greenkeeper 04-2024

82 RASEN · TURF · GAZON 4/2024 sätzliche Eignung und Funktion der laserbasierten Messung der Wasserverteilung von Regnern belegt werden konnte, aber noch weitere Arbeiten nötig sind. Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es mit dem Bus in den Braunkohlentagebau Garzweiler. Durch einen Mitarbeiter von RWE erhielten die FLSFMitglieder vorab eine sachkundige und anschauliche Einführung in die Thematik des Braunkohlentagebaus. Exkursion mit gigantischen Dimensionen Die Braunkohle im Abbaugebiet hat ein Alter von 3 – 5 Mio. Jahren. Der Tagebau Garzweiler erstreckt sich über 31 km² zwischen den Städten Bedburg, Grevenbroich, Jüchen, Erkelenz und Mönchengladbach. Für den Abbau von ca. 25 Mio. t Braunkohle werden pro Jahr 175-225 Mio. t Abraum über lange Förderbänder abtransportiert, eine sehr beeindruckende und verzweigte Technik. Die Braunkohle wird über lange Bahntrassen zu den Kraftwerken verbracht und verstromt. Dies soll bis 2030 fortgeführt werden. Als Nachfolgenutzung ist eine Rekultivierung in Form eines riesigen Restsees geplant. Ab 2030 sollen etwa 70 Jahre lang jährlich rund 60 Mio. m³ Wasser aus dem Rhein in den ehemaligen Tagebau geleitet werden. Der See wird bis zu 190 m tief sein, eine Fläche von 23 km² umfassen und etwa 2 Mrd. m³ Wasser beinhalten. Damit würde sein Wasservolumen in Deutschland nur vom Bodensee und vom Starnberger See übertroffen. Die wichtigsten Auswirkungen, die der Braunkohletagebau für die Umwelt bringt, sind zunächst die Kohlendioxidemissionen bei Verbrennung der Braunkohle in den benachbarten Braunkohlekraftwerken. Weiterhin führen die Grundwasserabsenkung zur Schädigung von Feuchtgebieten und der Abraum zu einer Übersäuerung des Bodens. Zuletzt ist die Feinstaubbelastung zu nennen, die in der Region sehr hoch ist. Die Teilnehmenden fuhren als eine der letzten Gruppen mit einem Bus direkt in den Tagebau und staunten über dessen riesige Dimensionen, die mit Blick von oben lange nicht so groß gewirkt hatten. Die lange Strecke durch den Tagebau, die steilen Abraumkanten, die unterschiedliche Dicke der Flöze konnte man von unten sehr gut erkennen wie auch die mehrere Meter hohen Lössschichten über der Braunkohle. Kaum zu fassen war die Höhe des Baggers, den die Teilnehmenden aus unmittelbarer Nähe ausführlich bestaunen konnten. Über 100 m hoch ragte er über ihre Köpfe und fraß sich unablässig Schicht um Schicht weiter in den Boden. Auf dem Rückweg zum Hotel waren viele Teilnehmende von den Dimensionen tief beeindruckt. Zum festlichen Abendessen trafen sich die FLSF-Mitglieder im Restaurant La Cottoneria. Das Dreigangmenü sowie die Getränke schmeckten ausgezeichnet, die Stimmung war angeregt und fröhlich. Auf Masse folgt Klasse Samstagmorgen ging es dann im eigenen PKW ins benachbarte Jüchen zum Schloss Dyck, einem der kulturhistorisch bedeutendsten Wasserschlösser des Rheinlandes. Jens Spanjer, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schloss Dyck und Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur, begrüßte die FLSF-Mitglieder und übernahm persönlich die Führung durch den wunderbaren Park. Foto 1: Teilnehmer der Jahrestagung am Rand des Tagebaus Garzweiler. (Alle Fotos: J. Rohrbach) Foto 2: Gigantismus pur: Ein Bagger bei der Arbeit. Die verschiedenen Schichten der Ablagerungen sind deutlich zu erkennen.

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