86 RASEN · TURF · GAZON 4/2024 die U21 Mannschaft sowie das Frauenteam von Fortuna Köln jedoch jeweils nur ein Spiel im Südstadion. Eine zusätzliche Belastung erfuhr das Spielfeld im Zeitraum von Juni bis August durch sechs American FootballSpiele der Cologne Centurions, welche in der European League of Football spielen. Die weitere Nutzung der Anlage beschränkte sich auf die Laufbahn und auf die Sprunggrube, diese werden im Sommer von Schulklassen für die Ausrichtung ihrer Bundesjugendspiele verwendet. Rasenpflege Während der Versuche wurde der Platz wie gewohnt bearbeitet. Die Schnitthöhe lag ganzjährig bei 25 mm. Gemäht wurde in der Regel mit einem TriplexSpindelmäher. Vor den Spieltagen wurde ein Walzenmäher verwendet. Hierdurch sollten das Schnittbild verbessert und die Oberfläche fester und ebener werden. Im März erfolgte eine Nachsaat mit einer Regenerations-Mischung WM Rasen RSM 3.2. Im Juli wurde der Platz mit einem Lochabstand von 4x4 cm mit Hohlspoons bearbeitet. Vorher wurde der Platz mit 25 t gewaschenem Rheinsand 0/2 besandet, anschließend wurden die "Cores" verschleppt und der verbliebene Rasenfilz aufgesammelt. Weiterhin wurde der Platz alle 6 bis 8 Wochen mit Vollspoons aerifiziert. Etwa alle 12 Wochen erfolgte ein leichtes Topdressing mit gewaschenem Rheinsand 0/2 mm. Die Nährstoffversorgung erfolgte ausschließlich durch den Einsatz von mineralischen Rasendüngern. Die zugeführten Nährstoffmengen betrugen: 41,6 g/m² N, 5,9 g/m² P2O5, 30,7 g/m² K2O, und 6,6 g/m² Mg. Versuchsflächen und -durchführung Für die Versuchsdurchführung in vierfacher Wiederholung wurden vier gleichmäßig belastete Felder innerhalb des Spielfeldes definiert. Die vier Versuchsfelder wurden dann nochmal in jeweils vier Parzellen mit unterschiedlicher Striegelintensität unterteilt, sodass sich in Summe 16 Versuchsparzellen ergeben (Abbildung 3). Ein Versuchsfeld ist 30,25 m² groß und die Gesamtgröße aller Versuchsfelder beläuft sich auf 484 m². Der Versuch wurde über einen Zeitraum von fünf Monaten von Mai bis Oktober durchgeführt. Das Striegeln erfolgte mit einem Rasenstriegel mit Federzinken als Anbaugerät an einen Kubota Traktor (Abbildung 4). Die Striegelintervalle wurden wie folgt gestaffelt: • Parzelle 0: Ohne Striegeln • Parzelle 2: Striegeln im 2-WochenRhythmus • Parzelle 3: Striegeln im 3-WochenRhythmus • Parzelle 4: Striegeln im 4-WochenRhythmus Versuchsdurchführung Die Versuchsflächen wurden einen Tag vor dem Striegeln mit einem TriplexMäher auf eine Schnitthöhe von 25 mm gemäht, damit bei jedem Versuchsgang eine gleichmäßige Ausgangshöhe gegeben war. Mit einem Handsichelmäher (Toro Prostripe) wurde direkt nach dem Striegeln die bearbeitete Fläche gemäht (Abbildung 5). Das im Fangkorb aufgenommene Striegelgut einer Parzelle wurde anschließend mittels einer Kofferwaage gewogen, um die anfallende organische Masse zu ermitteln (Abbildung 6). Zur Messung der Filzdicke in Anlehnung an DIN EN 12232 (DIN, 2003a) wurde monatlich mit Hilfe eines Locheisens eine Probe entnommen und die Dicke mit einem Meterstab gemessen (Abbildung 7). Die Narbendichte und der prozentuale Anteil der Blüten von Poa annua wurden ebenfalls monatlich mit Hilfe eines Schätzrahmens nach DIN EN 12231 (DIN, 2003b) ermittelt. Alle zwei Monate wurde der Drehwiderstand mit dem Leichten Drehwiderstandsgerät (DFL, 2022; Abbildung 8) in den einzelnen Parzellen gemessen. Pro Parzelle wurden drei Einzelmessungen durchgeführt und gemittelt. Die Ergebnisse werden in Nm angegeben. Die Oberflächenhärte wurde mit einem Clegghammer gemessen (DFL, 2022 ; DIN, 2006). Die Messungen erfolgten alle zwei Monate in dreifacher Wiederholung pro Parzelle. Als Maßeinheit werden bei der Ermittlung der Platzhärte Gravitätseinheiten (Gm) verwendet. Abb. 3: Lage der Versuchsfelder 1 bis 4 und Versuchsparzellen. (Foto: Drohnenfoto vom Südstadion und dem Gebäude des Klubs Fortuna Köln by Marco Verch under Creative Commons 2.0. Bearbeitet von M. Schwalm) Abb. 4: Schleppergezogener Anbaustriegel. (Foto: M. Schwalm) Abb. 6: Bestimmung des Gewichts des Striegelguts mit einer Kofferwaage. (Foto: M. Schwalm) Abb. 5: Handsichelmäher zur Aufnahme des Striegelguts. (Foto: M. Schwalm)
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