58 Greenkeepers Journal 4/2024 DER DGV-ARBEITSKREIS BEWÄSSERUNG APPELLIERT Sanierungsstau bei GolfplatzBewässerungsanlagen Wie eine DGV-Umfrage im Frühjahr 2024 gezeigt hat, sind 56 % der Beregnungsanlagen älter als 20 Jahre und 73 % der Golfanlagen planen in den nächsten Jahren ihre Bewässerungsanlagen zu modernisieren (Anm. d. Red.: Eine Zusammenfassung der wichtigsten Umfrageergebnisse finden Sie nachstehend.) Aufgrund der niederschlagsreichen Jahre 2023 und 2024 ist die Sanierungsnotwendigkeit in den Hintergrund gerückt. Der DGV-Arbeitskreis Bewässerung weist darauf hin, dass niederschlagsreiche Jahre der beste Zeitpunkt sind, um die Beregnungstechnik für die nächste Hitze- und Trockenperiode fit zu machen. Das heißt, Blocksteuerungen sind nicht mehr zeitgemäß, da das Wasser nicht bedarfsgerecht und nicht sparend ausgebracht wird. Die intensiv genutzten Spielflächen sollten mit zielgerichteter Einzel-Regner-Steuerung und moderner digitaler Bedientechnik ausgestattet werden. Diese wassersparende Beregnungstechnik wird bereits von den Genehmigungsbehörden, bei einer wasserrechtlichen Genehmigung, gefordert. Bewässerungsanlagen bestehen aus vielen einzelnen Bausteinen, von der Pumpstation über das Rohrnetz bis zu den Regnern sowie Kabelverbindungen und der Steuerung. Alle diese Komponenten sollten unter den zukünftigen klimatischen Anforderungen geprüft und wenn notwendig erneuert sowie wasser- und energiesparend angepasst werden. Trotz der überdurchschnittlichen Niederschläge der letzten beiden Jahre wird die Wassersituation in Deutschland immer wieder angespannt sein. Eine Ursache hierfür sind die gestiegenen Temperaturen mit höheren Verdunstungsraten und längeren Vegetationszeiten. In Zeiten knapper Kassen wird oft in den nicht sichtbaren Bereichen gespart, dies kann jedoch teure Folgekosten bei einem Ausfall der Technik verursachen. Für energie- und wassersparende Technik gibt es bereits Förderprogramme, z.B. Kfw-Förderkredite mit Tilgungszuschuss, die regional sehr unterschiedlich ausfallen können. Sprechen Sie hierzu einen Fördermittel-Berater an. Andreas Klapproth, Leiter DGV-Arbeitskreis Bewässerung PRAX I S DGV Arbeitskreis Bewässerung DGV-UMFRAGE ZUR GOLFPLATZBEWÄSSERUNG Auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel Das Thema Wasser auf Golfanlagen wechselte in den vergangenen Jahren zwischen zu viel Niederschlagswasser und Trockenphasen. 132 Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik nahmen an einer DGV-Umfrage im April 2024 teil, was einer Rücklaufquote von 18,67 % entspricht. Die durchschnittliche 18 Löcher Golfanlage verfügt demnach über eine mittlere Gesamtfläche von rund 68 Hektar und 25 % dieser Gesamtfläche werden im Bedarfsfall bewässert. Die genutzten Wasserressourcen setzen sich sehr vielseitig zusammen wie zum Beispiel gesammeltes Regen- und Oberflächenwasser. Die Sammlung von Regenwasser in Vorratsteichen nimmt immer stärker zu und bei 51 % der Anlagen wird Niederschlagswasser aufgefangen und zur Bewässerung genutzt. Die Verwendung von Grundwasser ist auf 80 % der teilnehmenden Anlagen ein Bestandteil der Beregnungs-Wasserversorgung, hier sind die Entnahmen zum Schutz des Grundwassers rückläuf ig. Die Ergebnisse der Umfrage, aber auch die praktischen Erfahrungen der letzten Jahre, zeigen, dass trotz gestiegener klimatischer Ansprüche die benötigten Beregnungswassermengen auf den Golfanlagen leicht rückläufig sind. Grundlage hierfür ist die erfolgreiche Arbeit im Greenkeeping mit einer wassersparenden, bedarfsgerechten und lebenserhaltenden Bewässerung der Gräser. Die Wasserspeicherkapazitäten auf den Anlagen nehmen stetig zu. Anm. d. Red.: Auch wenn bereits ein wenig zurückliegend, möchten wir, ergänzend zu dem vorstehenden Appell des DGV-Arbeitskreises Bewässerung die wichtigsten Ergebnisse aus der DGV-„Umfrage zur Golfplatzbewässerung“ hier (gekürzt) zusammenfassen. Eine ausführliche Version finden Sie auf dem DGV-Serviceportal unter https://bit.ly/3OyI8Ld.
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