greenkeeper 04-2024

RASEN · TURF · GAZON 4/2024 83 Auf dem rund 53 ha großen Areal finden sich wertvolle Gehölze, die in Alter und Artenreichtum europaweit ihresgleichen suchen. Rieseneibe, Mammutbaum, Sumpfzypresse und Tulpenbaum, die Korea-Pappel oder der Geweihbaum präsentieren sich ebenso wie ausladende Rhododendren. Zwischen 1820 und 1835 wurde der Schlosspark als früher englischer Landschaftsgarten von Schlossherr Fürst Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck, einem passionierten Botaniker und Pflanzensammler, beauftragt und vom schottischen Gartenarchitekten Thomas Blaikie angelegt. Jens Spanjer wies auf verschiedene Ausfälle und Probleme bei alten Bäumen durch Trockenheit und den Klimawandel hin und beschrieb neue Lösungsansätze bei der Bewässerung oder für die Auswahl neuer Arten. Der Pflegezustand des gesamten Areals präsentierte sich hervorragend. Die Stiftung erzeugt über vielfältige Projekte, Aktionen, Veranstaltungen so viel Aufmerksamkeit, dass sie durch die hohen Besucherzahlen in der Lage ist, ohne öffentliche Zuschüsse auszukommen. Den Tagungsausklang bildete die Exkursion zur Museumsinsel Hombroich in Neuss. 1987 vom Düsseldorfer Kunstsammler Karl-Heinrich Müller eröffnet, umfasst die Museumsinsel ein Landschaftsschutzareal von 21 ha mit zehn begehbaren, teils als Ausstellungsgebäude genutzten Skulpturen. Hierbei handelt es sich um freistehende Ausstellungspavillons und restaurierte Gebäude am Nordufer der Erft in einer renaturierten Park- und Auenlandschaft. Unter dem Motto „Kunst parallel zur Natur“ werden Kunst und Natur sinnlich erfahrbar gemacht, auf künstliche Beleuchtung, auf Beschilderungen, Bildlegenden, Absperrungen etc. sowie jegliche Didaktik wird verzichtet. Aus einem verwilderten Park wurde in Zusammenarbeit mit mehreren bildenden Künstlern ein Konzept verwirklicht: eine Kunstsammlung in dezentralen Ausstellungspavillons und im Dialog mit der umgebenden Natur. Die Planung der Gebäude übernahm der Düsseldorfer Bildhauer Erwin Heerich. In einigen dieser Bauten ist die Kunstsammlung Karl-Heinrich Müllers untergebracht, darunter Werke sehr bekannter Künstler, aber auch Kunst der Khmer und Kunstwerke aus dem frühen China. Im Gegensatz zur gängigen Museumspraxis sind die Exponate nicht chronologisch oder nach Stilrichtungen geordnet; es gibt in den verschiedenen Pavillons einen inszenierten Dialog zwischen traditioneller asiatischer und moderner europäischer Kunst – zum Beispiel finden sich Skulpturen aus dem frühen China vor abstrakten Farbflächenbildern aus dem 20. Jahrhundert. Bei bedecktem Wetter nahmen die FLSF-Mitglieder einen kurzen Mittagsimbiss zu sich. Danach verabschiedete Dr. Baader sie mit dem Wunsch, sich im kommenden Jahr wiederzusehen. Autor: Jürgen Rohrbach E-Mail: info@flsf.de Foto 3: Schloss Dyck: Eines der bedeutendsten Wasserschlösser im Rheinland mit artenreicher Parklandschaft. Foto 4: Teilnehmer bestaunen die wertvollen Gehölze während der fachkundigen Führung durch von Park von Schloss Dyck.

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