84 RASEN · TURF · GAZON 4/2024 Striegel-Intervalle im Vergleich auf der Sportrasenfläche im Südstadion Köln* Schwalm, M., bearbeitet von H. Nonn Zusammenfassung Auf einer Sportrasenfläche wurden die Auswirkungen verschiedener Striegelintervalle im Hinblick auf die Qualitätsparameter Narbendichte, Filzdicke, Blütenbildung von Poa annua, Drehwiderstand und Oberflächenhärte getestet. Ein weiteres Kriterium war die Bonitur der Rasenoptik. Auf dem Spielfeld des Südstadions in Köln wurden vier Versuchsfelder in jeweils vier Parzellen unterteilt. Eine Parzelle wurde im Versuchszeitraum nicht gestriegelt, die anderen Parzellen wurden in den Intervallen von zwei, drei und vier Wochen gestriegelt. Durch den Einsatz des Striegels wurde je nach Striegelrhythmus unterschiedlich viel organische Masse aus der Grasnarbe herausgearbeitet. Dies führte zu einer deutlichen Reduzierung der Filzdicke, wobei den besten Effekt das Striegeln alle zwei Wochen erzielte. Mit dieser Intensität konnte auch die höchste Reduktion der Blütenbildung von Poa annua erzielt werden. Zudem wurde die Narbendichte in allen drei Striegelvarianten im Vergleich zur unbehandelten Parzelle gesteigert. Weitere Effekte des Striegelns waren eine Verbesserung des Schnittbilds und der Rasenoptik. Die Qualitätsparameter Drehwiderstand und Oberflächenhärte wurden durch das Striegeln nur marginal beeinflusst. Summary The effects of different harrowing intervals were tested on a sports turf area with regard to the quality parameters of sward density, thatch thickness, flower intensity of Poa annua, shear resistance and surface hardness. Another criterion was the assessment of turf aesthetic aspect.. Four test fields were divided into four plots each on the pitch of the Südstadion in Cologne. One plot was not harrowed during the test period, while the other plots were harrowed at intervals of two, three and four weeks. By using the harrow, different amounts of organic matter were removed from the sward depending on the harrowing rhythm. This led to a significant reduction in thatch thickness, with the best effect being achieved by harrowing every two weeks. The highest reduction in Poa annua flower formation was also achieved with this intensity. In addition, the sward density was increased in all three harrowing variants compared to the untreated plot. Further effects of harrowing were an improvement in the cutting performance and the turf aesthetic aspect. The quality parameters shear resistance and surface hardness were only marginally affected by harrowing. Einleitung und Problemstellung Ein Fußballrasen soll den Spielern zu jeder Jahreszeit die bestmöglichen Spielfeldbedingungen bieten. Dies gilt vor allem für den Profifußball. Die Spieler benötigen u.a. eine feste, ebene Spieloberfläche und eine dichte Grasnarbe mit ausreichender Scherfestigkeit. Hierfür spielen neben den physikalischen Eigenschaften der Rasentragschicht vor allem der Rasenfilz und der Gräserbestand eine wichtige Rolle. Im Idealfall besteht die Grasnarbe aus Deutschem Weidelgras (Lolium perenne) und Wiesenrispe (Poa pratensis). Sie sind belastbar und bieten eine gute Scherfestigkeit Häufig sind jedoch auch unerwünschte Gräser wie z.B. Jährige Rispe (Poa annua) oder Gemeine Rispe (Poa trivialis) im Bestand vorhanden. Überschreiten deren Anteile ein gewisses Maß, wirkt sich das negativ auf die Spielfeldeigenschaften wie z.B. eine nachlassende Scherfestigkeit aus. In der vorliegenden Arbeit werden Ergebnisse zur mechanischen Kontrolle von Rasenfilz und unerwünschten Gräserarten in einem Fußballrasen vorgestellt. Das Südstadion Köln ist die Heimspielstätte des Regionalligisten SC Fortuna Köln. Das Spielfeld wurde in der Sommerpause 2015/2016 nach dem Einbau einer Rasenheizung renoviert und ein Fertigrasen aus Wiesenrispe und Deutschem Weidelgras verlegt. Bis 2022, dem Jahr der Versuchsdurchführung, hat sich dort ein Anteil an Fremdgräsern der Arten Poa annua und Poa trivialis in Höhe von ca. 70 % etabliert. Zwar waren die Spieleigenschaften des Spielfeldes den Spielern zufolge noch zufriedenstellend, aber auf längere Sicht verbesserungswürdig. Die Spieloberfläche war durch die liegenden Gräser und den Rasenfilz zu weich. Beim Mähen konnten die Gräser mit flachem Seitenwuchs nicht mehr erfasst werden, was ein ungleichmäßiges Schnittbild zur Folge hatte. Ein weiterer Negativpunkt war weiterhin die ausgeprägte Blütenbildung von Poa annua. *Auszug aus der praxisbezogenen Aufgabe (Hausarbeit) für die Fortbildungsprüfung zum Geprüften Head-Greenkeeper Sportplatzpflege an der DEULA Rheinland, 2023. Rasenfilz verschlechtert die Qualitätseigenschaften des Sportrasens. (Foto: H. Nonn)
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