8 30 JAHRE GOLFMANAGER golfmanager 1 / 25 DIE KUNST DES SCHREIBENS Bollwerke im Brackwasser der Beliebigkeit 30 Jahre golfmanager: Das gedruckte Wort ist im Internetzeitalter unersetzlicher denn je. Fach- und Special-Interest-Magazine stehen für Substanz und Verlässlichkeit. Leseerlebnis und Haptik tun ein Übriges. Ein Plädoyer fürs Printmedium also. Verbunden mit einem Streifzug durch 30 Jahre Medien-Historie. Ziemlich komplexes Thema, fast enzyklopädisch. Die „Gelben Seiten“ hatten mal diesen Werbespruch: „Vielleicht hätte er jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt.“ ChatGPT zum Beispiel. Sam Altmans OpenAI-Homunkulus ist sogar Teil des Problems. Na, dann fragen wir doch mal nach zum Wandel im Pressewesen – bevor die künstliche Intelligenz zur Matrix hinter der Revolution der Maschinen mutiert und nicht mehr mit uns redet. Kleiner Scherz am Rande. „Digitale Technologien, veränderte Konsumgewohnheiten und wirtschaftliche Herausforderungen haben die Medienlandschaft massiv geprägt. Vom klassischen Printjournalismus hin zu digitalen Plattformen und sozialen Netzwerken – die Transformation ist tiefgreifend“, spuckt Kamerad KI zuerst aus. Ein erwartbar einfallsloses Ergebnis. Floskelhaft. Dann folgen einzelne Aspekte: der Aufstieg des Internet und die Digitalisierung, die Krise des klassischen Printjournalismus, der Wettbewerb durch digitale Medien, Social Media und die Veränderung der Nachrichtenverbreitung, künstliche Intelligenz und Automatisierung beispielsweise. Inklusive Erläuterungen. Den Theodor-Wolff-Preis der deutschen Zeitungsverleger und Digitalpublisher als Würdigung von Qualitätsjournalismus gibt es dafür noch nicht. Doch als Orientierungshilfe taugt es allemal. So ist das halt mit KI. Geliefert wird je nach Differenziertheit und Ausgestaltung der Aufgaben, vor allem bei Themen, die nicht Mainstream oder wissenschaftlich sind, oder die Fahrplanauskünfte und Rezepte zum Inhalt haben. Geben Sie mal „Vorschau auf das Masters 2025“ ein. Die Antwort fällt so flach aus wie die Frage: blablabla. Es braucht halt Expertise und Explikation, um den „Kollegen“ in die richtige Spur zu bringen. Da kann man den Beitrag gleich selbst schreiben. Was hiermit geschieht. Ein Blick zurück Ja, das Internet hat alles verändert – das World Wide Web, in den 1990er-Jahren aus dem 1969 gegründeten und zuvorderst von Universitäten betriebenen Rechnernetzwerk Arpanet entwickelt. Einen vergleichbaren Paradigmenwechsel gab es bislang wohl nur einmal in der Geschichte der Menschheit, seit die vor hunderttausend Jahren mit dem Faustkeil Symbole in Steine ritzte. Um 1450 entwickelte ein gewisser Johannes Gutenberg in Mainz bewegliche Metalllettern und die passende Presse, erfand den Buchdruck und schuf damit die Basis für massentaugliche Informationsvermittlung. Der Golfsport erlebte Vergleichbares Anfang der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch das Aufkommen des Guttaperchaballs: Aus dem kautschukähnlichen getrockneten Saft des in Ostasien heimischen Sapodilla-Baums geformt, ersetzte der „Gutty“ den ledernen, mit Federn gestopften und horrend teuren Feathery. Gutenbergs Prinzip galt bis in die 1980er-Jahre. Damals schaute der Autor als Volontär und junger Redakteur den Setzern bei der Konfiguration von Sportseiten zu: „Eine Mater kommt heute etwas später“ lautete der Running Gag, entlehnt aus dem seinerzeit üblichen Blindtext-Fundus, heute bekannt als „Lorem ipsum dolor … DingenskirMichael F. Basche Ausgewählte Magazin-Titel: golfmanager 5/1995, … … golfmanager 2/1997, …
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