54 Greenkeepers Journal 4/2024 rung des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln gearbeitet. ? Zusammen mit den Kollegen des Sportrasens haben Sie sich in den letzten Jahren auch für den DGV auf EU-Ebene dafür eingesetzt, dass die SUR in dieser Form nicht verabschiedet wird. Warum war dies so wichtig? ! Mich bitte nicht falsch verstehen, es geht nicht darum, das Unvermeidliche zu verschieben, vielmehr muss meines Erachtens den Golfanlagen und den in der Platzpflege Tätigen die Möglichkeit gegeben werden, die Plätze im Zusammenwirken mit Vorstand, Mitgliedern und im besten Fall auch Öffentlichkeit, auf die Zeit danach umzustellen. Zudem enthielt der Entwurf ein Verbot für alle, auch die biologischen Pflanzenschutzmittel sowie die Wachstumsregler. Er hatte die Vielfältigkeit des Sportrasens zudem nicht ausreichend berücksichtigt, denn wir wurden erneut mit sensiblen Gebieten gleichgestellt. ? Ein Umstieg von heute auf morgen ist nicht recht denkbar? ! Kaum, denn zum einen brauchen wir Alternativen, die dann auch funktionieren. Hier geht es uns genauso wie den Landwirten oder Obst- und Gemüsebauern. Die Gesetzgebung blockiert aufgrund der langwierigen Zulassungsformalitäten neue, biologische Produkte. Zum anderen: Natur funktioniert in längeren Zeitabständen, eine Umstellung der Pflege und der Bestände braucht Zeit. Wir werden sicherlich zukünftig von den Fortschritten im Hinblick auf die Technik aus den landwirtschaftlichen Bereichen profitieren. Aber, und das ist ein ganz endscheidender Punkt: Es bedarf vor allem auch ein Umdenken bei den Golfern, sie müssen ein Bewusstsein entwickeln und mehr Verständnis dafür aufbringen, dass es auch Zeiten geben kann, in denen sie vorübergehend schlechtere Spielbedingungen in Kauf nehmen müssen. ? Also keine Entwarnung. Nun haben Sie nach 15 Jahren den Vorsitz des DGV-Arbeitskreis IPS niedergelegt. Bedeutet das, Sie verlegen Ihre Arbeit wieder mehr in die Selbständigkeit als Golfplatzberaterin? ! Hierauf gibt es ein klares „Jein“. Ich bleibe der Szene nach wie vor im Bereich IPS erhalten. Es ist die Aufgabe der Fachverbände, der Ausbildungsstätten, aber eben auch der freien Berater, die Golfanlagen und damit auch die Praxis auf dem Weg zu einer nachhaltigen Pflege nach den Grundsätzen des IPS zu unterstützen. ? Das bedeutet? ! Sie sprachen die letzten Jahre an: Die Arbeit mit den vielen Behörden, Verbänden und Institutionen ist als „Einzelkämpferin“ nicht immer leicht und dabei bleibt vieles auf der Strecke. Ich möchte mich inhaltlich neu orientieren und mehr in der praktischen Hilfe vor Ort und in der Aus- und Fortbildung, auch Verbände-übergreifend, engagieren. ? Dem Greenkeeping und dem Thema IPS bleiben Sie also auch zukünftig erhalten? Und ich frage nicht in erster Linie, weil ich eine wichtige Stütze unseres Redaktionsteams nicht verlieren möchte ... ! Unbedingt, dafür engagiere ich mich schon mein halbes Leben lang, schätze die Menschen und würde gerne die nächsten Schritte noch mit meinem Wissen und meiner Expertise begleiten! Frau Licht, vielen Dank für das Gespräch, dann freuen auch wir uns darauf, noch viele spannende Themen für den Grünen Bereich zusammen aufzubereiten. Das Gespräch führte Stefan Vogel. PRAX I S DGV-Verbandstag/Hearing 2023: Expertenrunde zu aktuellen Themen in der Golfplatzpflege mit Alexander Klose, Marc Biber und Dr. Gunther Hardt (v.l.) Alexander Klose, DGV-Vorstand Recht & Services zu den ehrenamtlichen Verdiensten von Beate Licht im Rahmen von 15 Jahren Leistung im DGV-Arbeitskreis IPS: „Nur wenige, die sich im Verband für Golf in Deutschland engagieren, zeichnet eine solche Expertise aus. Wenige sind über einen solch langen Zeitraum derart engagiert; und können rückblickend auf Erfolge verweisen, die bleiben. Der Deutsche Golf Verband ist Frau Licht zu großem Dank verpflichtet!“ Alexander Klose im Gespräch mit Beate Licht auf der GVD-Jahrestagung 2023
RkJQdWJsaXNoZXIy ODM4MTc=