greenkeeper 04-2024

FACHWISSEN 47 4/2024 Greenkeepers Journal Gefingerte Blätter bestehen aus mehreren einzelnen Fiedern, beispielsweise bei der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.). Gefiederte Blätter haben eine durchgehende Blattspindel und seitlich stehend kleine Fiederblätter, zum Beispiel bei Walnuss (Juglans regia L.), Esche (Fraxinus excelsior L.), Robinie (Robinia pseudoacacia L.) Funktion der Blätter Blätter sind wichtige Teile der Pflanzen, weil sie bei der Photosynthese in einem biochemischen Prozess Licht- energie mit Hilfe des Chlorophylls in chemische Energie umwandeln. Diese Energie wird genutzt, um aus energiearmen anorganischen Stoffen (vor allem Kohlenstoffdioxid und Wasser) energiereiche organische Verbindungen (vor allem Kohlenhydrate) aufzubauen, und das schon seit ca. 500 Millionen Jahren. Sie sind vergleichbar mit Photovoltaik-Modulen, die mit speziellen Solarzellen das Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Normalerweise bestehen diese aus Silizium oder anderen Halbleitermaterialien. Absorption des Sonnenlichts durch Blätter In unserer Klimazone bestehen Blätter zumeist aus Blattspreite, Blattstiel und Blattgrund. Mit dem Blattgrund sitzen sie am Zweig an, darauf folgt der Blattstiel, der durch Drehung und unterschiedliche Länge die Blattspreite in eine günstige Position zur Sonne bringen kann. In jugendlichen Stadien ist die Ausrichtung der Blätter noch sehr übersichtlich. Bei Keimpflanzen der Winter-Linde (Tilia cordata Mill.) stehen zwei handförmig geschnittene Keimblätter an einem Knoten, die folgenden zwei ersten Laubblätter stehen „auf Lücke“, kreuzgegenständig (Abbildung A). In der Regel sind alle weiteren Blätter auch so angeordnet, sie stehen in dekussierter Blattstellung. Solange die Jungpflanzen senkrecht stehen, setzt sich diese kreuzgegenständige Beblätterung fort (Abbildung B), beispielsweise beim Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus L.). Steht nur ein Blatt an jedem Knoten in alternierender Stellung, so spricht man von einer zweizeiligen – distichen – Blattstellung beispielsweise bei der Winter-Linde (Tilia cordata Mill.), (Abbildung C). Die Blätter zeigen in heißen, trockenen Sommern deutlich, dass sie unter Wassermangel leiden; sie färben sich vorzeitig gelb, hängen herunter und fallen vorzeitig ab (Abbildung D). Bei der Vielzahl der Blätter in einer Baumkrone ist es wichtig, dass möglichst viele gut von der Sonne beschienen werden. Hierfür hat der Blattstiel große Bedeutung; er muss durch Länge und Ausrichtung dafür sorgen, dass sich die Blätter nicht gegenseitig beschatten, wie etwa beim Feld-Ahorn (Acer campestre L.), (Abbildung E). In einer weit verzweigten Baumkrone (Abbildung F) befinden sich an den Zweigen verschieden große Blätter. Im äußeren Teil der Krone, auf der sonnenzugewandten Seite stehen Sonnenblätter, im inneren Teil Schattenblätter. Sonnenblätter sind kleiner und dicker als Schattenblätter, sie haben eine dickere Schicht Palisadengewebe, in der sich Chloroplasten befinden. Zudem schützen dickere Wachsschichten und eine dickere Kutikula vor dem Austrocknen. Durch diese Strukturen haben sie eine hohe Photosyntheserate. Zum Blättertest – wie funktioniert er? Vielleicht sind Ihnen die Laubblätter der verschiedenen Baumarten bestens bekannt, dann ist es natürlich leicht, unseren Test zu absolvieren, wenn nicht, dann gibt es Bestimmungsbücher, wie beispielsweise das BLV Bestimmungsbuch „Bäume und Sträucher“ von Ulrich Hecker, aber auch im Internet sind Laubblätter verschiedener Baumarten zu finden. Damit die Bilder des Laubblatt-Tests leichter zu identifizieren sind, geben wir Ihnen jeweils drei Baumnamen pro Bild zur Auswahl. Die Buchstaben vor den richtigen Antworten ergeben das Lösungswort. Versuchen Sie Ihr Glück! Dr. Isolde Hagemann Abb. D: An den Blättern dieser Winter-Linde ist der Wassermangel deutlich sichtbar. Abb. E: Für eine ideale Besonnung sorgen meist die Blattstiele mit entsprechender Länge und Ausrichtung – hier beim Feld-Ahron. Abb. F: Bei großen Baumkronen gibt es je nach Stellung größere Sonnen- und kleinere Schattenblätter.

RkJQdWJsaXNoZXIy ODM4MTc=