greenkeeper 04-2024

52 Greenkeepers Journal 4/2024 IM GESPRÄCH MIT MIT IPS-PFLANZENSCHUTZEXPERTIN BEATE LICHT Integrierter Pflanzenschutz: Mission possible Passend zur letzten Ausgabe des Greenkeepers Journal für 2024 wagen wir ein Fazit: Extreme Niederschläge beeinflussten geplanten Pflegemaßnahmen, wenn auch mit regionalen Unterschieden. Kollegen aus dem Greenkeeping sprachen gar davon, dass die Plätze zeitweilig kaum mit Maschinen zu befahren waren, und es in der Folge auch immer wieder zu Platzsperrungen kam. Zudem häuften sich die Meldungen zum Dollarfleck, dies, bedingt durch die hohe Luftfeuchtigkeit, bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt und lange andauernd. In dem Zusammenhang fällt einem unwillkürlich der Vortrag eines Teilnehmers der GVD-Jahrestagung ein, der des GVD-Gründungsmitglieds Adolf Hauth. In einem launigen Rückblick auf „Greenkeeping – einst und heute“ schilderte er die Anfänge der professionellen Rasenpflege in Deutschland und die Probleme, die auch damals mit Krankheiten auftraten. 1999 gab es die ersten Gesetzesänderungen, die zu Sorgen auf den Golfanlagen führten – schließlich galt es, sich rechtskonform zu verhalten. Adolf Hauth in seinem Vortrag: „Es war nicht einfach damals, aber dann ,ging die Sonne auf‘ – Beate Licht nahm sich im Rahmen des DGV-Arbeitskreises des Themas Pflanzenschutz an.“ Sie unterstützte fortan das Greenkeeping vor Ort, sowie GVD und Deutschen Golf Verband (DGV), die die Dringlichkeit erkannten, sich mit dem komplexen Sachverhalt auseinanderzusetzen. Wohlgemerkt zu einem Zeitpunkt, den wir heute wohl am ehesten mit der „guten alten Zeit“ betiteln würden, denn im Anschluss kam es zu deutlichen Verschärfungen in der Gesetzgebung. Viel hat sich seitdem getan und wir wollen dies zum Anlass nehmen, mit der IPS-Expertin und Autorin unserer FachMagazine ein Gespräch zu führen, das auch in unserem FachMagazin golfmanager bereits eingebunden wurde: ?Frau Licht, vorgenannte Einführung entspricht weitgehend einer neutralen Darstellung der Sachlage? ! (Grinst) Ja, weitgehend, auch ich muss über den Satz von Adolf Hauth schmunzeln. 2008 wurde der heutige DGV-Arbeitskreis Integrierter Pflanzenschutz (IPS) gegründet. Das Thema Rasenkrankheiten hat mich aber schon direkt im Anschluss an mein Studium der Agrarwissenschaften beschäftigt. Im Rahmen meiner Tätigkeit bei EUROGREEN und unter den Eindrücken einer Schulung in den USA, habe ich 1998 die erste Krankheitsbroschüre erstellt. Es waren Pionierzeiten, es gab damals noch keine 200 Golfanlagen und kaum deutschsprachige Literatur zu dem Thema. Auf der anderen Seite durften Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft und dem Gemüsebau auf dem Sportrasen eingesetzt werden und der IPS war eher ein abstrakter Begriff. Zudem waren die Anforderungen an die Sachkunde lockerer und es gab keine Verpflichtung zur Fortbildung. Die Vorträge bei den DEULEN und dem GVD konzentrierten sich auf die Diagnose – national und international wurde das Thema auch noch nicht politisiert. ?Ja stimmt, Ihren ersten Beitrag zum Thema Rasenkrankheiten im Greenkeepers Journal habe ich bereits 1990 gefunden. Seit 1996 sind Sie regelmäßig Autorin für unsere FachMagazine, seit 2018 erstellen Sie für uns die wichtigen Listen der „zugelassenen und genehmigten Pflanzenschutzmittel“ (PSM), die seitdem neben Einbindung auf unserem FachPortal gmgk-online.de auch GVD und DGV für ihre Websites zur Verfügung gestellt werden. Trotzdem wurden Sie in den vergangenen Jahren hin PRAX I S 2008 ging die Sonne auf: Der Arbeitskreis Pflanzenschutz wird gegründet, geleitet von Beate Licht. Leitlinien zum Integrierten Pflanzenschutz auf Golfanlagen. 15.02.2023 Greenkeeping einst und jetzt (Adolf Hauth) 37 GVD-Gründungsmitglied Adolf Hauth bei seinem unterhaltsamen Vortrag „Greenkeeping – einst und heute“ auf der Jahrestagung 2023 in Dresden Radebeul (Alle Fotos, soweit nicht anders gekennzeichnet: S. Vogel) „Der Schwerpunkt liegt beim IPS in der Vorbeugung. Es gilt, den Grasbestand vital zu halten, damit er weniger anfällig ist!“ Beate Licht (Foto: Privat)

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