golfmanager 01/2025

109 Gehen Sie mit uns online – gmgk-online.de 1 / 25 golfmanager GOLFSPORT ? Wie sieht es mit Heimweh aus? ! Jein! Manchmal finde ich es schon sehr, sehr spannend, was ich erlebe, vor allem in meinem Alter. Von daher ist es für mich schon etwas Besonderes, neue Länder, andere Kulturen kennen zu lernen. Und dann ist ja noch mein Vater dabei. ? Wieso ihr Vater. Als Caddy? ! Wer denn sonst, ich habe mein ganzes Leben mit meinem Papa zusammengearbeitet. Ich komme aus einem sehr, sehr kleinen Club. Wir haben alles immer zu zweit gemacht. Von daher machen wir einfach unser Ding weiter. Er war schon während den Amateur-Turnieren immer am Bag und daran wird sich nichts ändern. ? Ihr Vater erzählte, dass er Sie mit zwei Jahren das erste Mal auf den Golfplatz mitnahm und Sie mit zehn Jahren schon das bessere Handicap hatten als er. ! Ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Aber wenn es Papa sagt. ? Was war der Schlüsselmoment, wo Sie gesagt haben, ich werde jetzt Profi. ! Den Schlüsselmoment gibt es nicht. Meine Karriere bestand immer darin, den nächsten Schritt zu tun, die nächste Stufe zu besteigen. So mache ich auch weiter. Und der letzte Schritt war Profi zu werden. ? Bundestrainer Stefan Morales erklärt, dass Sie ein Typ sind, der ungern verliert. ! Stimmt genau, ich gehe in kein Turnier nur um dabei zu sein. Ich will immer gewinnen. ? … und das auch beim Kartenspiel wie Uno? Morales klagte sogar darüber, dass Sie ihn nie gewinnen lassen. ! Keine Chance. Bei Uno geht es immer um die richtige Taktik im Spiel und er bekommt das einfach nicht hin. (lacht) ? Frau Briem, wie oft und lange trainieren Sie derzeit? ! Das ist sehr unterschiedlich und kommt drauf an, in welcher Phase des Trainings ich mich gerade befinde. Grundsätzlich trainiere ich jeden Tag, das ist aber auch wetterabhängig. Weil bei Minusgraden ewig lange Bälle zu hauen, ist für die Gesundheit nicht unbedingt förderlich und macht mir auch keinen Spaß. ? Wo trainieren Sie? ! Im Golfclub Solitude, aber mein Heimtrainer ist im Golfclub Hetzenhof. ? Ihre Stärken sind die Drives. Was sind ihre Schwächen? ! Schwächen gibt es tendenziell wenige, aber in einigen Bereichen, Kurzes Spiel und Putten, ist noch Luft nach oben. Da hinke ich im internationalen Bereich noch hinterher. Was damit zusammen hängt, dass beispielsweise die Grüns in Spanien anders, vor allem schneller sind als in Deutschland. Das ist ein großer Unterschied und diesen Rückstand, wenn man es als Rückstand bezeichnen kann, gilt es aufzuarbeiten. ? Wie bewerten Sie die deutschen Golfplätze. Brauchen Sie bessere Plätze mit schnelleren Grüns? ! Na ja, in Spanien kann ich das ganze Jahr auf Grüns spielen. Wenn ich hier auf Grüns trainieren will, kann ich wieder umdrehen, hier liegt Schnee drauf. Und das ist schon ein sehr großer Unterschied, wenn man das ganze Jahr auf Grüns üben kann oder nur ein dreiviertel Jahr. ? Reden wir über die Qualität. Amerikanische Fairways haben breite Bahnen, mehr Bunker. In Deutschland mehr schmale Bahnen, mehr Hügel. Was fehlt den deutschen Plätzen, um international mithalten zu können. ! Grundsätzlich fehlt ihnen gar nichts. Wenn man beispielsweise Frankfurt nimmt, dort sind die Fairways sehr eng. Insgesamt gibt es eine große Vielfalt an Plätzen, da kann man nur wenige herauspicken. Es gibt genügend Plätze in Deutschland die sind sehr anspruchsvoll. Aber die Häufigkeit und die Qualität des Zustandes ist im internationalen Bereich nicht europäische Spitze, sondern eher Mittelfeld. Da liegt am Ende das Problem. ? Was spielen Sie am liebsten. Linksplatz, Parkland …? ! Das ist mir egal. Ich habe keinen Lieblingsplatz, kein Lieblingsdesign. Sie haben alle 18 Löcher und ich 14 Schläger. ? … selbst Augusta? ! Ich habe da zweimal gespielt, aber letztendlich ist es auch nur ein Golfplatz. Das Tollste an Augusta ist das Privileg, dort zu spielen, weil man weiß, da kommt kaum jemand drauf. Es ist dort alles perfekt, manchmal hatte ich das Gefühl es ist schon fast zu perfekt. ? Was haben Sie in der neuen Saison vor? ! Grundsätzlich will ich nochmals auf der LET gewinnen und mich vielleicht für ein Major qualifizieren. Aber ich bin ein Rookie und es ist meine erste volle Profisaison. Daher bin ich relativ entspannt. ? Spielen Sie auf der amerikanischen Profitour LPGA? ! Aktuell noch nicht, da muss ich mich erst noch qualifizieren. Man wird sehen. „Schwächen gibt es tendenziell wenige, aber im Bereich Kurzes Spiel und Putten ist noch Luft nach oben.“

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