golfmanager 01/2025

golfmanager 30 JAHRE DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE UND BETREIBER AUSGABE 1/25 • G 14043 Köllen Druck+Verlag GmbH | Ernst-Robert-Curtius-Str. 14 | 53117 Bonn GOLF MANAGEMENT VERBAND DEUTSCHLAND

Bei Besuch des dreitägigen GMVD-Golfkongresses können Sie bereits mindestens 50 % des Jahressolls in den Kategorien „Fortbildung“ sowie „Verbandsaktivität und Sonstiges“ abdecken. www.gmvd.de · www.gmvd-ccm.de · www.golfkongress.de Einsendeschluss der Graduierungsunterlagen: 31.03.2025 Der GMVD macht Clubmanager fit für die Zukunft! Wir gratulieren dem CCM-Graduierungsjahrgang 2024!

Gehen Sie mit uns online – gmgk-online.de 1 / 25 golfmanager EDITORIAL / INHALT I NHALT MAKE GOLF GREAT (AGAIN) Da ist sie: die neue Ausgabe des golfmanager. Sie kommt bewusst etwas ,anders‘ daher: Mehr Umfang und deshalb mit Klebebindung. Schon beim ersten Blättern treffen Sie einige Kollegen und Autoren aus den Anfangszeiten unseres Magazins. Ergänzt wird dies durch zahlreiche Grußworte und Statements, die bei uns in den letzten Wochen eingingen. Der Grund: Mit der Ausgabe 1/25 erscheint der golfmanager im 30. Jahr – für uns ein Grund zu feiern. Mir persönlich sind nicht viele (Fach) Magazine bekannt, die 30 Jahre oder mehr als 170 Ausgaben überdauert haben. Sehen Sie uns daher ein wenig Stolz in eigener Sache nach, doch unser vorderstes Interesse war und ist es, die Branche mit unseren Magazinen zu unterstützen und Impulse zu geben: ‚Make Golf great‘, so der unausgesprochene Gedanke dahinter. In einem Sonderteil ‚30 Jahre golfmanager‘ haben wir langjährige Weggefährten und Branchenexperten gebeten, diese Zeit aus ihrer Sicht Revue passieren zu lassen. Was war gut, was weniger, gibt es auch in der Golfbranche die ,gute, alte Zeit‘? Oder versprechen gerade die kommenden Jahre besondere Spannung – mit viel Potenzial und Chancen, aber auch Risiken? Oder wird der Alltag längst durch Regulierungen, Kostendruck und dem Anspruch der Mitglieder gesteuert und bleibt zu wenig Spielraum für das eigene Gestalten? Vor einigen Jahren sagte mir ein Branchenkenner: „Ich habe das letzte Magazin noch nicht gelesen, es liegt noch bei mir auf dem Schreibtisch?“ Auch wenn die Aussage durchaus kritische Elemente hat – und uns mit der stets im Raum stehenden Frage nach der künftigen Bedeutung von Printmagazinen konfrontiert – habe ich mich über diese Bemerkung gefreut. „Es liegt noch …“ unterstreicht: Ein Magazin will aktiv (gelesen oder nicht) weggeworfen oder archiviert werden – und es gibt eine ganze Reihe von Lesern, die den golfmanager seit der ersten Ausgabe aufbewahren. ‚Make Golf great again‘ – selten hatte ein so Golf-affiner Präsident in den USA das Sagen. Kaum im Amt, hat sich der 47. Präsident der USA persönlich der Wiedervereinigung des Profigolfs im Zeitalter von PGA Tour und LIV Golf angenommen. Gerade dies zeigt: Die Mentalität in Deutschland und Europa ist anders. Wir durchdenken alles von allen Seiten, statt einem ,Deal‘ streben wir nach Gewissheit des Erfolgs und möglichst wenig Reibung. ‚Verwalten statt Gestalten‘ ist oftmals die Folge davon. Mut macht, dass mit dem voraussichtlich neuen Bundeskanzler Friedrich Merz ebenfalls ein Golfer an die Spitze der deutschen Politik kommt. Ob der deutsche Golfsport, beispielsweise durch eine Abkehr von mancher Regulierungswut gerade auf europäischer Ebene, davon profitieren kann, wird die 30 Jahre golfmanager Wie alles begann … 2 30 Jahre FachInformationen – auch eine Herzensangelegenheit 4 Matthias Nicolaus: Mann der ersten Stunde und erster Gratulant 6 Gemeinsam voller Zuversicht in die Zukunft 7 Bollwerke im Brackwasser der Beliebigkeit 8 Der golfmanager als Teil der Golfgeschichte Deutschlands 12 Gemeinsam für das Golfhaus der Verbände 14 Viel erreicht und noch viel zu tun 16 30 Jahre golfmanager: Rückblick, Ausblick, Weitblick 17 Evolution einer Branche 18 Web und IT im Golf – ein Rück- und Ausblick 22 Der persönliche Golf-Film 23 Herausforderungen und Chancen der letzten und nächsten 30 Jahre 24 30 Jahre Golf-Marketing zwischen Tradition & Innovation 28 Entwicklung des Golfmarktes seit Mitte der 1980er Jahre 32 Tradition trifft auf Innovation 36 LGCG: Was uns verbindet: Die Lust auf Wissen 37 Golfplatzdesign: Professioneller & differenzierter 38 Unsere Partnerseite 42 Management I Befürchteter Rückgang bisher nicht eingetreten 44 Kommentiert: DGV-Statistiken sind kein Golf-Barometer 45 Management III Studie Zukunft Golf: Unterricht – Potenzial längst nicht ausgeschöpft 82 Boris Kopsch, CCM 4 (2024): Clubmanager als Berater 90 Persönlichkeitstest: Ehrgeizfallen und Ehrgeiztipps 94 Vereinsratgeber 96 Marketing Mit Google reservieren – Terminbuchung für Golf 100 Zum Wert von Sportart-übergreifender Vernetzung 102 Golfplatz Zugelassene und genehmigte PSM, Update: Feb. 2025 98 Leading Golf Clubs of Germany 106 Golfsport 108 Namen und Nachrichten PGA Show 2025: Fokus Daten-basierte Produkte und Erlebnisse 111 Die letzte Seite: Zum Träumen 120 Impressum 118 Management II Zur Person Bernhard May 59 Verbesserte Kommunikation durch KI-Chatbots 64 Die Zukunft der Golfbranche aktiv mitgestalten 68 Deutsches Golf mit hohen Überkapazitäten 70 GMVD Vorwort 48 Termine/Wir begrüßen im GMVD 49 GMVD-News 50 Jahresthema 2025: Longevity 51 BVGA Vorwort 74 Save the Date: 14. Internationaler Golffachkongress 75 BVGA-Service 79 Neu im BVGA 80 1

2 30 JAHRE GOLFMANAGER golfmanager 1 / 25 Zeit weisen. Sicherlich werden andere Themen Vorrang haben – doch gerade eine wieder erstarkende Wirtschaft würde auch dem deutschen Golf helfen: nicht nur hinsichtlich weiterer Golfer, sondern auch bei der Akquisition von Sponsoren. ,Bewegen‘ war stets der Anspruch des golfmanager – aber als Miteinander! Die enge Verbindung und Abstimmung mit unseren Kooperationspartnern GMVD und BVGA, und zunehmend auch – etwas loser – mit zahlreichen weiteren Branchenpartner, unterstreicht dies. Auch das macht uns stolz! Erlauben Sie mir zum Schluss noch ein paar persönliche Worte: Eine kleine Redaktion wie die unsere ist finanziell und personell eingeschränkt. Dass es über die vielen Jahre gelungen ist, immer wieder tolle Autoren zu finden, die unbestritten zu den Topleuten der Szene gehören, ist nicht selbstverständlich. Einige davon agieren als meine ‚Augen und Ohren‘ im Markt – der Titel ‚Senior-Editor‘ wurde hierfür kreiert. Schreibende Branchen-Experten wie Michael Althoff, Beate Licht, Prof. Dr. Rüdiger Falk, Horst Schubert, Peter Rücker und viele weitere sind mir zudem kluge Ratgeber, oftmals weit über das rein Berufliche hinaus. Ähnliches gilt für Franz Josef Ungerechts, meinen Vorgänger, mit dem mich bis heute ein freundschaftliches Verhältnis verbindet – er feiert dieses Jahr übrigens seinen 80.: „Aus dem Redaktionsteam wirst Du trotzdem nur auf eigenen Wunsch entlassen, lieber ,FJU‘!“ Auch unsere Werbe-Partner sollen nicht vergessen werden: „Ohne Sie und Euch ginge es nicht!“ Sichtbarkeit und Unterstützung für die Golfbranche gehen hier Hand in Hand. Und zu guter Letzt möchte ich unsere Unternehmensspitze nennen: Klaus-Jürgen Bleeck, der verstorbene, weitsichtige Verleger und Vater des heutigen Geschäftsführers Bastian, war bis zum Schluss der wohl kritischste Leser. Jede Ausgabe ,arbeitete‘ er durch, um im Nachgang einen ausführlichen Report zu geben. Bastian ist da anders, er ist mehr der geschickte Unternehmer, der aber ein sehr feines Gespür dafür hat, wen er führen muss und wen er ,laufen‘ lassen kann. Beiden war/bin ich dankbar. Ach ja, und wenn wir gerade beim ,Fliegen‘ sind: Michael Althoff war in diesem Jahr wieder auf der PGA Show in Orlando und brachte viel Interessantes mit: Wussten Sie, dass Google auch in Europa eine Online-Startzeitenbuchung direkt aus der Google-Suche ermöglicht? Wenn nicht, lesen Sie am besten gleich den Beitrag in der Rubrik ,Marketing‘. Seien Sie versichert: Die Themen gehen uns so schnell nicht aus. Die Motivation ist da, gute Autoren und Partner stehen an unserer Seite, und wenn aus der Leserschaft weiterhin so freundliche Zeilen – wie in dieser Ausgabe eingebunden – bei uns eingehen, gilt auch in Zukunft: Eine gute Lektüre, bleiben Sie „FachInformiert“, Ihr Stefan Vogel WIE ALLES BEGANN ... Nach 30 Jahren: Gedanken eines Ehemaligen 30 Jahre golfmanager, das sind 176 Ausgaben von der ersten, noch recht dünnen Ausgabe, bis zur heutigen, vielseitigen Fachinformation. Der Aufstieg macht uns stolz – ,uns‘ heißt in diesem Fall den Verleger, den Chefredakteur und den ,Nowhere-Man‘, der auch im 15. Jahr seines Rentnerdaseins in Mönchengladbach lebt und interessiert den Golfbereich beobachtet. Aber es sind schöne Erinnerungen, die ich gerne in diesem Sonderheft teilen möchte. Bei der Gründung des Golf Management Verbandes Deutschland (GMVD) 1994 war ich nicht dabei. Leider muss ich da nicht sagen, denn zu meinem Glück suchte Klaus-Jürgen Bleeck, der damalige Verleger und Vater des jetzigen Geschäftsführers Bastian Bleeck, nach vier recht sparsamen Jahren und zwei nicht so gelungenen Versuchen, einen Chefredakteur und Verlagsleiter für die Fachzeitschriften der damaligen Hortus-Zeitschriften. Schon meine Bewerbung machte Klaus-Jürgen, trotz meines Alters von fast 50 Jahren, neugierig; und bei der ersten Vorstellung sprang er mit den Worten „Ja, Sie sind es!“ nahezu auf mich. Es entwickelte sich nicht nur ein Gleichklang der Gedanken für den Fachbereich, sondern dazu auch eine aus Vertrauen bestehende Freundschaft. Diese ging soweit, dass ich nicht nur Ghostwriter für seine Editorial war, sondern auch sein ,Gedächtnis‘, wenn wir uns bei den Messen Golf-Europe und Fairway unters Volk mischten. Die Frage „Kenn ich den, duz‘ ich den“, musste ich öfter beantworten. Die Betreuung des GMVD überließ er mir und es gelang, die Golfmanager der ersten Stunde stärker an den Verlag zu binden. Es entstanden für mich starke Freundschaften und beste partnerschaftliche Beziehungen. Aus diesen Verhältnissen heraus, schreibt Matthias Nicolaus, wuchs der golfmanager: „Klein, kompakt und kaum vergleichbar mit den heutigen Ausgaben, die ein breites Themenspektrum ab-

30 JAHRE GOLFMANAGER 3 decken und die Entwicklung des Golfmarktes widerspiegeln.“ Mit der Zeit wuchs der Bestand an hauptberuflichen Golfmanagern und aus ,Zitronenfaltern‘, die keine Zitronen falten, so die schon fast billionenfach geäußerte böskritsche Stimme aus München, wurden mit der Zeit gute Manager, die Golf ,managen‘ konnten. Auch ein Erfolg unserer Fachzeitschrift. Hubert Oswald (Unser ,Hubsi‘) beurteilte vor Jahrzehnten deren Stellenwert so: „Natürlich musste man als junger Golfmanager in den ersten Berufsjahren viel lernen, aber ich habe sehr oft die Fachartikel meiner Kollegen genutzt und umgesetzt.“ Ähnlich äußerte sich jetzt Thomas Schumann, ein Manager der heutigen Zeit, General Manager GP Schloss Wilkendorf: „Seit mehr als 20 Jahren bin ich in der Golfbranche aktiv und werde seitdem vom golfmanager begleitet. Mittlerweile 30 Jahre sind ein Grund, stolz zu sein und ich bin der festen Überzeugung, dass ich heute nicht zuletzt dank des golfmanager meinen Job besser verstehe und ausführen kann. Die kürzlich gestellte Frage, ob FachMedien noch zeitgemäß sind, beantworte ich mit einem klaren Ja: Wir brauchen das Magazin!“ 1998 gründete sich der Bundesverband Golfanlagen (BVGA), auch hier wurden wir offizielles Verbandsorgan. Der damalige Geschäftsführer und heutiges Vorstandsmitglied sowie Geschäftsführer der „BVGA Wirtschafts GmbH“ Thomas Hasak wollte die Vernetzung mit dem nach seinen Worten „Mercedes unter den Golfzeitschriften“. Auch die enge Verbindung unserer Fachzeitschrift mit dem Deutschen Golf Verband (DGV) stärkte unseren Ruf und damit auch die Auflage. Alle diese Verbindungen konnte mein Nachfolger Stefan Vogel, den ich einarbeiten durfte, 2011 übernehmen, nutzen und zur heutigen Stärke ausbauen. Damit ist ,KöllenGolf‘ seit 30 Jahren Marke und Gütezeichen des Bonner Medienhauses Köllen Druck+Verlag, als Herausgeber der Fachzeitschriften golfmanager, Greenkeepers Journal und Rasen-Turf-Gazon – bestens bekannt und ein wichtiger Bestandteil der Golfszene. Meinen Glückwunsch Stefan, damit entlasse ich Dich aus dem Status ,Adlatus‘. Du hast fertig.  Franz Josef Ungerechts Ehem. Chefredakteur Köllen-FachInformationen und Verlagsleiter Autorenporträts und Kontaktdaten vieler Autoren finden Sie unter gmgk-online.de/gm-autoren Hier entstehen die FachMagazine golfmanager und Greenkeepers Journal, die Golf-Regelwerke und viele weitere Drucksachen – übrigens: seit 2023 unter dem Motto „Printed by Köllen & Sun“. Der Senior K.J. Bleeck an alter Wirkungsstätte Zum Verlag geht es die Treppe hoch: Frühere und aktuelle Kollegen, 2024 Die „Golfwelt“ (mit Vertretern von PGA, DGV, GVD und GMVD) in Bonn-Buschdorf zum redaktionellen Austausch (2016) (Alle Fotos: KDV)

4 30 JAHRE GOLFMANAGER golfmanager 1 / 25 "Bei FachInformationen hat das gedruckte Wort noch einen hohen Stellenwert – trotzdem müssen wir den Markt beobachten und sinnvolle Entwicklungen in unsere Kommunikationskanäle mit integrieren." VIEL WASSER FLOSS DREI JAHRZEHNTE DEN RHEIN HINUNTER ... 30 Jahre FachInformationen – auch eine Herzensangelegenheit der Verlegerfamilie Klaus-Jürgen Bleeck, der verstorbene Senior der Verlegerfamilie Bleeck, war Mitbegründer des Golf Management Verband Deutschland (GMVD) und brachte wenige Monate nach Gründung desselben den golfmanager heraus – vor 30 Jahren. Heute zeichnet sein Sohn Bastian als Geschäftsführer für die Geschicke des Bonner Druck- und Medienhauses verantwortlich. Seine „Blattmacher“ Franz Josef Ungerechts und Stefan Vogel sprachen mit ihm. ? Herr Bleeck, lieber Bastian, kannst Du Dich noch erinnern, wie es zum ersten golfmanager kam? ! Mein Vater Klaus-Jürgen wurde erst mit Übernahme des Hortus-Verlages Mitte der 1990er Jahre Golfer. In dem Zusammenhang kam er dann auch mit dem Kreis um Matthias Nicolaus, Bernhard Lindenbuß und einigen anderen zusammen. Als Unternehmer waren ihm Verbandsstrukturen nicht fremd, deswegen war er auch rasch dabei, den Golf Management Verband Deutschland im Herbst 1994 mit zu gründen. Und natürlich wusste er als Verleger auch um die Bedeutung eines eigenen FachMagazins. ? Wie war das dann mit der GMVDGründung? ! Zur Gründung selbst empfehle ich die von meinen beiden Chefredakteuren mit dem GMVD 2019 erstellte GMVD-Chronik (grinst), das Magazin plante Vater parallel und sponn seine Fäden, auch hausintern bzgl. Strukturen, erste Geschäftsstelle für den noch jungen Verband etc. Und mit Franz Jupp fand er auch einen geeigneten Mitarbeiter, der mit viel Elan und Engagement das Projekt FachMagazin mit entwickelte. Was dann folgte, war/ist etwas, worauf ich heute noch stolz bin: Der golfmanager und die Partnerschaften mit dem GMVD – und bald darauf auch mit dem BVGA – entwickelten sich prächtig, Smartphones und Websites waren noch nicht weit verbreitet und es gab jede Menge Themen. ? War das Miteinander in und mit der Branche ähnlich harmonisch wie heute? ! Nicht immer, ich kann mich noch gut erinnern, dass Vater das Magazin bewusst nicht als Verbands-übergreifendes Medium ansah. Die damaligen Autoren und auch er selbst wurden nicht immer gern und von allen gelesen. Vater war auch zeitweilig in Wiesbaden mit einem Hausverbot belegt – kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. ? Gottlob ist „persona non grata“ kein vererbbarer Titel? ! (Lacht) Nein und auch er war nur kurzzeitig mit diesem WiesbadenBann belegt, was an vielen damals handelnden und weitsichtigen Personen lag – man raufte sich zusammen. ? Wann bist Du beim golfmanager ins operative Geschäft mit eingestiegen? ! Mit meiner Übernahme der Geschäftsführung 2002. Ich gebe aber zu, dass ich dem erfahrenen Franz Jupp viel freie Hand ließ – zurecht, wie sich gezeigt hat. ? Wie viele Publikationen aus dem Hause Köllen haben drei Jahrzehnte voll gemacht? ! Oh, da gibt es nicht sehr viele, was aber auch daran liegt, das der golfmanager, wie sein Pendant für die Platzpflege, das Greenkeepers Journal mit dem wissenschaftlichen RasenTurf-Gazon, auch immer eine Herzensangelegenheit meines Vaters waren – und damit auch für mich. ? Wirtschaftlich war der golfmanager früher erfolgreicher oder haben die Veränderungen in der Medienlandschaft bei den FachInformationen keine so schwerwiegenden Folgen gehabt? ! Natürlich war es in den Anfangsjahren so, dass das Magazin noch höhere Erträge abwarf. Man darf aber nicht vergessen, dass damals die Umfänge deutlich geringer waren und auch die wirtschaftliche Situation der Golfanlagen, der Verbände und der Industrie noch eine andere war. Bastian Bleeck, Geschäftsführer Köllen Druck+Verlag GmbH

30 JAHRE GOLFMANAGER 5 1 / 25 golfmanager ? Rechnet sich der golfmanager also noch? ! Als Mischkalkulation auf alle Fälle. Wir können mit dem Druckhaus den ein oder anderen Druckauftrag für unsere Partner ausführen und erleben generell eine bislang sehr faire Zusammenarbeit mit allen Branchenteilnehmern, gemäß dem Grundsatz „leben und leben lassen“. Auch durch die Erweiterung der Leserschaft, hin zu einem echten Branchenmagazin, konnte der golfmanager bis heute kostendeckend herausgebracht werden. ? Glaubst Du auch weiterhin an Print? ! Darauf antworte ich mit einem klaren Ja. Ich denke, gerade im Bereich FachInformationen hat das gedruckte Wort noch einen hohen Stellenwert. Klar ist aber auch, dass wir den Markt beobachten, neue Entwicklungen analysieren und ggf. in unsere Kommunikationskanäle mit integrieren müssen. ? Ein ganz persönliche Frage: Das unbedingte Vertrauen des Vaters in die Arbeit seiner „Blattmacher“ ging komplett auf Dich über? ! Ja, und wie schon zu Zeiten meines Vaters wurden wir damit nicht enttäuscht. Wenn es Probleme gab und gibt, steht meine Türe offen, ansonsten genügt mir ein regelmäßiger Austausch. Und nebenbei bemerkt: Das inhaltliche Ergebnis und die Zahlen bekomme ich ja ohnehin auf den Schreibtisch. Auch das ein oder andere offene Wort bei Veranstaltungen über die Akzeptanz der FachMagazine rechtfertigen dieses Vertrauen. ? Dann siehst Du also der Zukunft mit all den neuen Entwicklungen gelassen entgegen? ! Warum nicht? Wir sind mit unseren Partnerschaften im Buch- und Magazinbereich gut aufgestellt, auch bei den digitalen Medien machen wir große Fortschritte und zusammen mit meinem Team, den tollen Autoren und Unterstützern sehe ich keinen Grund für allzu großen Pessimismus. Es fließt also noch viel Wasser den Rhein (an Bonn vorbei) hinunter, bis der letzte golfmanager herauskommt. Auch von unserer Seite schönen Dank für das Vertrauen und die Freiheiten, die nicht nur Franz Josef, sondern auch ich und andere Kollegen bislang erfuhren. Ich hoffe, Du verzeihst, wenn ich jetzt nicht auf die nächsten 30 Jahre in dieser Konstellation mit Dir anstoße, denn dann schaue auch ich mir das Gedeihen des golfmanager gern etwas mehr aus dem „Off“ an.  Das Gespräch führten Franz Josef Ungerechts und Stefan Vogel. Moderne Druckmaschinen und motivierte Kollegen garantieren, dass die FachMagazine und weiteren Druckprojekte zur vollsten Kundenzufriedenheit produziert werden. (Foto: KDV) HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH Wertvolle Impulse Der golfmanager wird 30 Jahre und begleitet mich somit schon meine ganze berufliche Karriere. Seit 30 Jahren ist das Magazin eine unverzichtbare Quelle für viele in der Golfbranche. Als Präsident des Golf Management Verband Deutschland freue ich mich, dass dieses Magazin auch mir immer wieder wertvolle Impulse liefert. Inmitten des hektischen Arbeitsalltags nehme ich mir gerne 30 bis 60 Minuten Zeit, um mich in einen der Fachartikel zu vertiefen und neue Ideen für die Arbeit auf meiner Golfanlage zu gewinnen. Das Magazin hat sich als ständiger Begleiter erwiesen, der nicht nur informiert und inspiriert, sondern auch immer wieder anregt, zu hinterfragen und nachzudenken. Auf die nächsten 30 Jahre voller spannender Themen und wertvoller Anregungen!  Stefan Kirstein, GMVD-Präsident

6 30 JAHRE GOLFMANAGER golfmanager 1 / 25 MANN DER ERSTEN STUNDE UND ERSTER GRATULANT 30 Jahre golfmanager – ein persönlicher Rückblick Ja, ich besitze sie noch: die erste Ausgabe aus dem Februar 1995. Klein, kompakt und kaum vergleichbar mit den heutigen Ausgaben, die ein breites Themenspektrum abdecken und die Entwicklung des Golfmarktes widerspiegeln. Doch damals wie heute waren wir stolz, etwas bewegen und präsentieren zu können. Es war das gemeinsame Interesse, den Golfmarkt professioneller zu gestalten, das uns 1994 zusammenführte. Kommunikation auf hauptamtlicher Ebene, neue Impulse für Aus- und Weiterbildung sowie der Wunsch aus dem „Hause Bleeck“, ein Fachmagazin mit starken Partnern zu etablieren – all das führte zur Gründung des Golf Management Verbandes Deutschland (GMVD) in Bonn. Dank des Angebots von Klaus-Jürgen Bleeck, die Geschäftsstelle des GMVD im Hortus-Verlag zu fairen Konditionen unterzubringen, entstand eine enge Verbindung zwischen Verband, Verlag und Redaktion. Bleeck wurde zudem das erste Fördermitglied des GMVD – ein entscheidender Schritt. Auch nach dem Umzug der Geschäftsstelle nach München im Jahr 2007 blieb die enge Zusammenarbeit mit den Machern des golfmanager erhalten. Diese enge Verbindung prägt unser Miteinander seit 30 Jahren. Gemeinsame Wege, gemeinsame Herausforderungen Nicht nur in meinen 16 Jahren als Vorstandsmitglied und Präsident, sondern auch darüber hinaus habe ich die Zusammenarbeit mit dem Magazin stets geschätzt. Ob Fachgespräche, Ideenentwicklungen oder politische Diskussionen auf Verbandstagen – der golfmanager war stets ein wichtiger Partner. Viele Fragen haben uns immer wieder beschäftigt: • Wie können die Strukturen in Golfclubs für hauptamtliche Mitarbeiter optimiert werden? • Wie lassen sich Entscheider für die Inhalte des GMVD und des Magazins sensibilisieren? • Wie können Personalschlüssel an die Erfordernisse des Golfbetriebs angepasst werden? • Wie steigern wir die Akzeptanz des GMVD-Graduierungssystems zum „Certified Club Manager (CCM)“? Herausforderungen und Wandel Wie in jeder langjährigen Partnerschaft gab es auch hier Krisen, unterschiedliche Standpunkte und wirtschaftliche Zwänge. Anfangs war der GMVD der einzige Verband im Magazin – inzwischen sind auch BVGA und weitere Branchen-Partner vertreten. Eine richtige Entscheidung, um Reichweite und Wirtschaftlichkeit zu stärken und die Printausgabe langfristig zu sichern. Mit Enthusiasmus und Leidenschaft haben Franz-Josef Ungerechts und Stefan Vogel die Redaktion geführt, immer mit dem Ziel, die beste Ausgabe zu produzieren. Die Verbände und die Golfbranche, die mit ihren Anzeigen maßgeblich zur Finanzierung beitragen, wollen gehört werden – eine Balance, die es stets zu wahren gilt. Erinnerungen, Anekdoten und gemeinsame Erlebnisse Ein besonderes Erlebnis bleibt mir unvergessen: Bastian Bleeck, damals Juniorchef und heute Geschäftsführer, forderte mich und Dirk-Müller Haastert auf einer Golfrunde im Golfclub Hösel heraus: ein Duell gegen ihn und seinen Mitarbeiter Norbert Hausen. Der Einsatz? Ein öffentliches Eingeständnis der Niederlage im golfmanager. Das Ergebnis? Er verlor – und stand zu seinem Wort. Auch die gemeinsamen Messeauftritte bleiben in Erinnerung. Anfänglich wurde der GMVD auf den „Golf Info Tagen“ und der „Fairway“ in München belächelt – heute ist er eine etablierte Größe. Und wer erinnert sich nicht an die legendären Abende auf dem Oostwoud-Stand? Wenn Gerd Hübner nach einem langen Messetag ein wohltemperiertes Bierfass aus seinem Schrank hervorzauberte, war das nicht nur eine Wohltat, sondern auch ein geschicktes Eigenmarketing. Aber es ging stets um mehr als nur gesellige Momente. Unsere Tagungen und Kongresse boten nicht nur fachlichen Austausch, sondern auch die Möglichkeit, Netzwerke zu pflegen und gemeinsam an einer besseren Zukunft für den Golfmarkt zu arbeiten. Ein Blick nach vorn In einer Gesellschaft, die zunehmend auf Individualität setzt, bleibt es eine Bereits im November 2024 feierte der GMVD im Resort Das Achental sein 30-jähriges Bestehen – wir berichteten im golfmanager 5/24. Mehr zur Geschichte des GMVD finden Sie in der 2019 herausgebrachten, lesenswerten Verbands-Chronik unter gmvd.de bzw. direkt über den QR-Code. Matthias Nicolaus, CCM 1 (2020), GMVD-Ehrenmitglied

30 JAHRE GOLFMANAGER 7 1 / 25 golfmanager Herausforderung, das „Wir-Gefühl“ in Golfclubs und Kooperationen zu stärken. Doch es lohnt sich. Die Schaffung professioneller Rahmenbedingungen für den Berufsalltag bleibt ein gemeinsames Anliegen von GMVD und golfmanager. Auch nach 30 Jahren zeigt der Blick hinter die Kulissen vieler Clubs, dass noch viel zu tun ist. Einerseits ernüchternd – andererseits eine Motivation für die Redaktion, den Golfbetrieb weiterhin mit neuen Impulsen und vielfältigen Themen zu begleiten. Ich danke für 30 Jahre wertvolle Zusammenarbeit, inspirierende Gespräche und humorvolle Momente – insbesondere mit Franz-Josef und Stefan. Ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg in dieser dynamischen Golf- und Medienlandschaft.  30 JAHRE GOLFMANAGER – EIN GRUND ZU FEIERN Gemeinsam voller Zuversicht in die Zukunft 2025 markiert ein besonderes Jubiläum im professionellen Golfmanagement: Das Fachmagazin golfmanager wird 30 Jahre alt! Seit seiner Erstausgabe im Jahr 1995 ist es das einzige B2B-Golfmagazin im deutschsprachigen Raum und eine unverzichtbare Informationsquelle für Golfmanager, Betreiber und Entscheider der Branche. Eine Erfolgsgeschichte seit 1995 Der golfmanager ist untrennbar mit dem Golf Management Verband Deutschland e.V. (GMVD) verbunden. Bereits seit der ersten Ausgabe begleitet das Magazin den Verband, das seitdem als offizielles Organ des GMVD dient. Diese enge, langjährige Verbindung hat eine einzigartige Plattform geschaffen, die Wissen vermittelt, aktuelle Themen aufgreift und die Vernetzung innerhalb der Golfbranche fördert. Nicht nur der golfmanager, sondern auch der GMVD selbst kann auf eine lange Erfolgsgeschichte zurückblicken. Im Oktober 1994 wurde der Verband in den Räumlichkeiten des Köllen-Verlags gegründet – jenem Verlagshaus, das wenige Monate später die erste Ausgabe des golfmanager veröffentlichte. Diese Parallelität unterstreicht die enge Beziehung zwischen Verband und Magazin, die bis heute Bestand hat. Unverzichtbar für Golfmanager Seit drei Jahrzehnten liefert der golfmanager fundierte Fachbeiträge, exklusive Interviews und aktuelle Marktanalysen. Er beleuchtet Themen wie wirtschaftliche Entwicklungen, Digitalisierung im Golfmanagement und Nachhaltigkeit auf Golfanlagen – stets mit dem Anspruch, Golfmanager bestmöglich zu informieren und zu unterstützen. Blick in die Zukunft Während wir auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken, richten wir den Blick auch nach vorn: Die Golfbranche steht vor neuen Herausforderungen, sei es im Bereich Klimaschutz, veränderten Mitgliederstrukturen oder technologischen Innovationen. Der golfmanager wird auch in den kommenden Jahren ein verlässlicher Partner sein, der Orientierung gibt und den Austausch innerhalb der Branche fördert. Danke an unsere Wegbegleiter Ein Jubiläum ist immer auch ein Anlass, Danke zu sagen. Der golfmanager wäre nicht das, was er heute ist, ohne die Unterstützung seiner Leser und Partner sowie insbesondere der unternehmerischen Weitsicht des Geschäftsführers Bastian Bleeck, der die Köllen Druck+Verlag GmbH all die Jahre sicher durch ein schwieriges Umfeld gesteuert hat. Gemeinsam blicken wir voller Zuversicht in die Zukunft – auf viele weitere Jahre wertvoller Informationen und spannender Entwicklungen im deutschsprachigen Golfmanagement! Herzlichen Glückwunsch zum 30-jährigen Jubiläum, golfmanager! Wir freuen uns auf die nächsten Jahrzehnte.  Andreas Dorsch, GMVD-Geschäftsführer (Foto: M. Joppen)

8 30 JAHRE GOLFMANAGER golfmanager 1 / 25 DIE KUNST DES SCHREIBENS Bollwerke im Brackwasser der Beliebigkeit 30 Jahre golfmanager: Das gedruckte Wort ist im Internetzeitalter unersetzlicher denn je. Fach- und Special-Interest-Magazine stehen für Substanz und Verlässlichkeit. Leseerlebnis und Haptik tun ein Übriges. Ein Plädoyer fürs Printmedium also. Verbunden mit einem Streifzug durch 30 Jahre Medien-Historie. Ziemlich komplexes Thema, fast enzyklopädisch. Die „Gelben Seiten“ hatten mal diesen Werbespruch: „Vielleicht hätte er jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt.“ ChatGPT zum Beispiel. Sam Altmans OpenAI-Homunkulus ist sogar Teil des Problems. Na, dann fragen wir doch mal nach zum Wandel im Pressewesen – bevor die künstliche Intelligenz zur Matrix hinter der Revolution der Maschinen mutiert und nicht mehr mit uns redet. Kleiner Scherz am Rande. „Digitale Technologien, veränderte Konsumgewohnheiten und wirtschaftliche Herausforderungen haben die Medienlandschaft massiv geprägt. Vom klassischen Printjournalismus hin zu digitalen Plattformen und sozialen Netzwerken – die Transformation ist tiefgreifend“, spuckt Kamerad KI zuerst aus. Ein erwartbar einfallsloses Ergebnis. Floskelhaft. Dann folgen einzelne Aspekte: der Aufstieg des Internet und die Digitalisierung, die Krise des klassischen Printjournalismus, der Wettbewerb durch digitale Medien, Social Media und die Veränderung der Nachrichtenverbreitung, künstliche Intelligenz und Automatisierung beispielsweise. Inklusive Erläuterungen. Den Theodor-Wolff-Preis der deutschen Zeitungsverleger und Digitalpublisher als Würdigung von Qualitätsjournalismus gibt es dafür noch nicht. Doch als Orientierungshilfe taugt es allemal. So ist das halt mit KI. Geliefert wird je nach Differenziertheit und Ausgestaltung der Aufgaben, vor allem bei Themen, die nicht Mainstream oder wissenschaftlich sind, oder die Fahrplanauskünfte und Rezepte zum Inhalt haben. Geben Sie mal „Vorschau auf das Masters 2025“ ein. Die Antwort fällt so flach aus wie die Frage: blablabla. Es braucht halt Expertise und Explikation, um den „Kollegen“ in die richtige Spur zu bringen. Da kann man den Beitrag gleich selbst schreiben. Was hiermit geschieht. Ein Blick zurück Ja, das Internet hat alles verändert – das World Wide Web, in den 1990er-Jahren aus dem 1969 gegründeten und zuvorderst von Universitäten betriebenen Rechnernetzwerk Arpanet entwickelt. Einen vergleichbaren Paradigmenwechsel gab es bislang wohl nur einmal in der Geschichte der Menschheit, seit die vor hunderttausend Jahren mit dem Faustkeil Symbole in Steine ritzte. Um 1450 entwickelte ein gewisser Johannes Gutenberg in Mainz bewegliche Metalllettern und die passende Presse, erfand den Buchdruck und schuf damit die Basis für massentaugliche Informationsvermittlung. Der Golfsport erlebte Vergleichbares Anfang der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch das Aufkommen des Guttaperchaballs: Aus dem kautschukähnlichen getrockneten Saft des in Ostasien heimischen Sapodilla-Baums geformt, ersetzte der „Gutty“ den ledernen, mit Federn gestopften und horrend teuren Feathery. Gutenbergs Prinzip galt bis in die 1980er-Jahre. Damals schaute der Autor als Volontär und junger Redakteur den Setzern bei der Konfiguration von Sportseiten zu: „Eine Mater kommt heute etwas später“ lautete der Running Gag, entlehnt aus dem seinerzeit üblichen Blindtext-Fundus, heute bekannt als „Lorem ipsum dolor … DingenskirMichael F. Basche Ausgewählte Magazin-Titel: golfmanager 5/1995, … … golfmanager 2/1997, …

30 JAHRE GOLFMANAGER 9 1 / 25 golfmanager chen“. Es gab noch kein Internet, keine Suchmaschinen. Man recherchierte im Archiv der Zeitung, stöberte in der Bibliothek, hatte idealerweise eine eigene Sammlung von Fachbüchern. Getextet wurde per Schreibmaschine. Auf Knopf- oder Tastendruck ging gar nichts. Später erst, mit Einführung des Fotosatzes, kamen Rechner, die wenigstens das mühsame Radieren oder Neutippen von Manuskripten und das nervige Auszählen von Überschriften vereinfachten: Holsatia, 36 Punkt, dreispaltig, etwa 40 Anschläge, ein großes W nimmt naturgemäß mehr Raum ein als ein i. Print also überholt? Tempus fugit, doch der Wert des gedruckten Worts ist zeitlos. Erst recht angesichts dessen, was im Kielwasser des Internet angeschwemmt wird und die Welt mittlerweile überschwemmt. Die Rede ist von den sogenannten sozialen Medien. Manche sprechen freilich von einer Büchse der Pandora. Zwischen 2003 und 2011 wurden in den USA die Plattformen LinkedIn, Facebook, YouTube, Twitter/X, Instagram und Snapchat gegründet, die den Nutzwert mit Text, Foto und Video um die Verbindung von Content und Kontakt erweitern. Daran kommt niemand mehr vorbei, Medienhäuser und -unternehmen schon gar nicht. Die Entwicklung der digitalen Medien und Plattformen gebar allerdings eine besondere Spezies von Protagonisten, die nicht nur lautere Absichten haben. Sogar ChatGPT widmet dem Phänomen unaufgefordert einen eigenständigen Unterpunkt mit dem Titel „Erosion der journalistischen Verantwortung“, der hier 1:1 wiedergegeben werden soll, damit nicht der Eindruck von Larmoyanz entsteht: „Die Digitalisierung, der Aufstieg von sozialen Medien und mobilen Geräten, die Herausforderungen durch Fake News und die Notwendigkeit, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, haben die Medienbranche in eine neue Ära geführt. […] Die Verbreitung von Fehlinformationen und ,Clickbait’ hat das Vertrauen in die Qualität und die Integrität vieler Medien in den letzten Jahren untergraben.“ Nun geht es beim Sujet Golf nicht um Fake-News oder Verschwörungstheorien. Indes, ein Portal lediglich im Sinne der Selbstdarstellung, stümperhaft in der Sache oder einfach nur schlampig zu betreiben, ist ebenfalls keine Lässlichkeit. Gleichzeitig wird Branchenzugehörigkeit reklamiert: „Ich glaube, wir sind Kollegen …“ Und dann verwechseln solche selbsternannten Experten Severiano Ballesteros und José María Olazábal. Nur eins von unzähligen, beinahe täglichen Beispielen. Ok, wer frei von Fehlern ist, werfe den ersten Stein. Dennoch dürfte klar sein, was gemeint ist. Das beginnt schon bei der Basisausstattung des journalistischen Werkzeugkastens: Sprachwissen, Satzbau, Stilmittel wie Nachricht, Reportage, Feature, Essay, Kommentar, Kolumne, Glosse und so weiter. Man sollte das handwerkliche ABC wenigstens kennen, bevor man es munter vermengt. Orthografie und Grammatik sowieso. Oder die in der Journalistenschule zementierte strikte Trennung von Information und Meinung: Diese aufzuweichen, ist für Puristen mit programmatischem Ethos eine Todsünde, vor allem im Politik- und im Wirtschaftsjournalismus. Beim Golf darf etwas Grenzverschiebung sicherlich sein. Dennoch sollte hier gleichermaßen alles dem Faktencheck standhalten. Und Vorsicht bei der Verwendung von Metaphern. Neulich war über Tiger Woods zu lesen, dass nach seinem schlimmen Autounfall im Februar 2021 Fachzeitschrift für Führungskräfte und Betreiber Dezember · 2006 · G 14043 Köllen Druck + Verlag GmbH · Postfach 410354 · 53025 Bonn Adrian A. Straten: Golfanlagen als Ausbildungsbetriebe Das Personalkarusell: Drum prüfe, wer sich länger bindet... PGA-Ausbildungsstruktur Golf Business Index Neue Golfprojekte … golfmanager 6/2006, … golfmanager Ausgabe 5 / 11 N G 14043 Die Fachzeitschrift für Führungskräfte und Betreiber In dieser Ausgabe: O Anpassungen der Golfregularien 2012 O Pflanzenschutzgesetz – Neuerungen für Betreiber O Marketing: Mehr als Logo oder Mailing O BVGA: Golfanlagenklassifizierung boomt weiter! Köllen Druck + Verlag GmbH · Postfach 41 03 54 · 53025 Bonn Der richtige Preis Korrektes Greenfee für Gäste … golfmanager 5/2011, … … golfmanager 4/2015, … „Diffusionsmedien: Zerstreuung, ein mediales Hintergrundrauschen wird erzeugt. Im Gegensatz dazu Fokusmedien: Konzentration auf Inhalte, verbunden mit Bereitschaft, dafür Zeit und Geld zu investieren.“

10 30 JAHRE GOLFMANAGER eine Amputation des zertrümmerten rechten Beins „im Raum stand“. Heilig’s Blechle, die Tücken des Wortbilds. Da sitzen Leute an der Tastatur, die das Handwerk nicht beherrschen. Plötzlich Redakteur. Übrigens, wussten Sie, dass Redakteur in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung ist? Bloß ein Berufsbild, das nicht mal zwingend eine entsprechende Ausbildungsordnung voraussetzt. Bei Wikipedia lässt sich nachlesen, warum die Schülerzeitung oder ein dreimonatiges Praktikum – wo auch immer – zur Befähigung nicht ausreichen. So wie ein einstelliges Handicap allein noch keinen Golfmanager macht. Die Zeiten ändern sich ... Aber kommt es darauf überhaupt noch an? Oder gilt die These des kanadischen Philosophen, Literaturprofessors und Kommunikationstheoretikers Marshall McLuhan (1911 bis 1980): Das Medium ist die Botschaft. Demnach sind es weniger die Inhalte und eher der Strukturwandel von Medien, der als Treibmittel wirkt und wie keine andere Kraft Ökonomie, Gesellschaft, Produktion, Management und Werte verändert. Angesichts von Überhitzung, Augenblicksgier und Sensationslust ist an McLuhans Mantra sicher was dran. Nahezu jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Special-Interest- Medien und Fachmagazine wie der golfmanager wirken da wie Bollwerke im Brackwassser der Beliebigkeit – frei nach dem Kabarettisten Georg Schramm, der sich einst freute: „Wenn man so einen Satz mal hat …“ Mit den Fettaugen der Aufmerksamkeitshybris, möchte man ergänzen. Die Trendforscher vom Zukunftsinstitut (Frankfurt) haben dazu im Dezember 2023 eine Skizze mit dem Titel „Die Evolution der Medien“ verfasst. Dort ist unter anderem vom Gegensatz zwischen Diffusionsmedien und Fokusmedien die Rede. Im ersten Fall erwarten die Nutzer laut Zukunftsinstitut „Zerstreuung, lassen Inhalte auf sich zukommen, wollen im Alltag ein mediales Hintergrundrauschen erzeugen.“ Die Fokusmedien wiederum stehen für eine Rückkehr der Konzentration: „Nutzer wissen, was sie erwartet und sind bereit, dafür Zeit und Geld zu investieren.“ Das betrifft im Besonderen Printpublikationen mit den von einer Fachredaktion kuratierten Inhalten. Sie sind der Gegenentwurf zum chaotischen Dauerfeuer an nicht selten unvalidierbaren Informationsschnipseln aus einer Vielzahl von Quellen. Ablenkungen durch Pop-ups, eingebundene Videos oder andere Auswüchse der Aufmerksamkeitsbefeuerung haben in solchen Rückzugsräumen naturgemäß keinen Platz. Im Idealfall entsteht eine konzentrierte, ungestörte Leseumgebung. Informationen lassen sich in Ruhe verinnerlichen, ohne von externen Faktoren abgelenkt zu werden. „Deep Reading“ wirklich old school? Folglich ist die Leseerfahrung, die Wahrnehmung gedruckter Inhalte eine andere. Der Rezipient wird nicht attackiert und kann sich nicht berieseln lassen, er ist liest aktiv und bewusst, vertieft und fokussiert. Der entsprechende Terminus lautet Deep Reading. Die University of California hat in einer Studie nachgewiesen, dass gedruckte Texte länger im Gedächtnis bleiben. Notfalls lässt sich halbwegs vergleichbares sogar aus online vorliegenden Medienangeboten generieren. Es folgt eine Selbsterfahrung des Autors, der bekennender Old-School-Leser ist: Readerfunktion nutzen, den puren Text als PDF speichern, als Dokument inhalieren. Das ist zwar immer noch digital, trickst jedoch all die Gimmicks aus, die gemeinhin auf den Webseiten Kapriolen vollführen und um optische Hinwendung buhlen. Gleichwohl, dann fehlt immer noch die Haptik, der besondere Bonus bei Bedrucktem: das Blättern durch Seiten, das Fühlen des Papiers, das visuelle Erleben, die Greifbarkeit eines Dokuments. So was vermittelt Hochwertigkeit, Substanz und Seriosität, schafft überdies eine emotionale Verbindung – und lässt sich außerdem schöner archivieren als ein seelenloses Sammelsurium voller Karteileichen in den digitalen Katakomben des Computers. Nicht von ungefähr beschwören Schöngeister das Wispern der Bücher im Regal. Schon der antike römische Politiker und Philosoph Cicero wusste: „Wenn du einen Garten und dazu noch Quelle: Zukunftsinstitut (Frankfurt), Die Evolution der Medien, www.zukunftsinstitut.de/zukunftsthemen/die-evolution-der-medien, 14. Dezember 2023 golfm a nager Ausgabe 6 / 18 N G 14043 Die Fachzeitschrift für Führungskräfte und Betreiber Köllen Druck + Verlag GmbH · Postfach 4103 54 · 53025 Bonn Weitere Themen: O Gastronomie: Schlüsselkompetenz der Golf-Anlage O Der Pro-Shop – ein Nachruf? O Die zukunftsfähige Driving-Range Vorsorge und Krisenmanagement gefragt Brandheißes Thema auf Golfanlagen Vorbeugen statt löschen golfm a nager Die Fachzeitschrift für Führungskräfte und Betreiber GOLF MANAGEMENT VERBAND DEUTSCHLAND Ausgabe 2 / 23 O G 14043 INTELLIGENZ KÜNSTLICHE … AUCH AUF GOLFANLAGEN? Weitere Themen: O Gedöns um die Gender-Tees O Der Pro-Shop – eine Standortbestimmung O Ergebnisse Pflanzenschutz-Kontrollen Kommunikation und Wissen 2.0 ChatGPT und die Folgen von KI Köllen Druck+Verlag GmbH | Ernst-Robert-Curtius-Str. 14 | 53117 Bonn … golfmanager 6/2018 ... … und golfmanager 2/2023. „Der Bonus bei Bedrucktem: die Haptik, das Blättern durch Seiten, das visuelle Erleben. So was vermittelt Hochwertigkeit, Substanz und Seriosität, schafft eine emotionale Verbindung.“

30 JAHRE GOLFMANAGER 11 1 / 25 golfmanager eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.“ Zu all den Argumenten passt, was ein Golfanlagengeschäftsführer dem Autor erzählt hat: „Der golfmanager liegt bei mir auf dem Schreibtisch. Ich lese immer wieder mal im Heft was nach. Manche Inspiration erschließt sich erst auf den zweiten oder dritten Blick.“ Ach ja, nicht ganz unwichtig: Bei Magazinen wie diesem ist die Zielgruppe vom Fach. Die Erwartungen an Substanz und Qualität sind entsprechend hoch. Hinzu kommt: Es gilt das gedruckte Wort, nichts lässt sich zurücknehmen oder nachträglich kaschieren, korrigieren, revidieren. Recherchen müssen fundiert, Quellen verlässlich sein – eigentlich in jedem Medium eine selbstverständliche Verantwortung des zuständigen Redakteurs. Wie war das noch mit der geschützten Berufsbezeichnung und der Ausbildung? Eines haben Bücher, Magazine und Golf gemeinsam Bücher und Magazine waren vielfach totgesagt und sind lebendiger denn je. Sie gedeihen in einer Nische, umtost von medialer Hybris und digitaler Überhitzung. Prosaisch sind sie Anker am Steilhang des Infotainments, ein Antidot wider kurze Konzentrationsspannen und flüchtigen Konsum. Wie Golf, dieses ehrwürdige, nachgerade reliktische Spiel, das vom Firnis seiner Vorzüge und Werte geschützt ist und immer mal Innovationen gebiert, um gleichermaßen die schnelllebige Spaßgesellschaft zu bedienen. Stichwort Gamification. Im Zukunftsinstitut sprechen die Experten vom Rekursionsprinzip: „Kein Medium schafft ein altes vollkommen ab, aber jedes neue Medium verändert die vorhergehenden. Projektionen, die bestimmten medialen Plattformen oder Techniken ein Endfälligkeitsdatum zuweisen, gehen deshalb immer in die falsche Richtung.“ Fast jedes Medium erlebe ein Retro, heißt es, und verschiebe seine Gebrauchskontexte unter gesteigerter Konkurrenz in Richtung einer prägnanteren Nische. Auf Zeitungen und Magazine angewendet: „Wenn Information in Echtzeit ins Internet wandert und Suchfunktionen im Netz viel funktionaler sind, werden sie ihre genuine Sinnstiftungs- und Diskursfunktion ausbauen – und diejenigen, die dies tun, überleben nicht nur, sondern prosperieren.“ Mehr denn je kommt es dabei auf die Herausforderung an, die der Organisationswissenschaftler Dr. Markus Reitzig, Professor für Strategisches Management an der Universität Wien, in einem Podcast der Wirtschaftszeitschrift brand eins an die Adresse der Kreativen formuliert hat: „Neues für die Masse oder Standard für die ,Klasse‘?“ Bei einem Fachmagazin stellt sich die Frage letztlich nicht, weil es eh der Branche den Puls fühlt, Hintergründe darstellt, Entwicklung reportiert und idealerweise Impulse setzt. Trotz einer definierten, quasi gesetzten Leserschaft ist die Special-InterestSpezies dennoch nicht von dem entbunden, was der englische Erzähler William Somerset Maugham (1874 bis 1965) seiner Zunft ins Stammbuch geschrieben hat: „Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.“ In die mediale Gegenwart übertragen bedeutet das, Inhalte attraktiv und zeitgemäß anzubieten, inklusive des Spagats in digitale Darreichungsformen. „Modernes wagen, Altes nicht aufgeben“, nennt es golfmanager-Chefredakteur Stefan Vogel. Fragen wir nochmal KI Enden soll dieser Beitrag, wie er begonnen hat. Mit einer bezeichnenden Bemerkung des Bot-Buddies: „Die Zukunft des Medienkonsums wird wahrscheinlich eine Kombination aus digitalen und gedruckten Formaten sein, in der die Vorteile beider Welten genutzt werden können. Doch insbesondere bei Fachthemen und vertieften Analysen bleibt das gedruckte Medium ein unverzichtbarer Bestandteil der Informationslandschaft.“ Und: „Ob traditionelle Medienhäuser oder digitale Plattformen – die Herausforderung ist, sich in postfaktischen Zeiten und in einer zunehmend fragmentierten Medienlandschaft als unabhängige, vertrauenswürdige Quellen zu definieren und zu behaupten.“ Danke, ChatGPT.  „,Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.‘ Auch Special-InterestMagazine müssen Inhalte attraktiv und zeitgemäß anbieten.“ Frei nach William Somerset Maugham „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.“ Das ist einer meiner Lieblingssätze aus meiner nunmehr fast 25-jährigen Tätigkeit in der DGV-Geschäftsstelle. Ein einfacher Satz, immer wieder aktuell. Termine. Zeitdruck. Digitale Medien. Schnell angelesen. „Schau ich mir später nochmal genauer an“ nehme ich mir vor, weggeklickt, vergessen – aus den Augen, aus dem Sinn. Noch so ein Satz. Ein Printmedium bleibt! Auch im Sinn. Ich kann später lesen und blättern. Vielleicht auch mal einen Artikel, den ich sonst nicht gelesen hätte – in der Printausgabe bleibt mein Auge hängen. Ich bin ein Fan – und dank QR-Code bin auch digital, so schließt sich der Kreis. Danke, liebe Macher des golfmanager. Monika Selhorst, Leiterin Kommunikation (Mitgliedersupport & -kommunikation, Serviceportal) im DGV 30 JAHRE GOLFMANAGER

12 30 JAHRE GOLFMANAGER golfmanager 1 / 25 VERSUCH EINER EINORDNUNG Der golfmanager als Teil der Golfgeschichte Deutschlands War es sehr mutig, vor 30 Jahren den golfmanager aus der Taufe zu heben? Aus betriebswirtschaftlicher Sicht von Klaus-Jürgen Bleeck ganz bestimmt. Aus sportpolitischer Sicht vielleicht weniger, denn viel war in der deutschen Golflandschaft gerade in Bewegung. In Band 4 der DGVChronik zum 100-jährigen Verbandsjubiläum wird so auf die damalige Zeit geblickt: „Der Trend zur Kommerzialisierung im Golfsport wirkt sich auch in den Vereinen aus. Die neuen Clubs sind kommerzieller ausgerichtet als die traditionellen. Konsequenzen ergeben sich aber auch innerhalb der Vereine. Ähnlich wie beim Verband tritt die Bedeutung des Ehrenamtes gegenüber den hauptamtlich Beschäftigten zurück. Gerade die jüngeren Golfplätze, die sich am Markt etablieren möchten und die Schulden der Projektfinanzierung schnellstmöglich decken wollen, können es sich heutzutage nicht mehr leisten, der Geschäftsführung der Anlage in Teilzeitarbeit nachzugehen und sich auf Freiwillige zu verlassen. Es entsteht ein Professionalisierungsdruck im Golfmanagement, und in seiner Folge gründet sich 1994 der Golfmanager Verband Deutschland (GMVD). Der Golfsport, so schreibt die Verbandszeitschrift des GMVD, und sein gesamtes Umfeld, befinden sich in einem Wandel, dem sich Clubvorstände nicht mehr verschließen können, wenn sie ihre Clubs und Anlagen zukunftsorientiert, erfolgreich und wirtschaftlich führen wollen. Die hauptamtlich Beschäftigten gewinnen [...] eine zunehmende Bedeutung und entwickeln daraus ein gestärktes Selbstbewusstsein: Manager sind keine Erfüllungsgehilfen ehrenamtlicher Funktionäre, sondern Führungskräfte mit eigenem unternehmerischen Profil!“ Aber die Gründungszeit des golfmanager lässt sich auch als „Zeit des journalistischen Aufbruchs im Golf in Deutschland“ beschreiben: Neben einer Vielzahl schon etablierter und entstehender Golfbeilagen von Tageszeitungen, tummeln sich mehr als ein halbes Dutzend Magazine am Kiosk und in den Sekretariaten der Clubs. Während hier allerdings die schärfer werdende Konkurrenz und Einbrüche im Anzeigenmarkt in der Folge für deutliche Korrekturen sorgen, ist der golfmanager noch heute auf Kurs. Und der Grund liegt auf der Hand: Die Branche als Adressatenkreis, ein nicht in Frage stehender Bedarf und ein hoher Nutzwert – echte Alleinstellungsmerkmale. Der golfmanager war schon damals nicht etwa nur ein „Kind seiner Zeit“. Vielmehr hat er erstmals in Tiefe und Breite den Themen aus dem „Motorenraum“ der deutschen Golfanbieter Raum und Stimme verschafft. Keine Selbstverständlichkeit, gerade zur damaligen Zeit. Denn wer noch nicht allzu lange seinen heutigen Beruf im Golfmanagement gefunden hat, der mag kaum einordnen können, wie sich Golf damals darstellte. Zur Illustration: Zehn Jahre, bevor der golfmanager aus der Taufe gehoben wird, gewinnt Bernhard Langer 1985 seinen ersten Masters-Titel, ein Jahr später wird die erste offizielle Weltrangliste eingeführt, bei der Langer gleich auf Platz 1 steht, allerdings „nur“ für drei Wochen, bevor er Severiano Balesteros den Vortritt lassen muss. Da müssen wir noch fast zehn Jahre lang auf den golfmanager warten, beim zweiten Masters-Titel 1993 allerdings nur noch zwei. Drei Jahre vor Geburt der Zeitschrift ruft der DGV anlässlich der German Open 1992 die Initiative „Golfer für Golfer“ ins Leben: Auf dem Turnierplakat heißt es: „Zur Förderung des Golfsports in den osteuropäischen Nationen und in den fünf neuen Bundesländern ruft der DGV seine Mitglieder zu folgender Aktion auf – für jeden gebrauchten und voll funktionsfähigen Golfschläger erhält der Absender einen Gutschein. Verbunden damit ist der freie Eintritt an einem der Turniertage.“ Und wer kann die richtige Antwort auf die Frage geben, wen es länger gibt, den golfmanager oder die Vereinigung clubfreier Golfspieler im DGV e.V. (VcG)? Richtig, die VcG: Sie ist als Gründung des DGV, Januar 1993 Anbieter clubfreien Golfens. 1994 tritt Jan Brügelmann nach zwölfjähriger Amtszeit als Präsident des DGV nicht erneut an und Dr. Wolfgang Scheuer wird neuer Präsident, der den golfmanager dann immerhin 15 Jahre in diesem Amt durch die Zeit begleiten wird. Und ja, da ist er nun, der golfmanager mit seiner Ausgabe 1. Nach amerikanischem Vorbild und mit Lizenz der USGA werden ab 1996 sämtliche deutsche Golfplätze erstmals einheitlich vermessen und nach dem neuen Course-Rating-System bewertet. Ein riesiger Aufwand, der erst im Januar 2001 ein Ende findet. Erstmals gibt es bundesweit unterschiedliche Spielvorgaben für die ja unterschiedlich schwierigen Plätze. Und auch das gehört zur „ganzen Wahrheit“: Anfang der 2000er-Jahre existieren in Deutschland nach wie vor Golfclubs, die kein oder nur sehr eingeAlexander Klose, DGV-Vorstand Services, Recht und Kommunikation (Foto: DGV)

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