92 RASEN · TURF · GAZON 4/2024 Entwässerung der Trainingsflächen wurden rund 7.000 m Drainageleitungen verlegt und für die Bewässerung 106 Versenkregner eingebaut (HEILER, 2022). Mit dieser Ausstattung liefert der DFB Campus hoffentlich die Grundlage für den Fußball-Weltmeister 2026. Sebastian Breuing gab den Teilnehmenden ebenfalls noch Einblick in laufende Forschungsprojekte am Campus. Hier wird untersucht, inwieweit C4-Gräser in Zukunft unter mitteleuropäischen Klimabedingungen auf Fußballfeldern zum Einsatz kommen könnten. Fertigrasenproduzent Büchner Weiter ging es für die Teilnehmenden der 8. ETS-Konferenz nach Alsbach an der Bergstraße zum Fertigrasenproduzent Büchner. Dort wurden die Teilnehmenden herzlich bei einem Mittagsimbiss und einer Vorstellungsrunde der Firma in Empfang genommen. Büchner Fertigrasen wurde 1977 gegründet und 1995 übernahm Thomas Büchner die Firma von seinem Vater. Mittlerweile produziert die Firma Büchner mit ihren über 20 Mitarbeitern auf rund 200 ha Natursandbodens nicht nur Rollrasen für die Hausgärten der Region, sondern auch Rollrasen für die ganze Welt, wie zum Beispiel Italien, Griechenland, Usbekistan und Lettland (BÜCHNER-FERTIGRASEN, 2024a). Der Fertigrasenproduzent Büchner stellt Fertigrasen für die unterschiedlichsten Verwendungszwecke her, so reicht die Produktpalette vom Sportrasen „Kentucky Blue“, der im Stadion und auf Sportplätzen Verwendung findet, über Fairwayrasen für Golfanlagen bis hin zu speziellem Schattenrasen für Halbschattenlagen, der aber auch bei absoluter Sonne bei richtiger Pflege vital bleibt. Das Produkt wird abgeschält und in unterschiedlichen Rollengrößen versandfertig hergestellt. Hier reicht die Größe von Standardrollen mit einer Rollenbreite von 40 cm und Rollenlänge von 250 cm bis hin zu Superrollen mit einer Breite von 120 cm, einer Rollenlänge von 16 m und einer Rollenstärke von bis zu 4 cm. Die Teilnehmenden konnten sich den Schälprozess der Rollen auf der Anbaufläche mit den großen Maschinen direkt anschauen (2024b). Golfclub St. Leon-Rot Als letzter Exkursions-Punkt ging es in die Kurpfalz zum Golf Club St. LeonRot, der 1997 vom jetzigen Ehrenpräsident Dietmar Hopp eröffnet wurde. Seitdem wurden bereits viele internationale Turniere in St. Leon-Rot gespielt, welche unter anderem auch schon Tiger Woods auf die Golfanlage lockte (Golf Club St. Leon-Rot, 2024a). St. Leon-Rot hat vier unterschiedliche Plätze: Der Platz Rot ist mit 6.587 Metern der längste 18-Löcher-Platz. Er wurde in die bestehende Flussauenlandschaft integriert und viele Teile wurden als Biotop erhalten (Golf Club St. Leon-Rot, 2024b). St. Leon ist als Platz mit 6.541 Meter nur geringfügig kürzer und hat ebenfalls 18-Löcher. Die Architektur erinnert an schottische und irische Golfanlagen (Golf Club St. Leon-Rot, 2024c). Zusätzlich gibt es noch einen Kurzplatz und für die kleinen Gäste einen Bambiniplatz, auf dem die Profis von Morgen üben (Golf Club St. Leon-Rot, 2024d). Die Teilnehmenden bekamen in Gruppen einen umfangreichen Einblick in die Golfanlage. Unter anderem über die Artenvielfalt, die mit 357 Pflanzen und 592 Tierarten außergewöhnlich hoch ist (Golf Club St. Leon-Rot, 2024e). Außerdem wurden Einblicke in das Pflegemanagement der Golfanlage gegeben. So werden beispielsweise Drohnen verwendet, um eine Platzanalyse durchzuführen. Aufkommende Schäden können so früher erkannt werden (Golf Club St. Leon-Rot, 2024f). Zusätzlich wurden den Teilnehmenden alle Teile der Golfplatzpflege in St. Leon Rot von Grundpflege bis Renovation erklärt und gezeigt. Der Exkursionstag wurde bei einem Abendessen und erneut interessanten Gesprächen im Clubhaus beendet. Für einige Teilnehmenden ging es am nächsten Tag noch auf kulturelle Exkursion ins Kloster Eberbach. Fazit Die 8. Konferenz der European Turfgrass Society war eine informative und spannende Konferenz mit vielen unterschiedlichen Eindrücken aus der Rasenbranche. Sie hat mal wieder gezeigt, Abb. 5: Gruppenführung über den Golf Club St. Leon-Rot. (Foto: M. Karle) Abb. 4: Vorführung der Firma Büchner Fertigrasen zum Produktionsablauf von Fertigrasen. (Foto: M. Karle)
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