16 30 JAHRE GOLFMANAGER golfmanager 1 / 25 VIEL ERREICHT UND NOCH VIEL ZU TUN 30 Jahre für die Golfbranche Gratuliere herzlich zum 30sten, lieber Köllen-Verlag, liebe Familie Bleeck, lieber Franz-Josef Ungerechts, lieber Stefan Vogel und liebe KöllenVerlagsbelegschaft. Mit Euch allen habe ich in den vergangenen 20 Jahren als Mitglied der Fachredaktion regen Austausch und angenehmen Kontakt gehabt und werde ich sicher auch weiter haben. Nach über 200 Beiträgen im golfmanager und Greenkeepers Journal ist noch lange nicht Schluss. Blicken wir in die Retrospektive, wird üblicherweise zunächst gedacht: „Viel passiert“ in der Zeit! Ja, das ist es in der Tat, aber hat sich auch viel geändert? Schauen wir uns das mal gemeinsam an. Der golfmanager ist ein Medium, welches sich explizit an Menschen wendet, die in und um die Golfbranche wirtschaftlich aktiv sind. Nun ist die Golfbranche per se eine, die nicht zwingend professionell sein muss, um zu existieren. Rund 75 % der DGVMitglieder sind Vereine, davon ca. die Hälfte gemeinnützig. Auch die DGVSatzungsänderung in 2004, nach der fortan auch Kapitalgesellschaften Mitglied werden können, hat keine große Transformationsbewegung in Gang gesetzt. Wenn auch Doppelmitgliedschaften zugenommen haben nach der Satzungsänderung, so stagniert die Zahl aktuell bei 832. Die Branche zu professionalisieren ist eine Mission, der sich der golfmanager seit Beginn an verschrieben hat. Zahlreiche Best-practice-Beispiele, Analysen, Erfahrungsberichte, Pressemitteilungen zu Verbandsveranstaltungen und die Integration von Verbandsnachrichten des GMVD und BVGA haben den Lesernutzen gewährleistet und der Mission „Professionalisierung“ Rechnung getragen. Ein weiterer Lesernutzen besteht darin, dass einem gewahr wird, dass man mit den Problemen, die der Betrieb einer Golfanlage nun mal mit sich bringt, nicht alleine ist und es Rat und Tat in der Gemeinschaft gibt, und man sich so auch emotional aufgefangen fühlen kann. Der persönliche Erfahrungsaustausch findet in den Regionalkreisen der Verbände statt. Nachdem ich von 2007 bis 2015 dem GMVD-Regionalkreis SüdOst als Leiter ehrenamtlich vorstand und 95 Veranstaltungen ausgerichtet habe, weiß ich, wie wichtig dieser Austausch ist und wie sehr wir es begrüßt haben, wenn unsere Beiträge zu den Veranstaltungen im golfmanager gedruckt wiedergegeben werden. Hat sich viel geändert in den 30 Jahren? Ja und Nein. Der Golfboom der End80er bis Anfang 90er Jahre ist zum Erliegen gekommen. Die Zeiten, in denen jährlich 20 Golfanlagen oder mehr eröffnet haben, ist lange vorbei. Die Pro-Kopf-Umsätze der Golferinnen und Golfer sind seit den 2000er Jahren deutlich gesunken, die Anzahl der registrierten Mitgliedschaften ist 2024 zwar auf 686.708 gestiegen, jedoch wächst heute in Wirklichkeit die Zahl der sich im Markt befindlichen DGV-Ausweise und nicht die Zahl der Vollzahler. Dies wird durch die vergleichsweise beeindruckende Steigerung der Mitgliedschaften in 2024 bei der VcG um 7 % mehr als verdeutlicht. Dass der Köllen-Verlag eine gedruckte Fachzeitschrift über die Dauer von 30 Jahren kontinuierlich und vor dem Hintergrund eines sich deutlich verringerten Wachstums im Golfmarkt in Deutschland, Österreich und der Schweiz als Standardmedium etabliert hat, dafür gebührt dem Golf-Enthusiasmus der Familie Bleeck und dem KöllenGolf-Team höchste Anerkennung und herzlichster Dank. Denn die Druckbranche hat schwere Zeiten hinter und wohl auch noch vor sich. Wie oft wurde „Print“ totgesagt, und trotzdem ist die Auflage und die Leserschaft konstant. Stefan Vogel hat einen Internetauftritt ins Leben gerufen, der auch zur Professionalisierung des Golfmanagements beiträgt, denn nicht jeder/jede Branchenbeteiligte ist Mitglied des GMVD oder BVGA oder Abonnent des golfmanagers. In einer Branche, in der zwar Qualifizierungen für Mitarbeitende in Golfbetrieben angeboten werden, die jedoch nicht von allen wahrgenommen werden, ist ein Weiterbildungsangebot in Form einer Fachzeitschrift sehr hilfreich. Zumal die durchschnittliche Verweildauer von neuen Golfmanagerinnen und Golfmanagern auf den Golfanlagen bei unter fünf Jahren liegt. Rückblickend auf die Jahrzehnte, in denen ich Golfanlagenbetreibern und Golfclubs dabei helfe, ihre Wirtschaftlichkeit zu verbessern, und auf die zwei Jahrzehnte als Mitglied der Fachredaktion im golfmanager, fasse ich zusammen, dass sich viel geändert hat, einiges durch die Digitalisierung sogar verbessert hat, denn sie gestattet uns, mehr Zeit für den Kunden Golfer bzw. der es noch werden soll, zu verwenden. Jedoch müssen wir, um es bildlich auszudrücken, deutlich schneller laufen um (wirtschaftlich) auf der Stelle zu bleiben. Adriaan A. Straten, selbständiger Unternehmensberater und über 20 Jahre Mitglied der golfmanager-Fachredaktion
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