golfmanager 01/2025

30 JAHRE GOLFMANAGER 11 1 / 25 golfmanager eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.“ Zu all den Argumenten passt, was ein Golfanlagengeschäftsführer dem Autor erzählt hat: „Der golfmanager liegt bei mir auf dem Schreibtisch. Ich lese immer wieder mal im Heft was nach. Manche Inspiration erschließt sich erst auf den zweiten oder dritten Blick.“ Ach ja, nicht ganz unwichtig: Bei Magazinen wie diesem ist die Zielgruppe vom Fach. Die Erwartungen an Substanz und Qualität sind entsprechend hoch. Hinzu kommt: Es gilt das gedruckte Wort, nichts lässt sich zurücknehmen oder nachträglich kaschieren, korrigieren, revidieren. Recherchen müssen fundiert, Quellen verlässlich sein – eigentlich in jedem Medium eine selbstverständliche Verantwortung des zuständigen Redakteurs. Wie war das noch mit der geschützten Berufsbezeichnung und der Ausbildung? Eines haben Bücher, Magazine und Golf gemeinsam Bücher und Magazine waren vielfach totgesagt und sind lebendiger denn je. Sie gedeihen in einer Nische, umtost von medialer Hybris und digitaler Überhitzung. Prosaisch sind sie Anker am Steilhang des Infotainments, ein Antidot wider kurze Konzentrationsspannen und flüchtigen Konsum. Wie Golf, dieses ehrwürdige, nachgerade reliktische Spiel, das vom Firnis seiner Vorzüge und Werte geschützt ist und immer mal Innovationen gebiert, um gleichermaßen die schnelllebige Spaßgesellschaft zu bedienen. Stichwort Gamification. Im Zukunftsinstitut sprechen die Experten vom Rekursionsprinzip: „Kein Medium schafft ein altes vollkommen ab, aber jedes neue Medium verändert die vorhergehenden. Projektionen, die bestimmten medialen Plattformen oder Techniken ein Endfälligkeitsdatum zuweisen, gehen deshalb immer in die falsche Richtung.“ Fast jedes Medium erlebe ein Retro, heißt es, und verschiebe seine Gebrauchskontexte unter gesteigerter Konkurrenz in Richtung einer prägnanteren Nische. Auf Zeitungen und Magazine angewendet: „Wenn Information in Echtzeit ins Internet wandert und Suchfunktionen im Netz viel funktionaler sind, werden sie ihre genuine Sinnstiftungs- und Diskursfunktion ausbauen – und diejenigen, die dies tun, überleben nicht nur, sondern prosperieren.“ Mehr denn je kommt es dabei auf die Herausforderung an, die der Organisationswissenschaftler Dr. Markus Reitzig, Professor für Strategisches Management an der Universität Wien, in einem Podcast der Wirtschaftszeitschrift brand eins an die Adresse der Kreativen formuliert hat: „Neues für die Masse oder Standard für die ,Klasse‘?“ Bei einem Fachmagazin stellt sich die Frage letztlich nicht, weil es eh der Branche den Puls fühlt, Hintergründe darstellt, Entwicklung reportiert und idealerweise Impulse setzt. Trotz einer definierten, quasi gesetzten Leserschaft ist die Special-InterestSpezies dennoch nicht von dem entbunden, was der englische Erzähler William Somerset Maugham (1874 bis 1965) seiner Zunft ins Stammbuch geschrieben hat: „Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.“ In die mediale Gegenwart übertragen bedeutet das, Inhalte attraktiv und zeitgemäß anzubieten, inklusive des Spagats in digitale Darreichungsformen. „Modernes wagen, Altes nicht aufgeben“, nennt es golfmanager-Chefredakteur Stefan Vogel. Fragen wir nochmal KI Enden soll dieser Beitrag, wie er begonnen hat. Mit einer bezeichnenden Bemerkung des Bot-Buddies: „Die Zukunft des Medienkonsums wird wahrscheinlich eine Kombination aus digitalen und gedruckten Formaten sein, in der die Vorteile beider Welten genutzt werden können. Doch insbesondere bei Fachthemen und vertieften Analysen bleibt das gedruckte Medium ein unverzichtbarer Bestandteil der Informationslandschaft.“ Und: „Ob traditionelle Medienhäuser oder digitale Plattformen – die Herausforderung ist, sich in postfaktischen Zeiten und in einer zunehmend fragmentierten Medienlandschaft als unabhängige, vertrauenswürdige Quellen zu definieren und zu behaupten.“ Danke, ChatGPT.  „,Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält.‘ Auch Special-InterestMagazine müssen Inhalte attraktiv und zeitgemäß anbieten.“ Frei nach William Somerset Maugham „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.“ Das ist einer meiner Lieblingssätze aus meiner nunmehr fast 25-jährigen Tätigkeit in der DGV-Geschäftsstelle. Ein einfacher Satz, immer wieder aktuell. Termine. Zeitdruck. Digitale Medien. Schnell angelesen. „Schau ich mir später nochmal genauer an“ nehme ich mir vor, weggeklickt, vergessen – aus den Augen, aus dem Sinn. Noch so ein Satz. Ein Printmedium bleibt! Auch im Sinn. Ich kann später lesen und blättern. Vielleicht auch mal einen Artikel, den ich sonst nicht gelesen hätte – in der Printausgabe bleibt mein Auge hängen. Ich bin ein Fan – und dank QR-Code bin auch digital, so schließt sich der Kreis. Danke, liebe Macher des golfmanager. Monika Selhorst, Leiterin Kommunikation (Mitgliedersupport & -kommunikation, Serviceportal) im DGV 30 JAHRE GOLFMANAGER

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