30 JAHRE GOLFMANAGER 9 1 / 25 golfmanager chen“. Es gab noch kein Internet, keine Suchmaschinen. Man recherchierte im Archiv der Zeitung, stöberte in der Bibliothek, hatte idealerweise eine eigene Sammlung von Fachbüchern. Getextet wurde per Schreibmaschine. Auf Knopf- oder Tastendruck ging gar nichts. Später erst, mit Einführung des Fotosatzes, kamen Rechner, die wenigstens das mühsame Radieren oder Neutippen von Manuskripten und das nervige Auszählen von Überschriften vereinfachten: Holsatia, 36 Punkt, dreispaltig, etwa 40 Anschläge, ein großes W nimmt naturgemäß mehr Raum ein als ein i. Print also überholt? Tempus fugit, doch der Wert des gedruckten Worts ist zeitlos. Erst recht angesichts dessen, was im Kielwasser des Internet angeschwemmt wird und die Welt mittlerweile überschwemmt. Die Rede ist von den sogenannten sozialen Medien. Manche sprechen freilich von einer Büchse der Pandora. Zwischen 2003 und 2011 wurden in den USA die Plattformen LinkedIn, Facebook, YouTube, Twitter/X, Instagram und Snapchat gegründet, die den Nutzwert mit Text, Foto und Video um die Verbindung von Content und Kontakt erweitern. Daran kommt niemand mehr vorbei, Medienhäuser und -unternehmen schon gar nicht. Die Entwicklung der digitalen Medien und Plattformen gebar allerdings eine besondere Spezies von Protagonisten, die nicht nur lautere Absichten haben. Sogar ChatGPT widmet dem Phänomen unaufgefordert einen eigenständigen Unterpunkt mit dem Titel „Erosion der journalistischen Verantwortung“, der hier 1:1 wiedergegeben werden soll, damit nicht der Eindruck von Larmoyanz entsteht: „Die Digitalisierung, der Aufstieg von sozialen Medien und mobilen Geräten, die Herausforderungen durch Fake News und die Notwendigkeit, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, haben die Medienbranche in eine neue Ära geführt. […] Die Verbreitung von Fehlinformationen und ,Clickbait’ hat das Vertrauen in die Qualität und die Integrität vieler Medien in den letzten Jahren untergraben.“ Nun geht es beim Sujet Golf nicht um Fake-News oder Verschwörungstheorien. Indes, ein Portal lediglich im Sinne der Selbstdarstellung, stümperhaft in der Sache oder einfach nur schlampig zu betreiben, ist ebenfalls keine Lässlichkeit. Gleichzeitig wird Branchenzugehörigkeit reklamiert: „Ich glaube, wir sind Kollegen …“ Und dann verwechseln solche selbsternannten Experten Severiano Ballesteros und José María Olazábal. Nur eins von unzähligen, beinahe täglichen Beispielen. Ok, wer frei von Fehlern ist, werfe den ersten Stein. Dennoch dürfte klar sein, was gemeint ist. Das beginnt schon bei der Basisausstattung des journalistischen Werkzeugkastens: Sprachwissen, Satzbau, Stilmittel wie Nachricht, Reportage, Feature, Essay, Kommentar, Kolumne, Glosse und so weiter. Man sollte das handwerkliche ABC wenigstens kennen, bevor man es munter vermengt. Orthografie und Grammatik sowieso. Oder die in der Journalistenschule zementierte strikte Trennung von Information und Meinung: Diese aufzuweichen, ist für Puristen mit programmatischem Ethos eine Todsünde, vor allem im Politik- und im Wirtschaftsjournalismus. Beim Golf darf etwas Grenzverschiebung sicherlich sein. Dennoch sollte hier gleichermaßen alles dem Faktencheck standhalten. Und Vorsicht bei der Verwendung von Metaphern. Neulich war über Tiger Woods zu lesen, dass nach seinem schlimmen Autounfall im Februar 2021 Fachzeitschrift für Führungskräfte und Betreiber Dezember · 2006 · G 14043 Köllen Druck + Verlag GmbH · Postfach 410354 · 53025 Bonn Adrian A. Straten: Golfanlagen als Ausbildungsbetriebe Das Personalkarusell: Drum prüfe, wer sich länger bindet... PGA-Ausbildungsstruktur Golf Business Index Neue Golfprojekte … golfmanager 6/2006, … golfmanager Ausgabe 5 / 11 N G 14043 Die Fachzeitschrift für Führungskräfte und Betreiber In dieser Ausgabe: O Anpassungen der Golfregularien 2012 O Pflanzenschutzgesetz – Neuerungen für Betreiber O Marketing: Mehr als Logo oder Mailing O BVGA: Golfanlagenklassifizierung boomt weiter! Köllen Druck + Verlag GmbH · Postfach 41 03 54 · 53025 Bonn Der richtige Preis Korrektes Greenfee für Gäste … golfmanager 5/2011, … … golfmanager 4/2015, … „Diffusionsmedien: Zerstreuung, ein mediales Hintergrundrauschen wird erzeugt. Im Gegensatz dazu Fokusmedien: Konzentration auf Inhalte, verbunden mit Bereitschaft, dafür Zeit und Geld zu investieren.“
RkJQdWJsaXNoZXIy ODM4MTc=