xeromorphe Struktur. Die Epidermis besteht aus dickwandigen Zellen, die eine dicke Kutikula tragen. Das Parenchym ist faltenreich, die Spaltöffnungen sind eingesenkt und befinden sich auf der Ober- und Unterseite der Nadeln. Unter der Epidermis befindet sich eine Hypodermis, die aus festen Fasern besteht, die der Festigkeit des Blattes dient und vor Wasserverlust schützt. Die Nadeln unserer Nadelbäume leben mehrere Jahre. Blatttypen An den Pflanzen stehen Blätter mit unterschiedlicher Gestalt und Funktion. Im Entwicklungsverlauf der Pflanzen gibt es folgende Blatttypen in der Abfolge: Keimblätter, Primärblätter, Folgeblätter, Hochblätter und Blattorgane der Blüte. Blattstellung Die Blätter stehen an den Knoten des Stängels. Die Zahl der Blätter und deren Anordnung sind jeweils regelmäßig. Es werden wirtelige, zweizeilige und zerstreute Blattstellung unterschieden. Teile des Laubblattes Das Laubblatt gliedert sich in der Regel in den Blattgrund, mit dem das Blatt am Stängel ansitzt, darauf folgt der Blattstiel, dann die Blattspreite. Insbesondere die Blattspreite kann sehr unterschiedlich gestaltet sein; sie ist typisch für die verschiedenen Arten. Mit Hilfe der Laubblätter kann man besonders leicht die einzelnen Baumarten benennen und unterscheiden. Gestalt der Blattspreiten Es gibt einfache Blattspreiten, die ungeteilt und höchstens am Rande gesägt, gezähnt etc. sind. Sie können aber auch gelappt, gespalten geteilt oder geschnitten sein. Daneben gibt es zusammengesetzte Blätter, bei denen die Spreite aus mehreren völlig voneinander getrennten Teilen – Fiedern – besteht. Einfache Blätter haben beispielsweise: Rotbuche (Fagus sylvatica L.), Hainbuche (Carpinus betulus L.). Einfache Blätter können verschieden große Spreitenabschnitte haben, beispielsweise bei: Ahorn-Arten (Acer pseudoplatanus L., A. campestre L., A. platanoides L.). Abb. A: Bei der Winter-Linde stehen die Keim- und die ersten Laubblätter kreuzgegenständig, auf Lücke. (Alle Fotos: I. Hagemann) Abb. B: Die kreuzgegenständige Beblätterung setzt sich bei den senkrecht stehenden Jungpflanzen fort – hier am Beispiel des Berg-Ahorns. Abb. C: Bei der Winter-Linde findet man an jedem Knoten nur ein Blatt in alternierender Stellung.
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