golfmanager 01/2025

20 30 JAHRE GOLFMANAGER golfmanager 1 / 25 Greenkeeping: Von Handarbeit zur Hightech-Pflege Ein perfekt gepflegter Golfplatz ist das Herzstück jeder Anlage. Doch was heute dank modernster Technik und nachhaltiger Konzepte scheinbar mühelos gelingt, war vor 30 Jahren noch harte Handarbeit – und oft auch eine Frage des Wissens. Die Entwicklung des Greenkeepings zeigt eindrucksvoll, wie Innovation, Technologie und Umweltbewusstsein den Golfsport verändert haben – und weiterhin verändern werden. Gestern: Schweiß, Erfahrung und wertvolle Berater In den 1990er-Jahren war das Greenkeeping eine Mischung aus Tradition, Erfahrung und körperlicher Arbeit. Anlagenmanager hatten oft wenig technisches Fachwissen über Platzpflege, weshalb sich viele Golfplatzunternehmer und Clubvorstände richtigerweise erfahrene Experten ins Haus holten – meist ehemalige Greenkeeper oder Agrarwissenschaftler. Von ihnen lernte man, wie man Gräser pflegt, mit Dünger arbeitet und eine Platzstrategie entwickelt. Rasenpflege erfolgte größtenteils mit konventionellen Spindelmähern, Bewässerungssysteme waren wenig automatisiert, und die Pflege war stark vom Wetter und der Intuition der Greenkeeper abhängig. Nachhaltigkeit spielte damals eine untergeordnete Rolle – Hauptsache, der Platz war gut spielbar. Heute: Outsourcing, Technologie und Zukunftsorientierung Heute hat sich das Greenkeeping zu einer hochpräzisen Wissenschaft entwickelt. Neben digitalen Rasenmanagement-Systemen, GPS-gesteuerten Mähern und modernen Bewässerungstechnologien hat sich auch die Struktur des Greenkeepings verändert: • Outsourcing boomt: Viele Golfanlagen übergeben Teile der Platzpflege an externe Dienstleister. Spezialisierte Greenkeeping-Firmen übernehmen Mäharbeiten, Düngung und Pflege nach exakt definierten Vorgaben. • Zeitgemäße, moderne Platzpflege: Viele Golfanlagen setzen auf organische Düngemittel, gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen und innovative Drainagesysteme, um den Wasserverbrauch zu minimieren. • Datengetriebene Pflege: Sensoren messen den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens, Wetter-Apps liefern präzise Vorhersagen und smarte Bewässerungssysteme reagieren in Echtzeit auf Veränderungen. • Maschinelle Unterstützung: Mähroboter und GPS-gesteuerte Maschinen sorgen für gleichmäßige Schnitthöhen und verringern zum Teil den Personaleinsatz. Moderne Spindelmäher sind leiser, effizienter und umweltfreundlicher als ihre Vorgänger. Morgen: Autonome Maschinen, KI und regenerative Golfplätze Experten prognostizieren eine noch stärkere Verschmelzung von Technologie, Nachhaltigkeit und Automatisierung: • Autonome Maschinen übernehmen das Greenkeeping: Vollautomatische Mähroboter und GPS-gesteuerte Maschinen erledigen die Rasenpflege ohne menschliches Zutun – inklusive Datenanalyse zur optimalen Pflege. • Künstliche Intelligenz (KI) trifft Entscheidungen: Systeme könnten eigenständig Rasenpflege-Entscheidungen treffen, basierend auf Wetterdaten, Spielfrequenz und Bodenzustand. • Kaum noch eigene Greenkeeper? Die Golfanlagen der Zukunft könnten nur noch kleine Greenkeeping-Teams haben, die vor allem Maschinen warten und Prozesse überwachen. • Regenerative Golfplätze: Biodiversitätsflächen, insektenfreundliche Bepflanzungen und CO2-neutrale Greenkeeping-Konzepte werden Standard. 30 Jahre Nachwuchsförderung im Golf Gestern: Nachwuchsförderung im Golf – ein Nischenthema Golf galt als elitärer Sport, der oft mit hohen Mitgliedsbeiträgen und strengen Zugangsbarrieren verbunden war. Jugendprogramme existierten in vielen Clubs meist nur am Rande und gezielte Konzepte zur Nachwuchsförderung waren selten. Lediglich einige engagierte Clubs erkannten die Notwendigkeit, junge Talente frühzeitig zu fördern, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Kooperationen mit Schulen waren kaum etabliert und familienfreundliche Mitgliedschaften waren eine Seltenheit. Heute: Jugend im Fokus der Clubentwicklung Jugendförderung ist mittlerweile fester Bestandteil vieler Golfclubs. Der Wandel wurde durch mehrere Faktoren begünstigt: Zum einen hat sich das Image des Golfsports gewandelt – er ist offener, zugänglicher und moderner geworden. Zum anderen haben Golfverbände und Initiativen Programme ins Leben gerufen, um Kinder und Jugendliche gezielt für den Sport zu begeistern. Erfolgreiche Konzepte setzen mittlerweile auf: • Schulkooperationen: Viele Clubs arbeiten mit Schulen zusammen, um Golf in den Sportunterricht zu integrieren oder AGs anzubieten. Immer ein stilvolles Highlight im jährlichen Veranstaltungskalender der Verbände, bei dem der golfmanager zu Gast sein durfte: der Internatiuonale Golffachkongress des BVGA (Foto: BVGA)

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