golfmanager 01/2025

22 30 JAHRE GOLFMANAGER golfmanager 1 / 25 JOACHIM GEFFKEN ERINNERT SICH … Web und IT im Golf – ein sehr persönlicher Rück- und Ausblick 1995: Livescoring ist keine Nachricht Meine erste Pioniertat im Golfsport war dem golfmanager vor 30 Jahren leider keine Nachricht wert. Wir – eine Gruppe enthusiastischer, golfspielender IT-Spezialisten – hatten im Herbst 1994 das erste Livescoring bei einem ProAm in Baden-Württemberg auf die Beine gestellt. Wir erwarteten, dass wir mehr Helfer für die Ergebnisübermittlung auf einer sehr fragilen Funkstrecke brauchen würden, als wir Live-Zuschauer im Web gewinnen könnten. Ganz so schlimm kam es nicht, denn in der Spitze hatten wir dann doch knapp 300 Nutzer aus der schon damals gut vernetzten weltweiten Community der Web-Freaks. Noch Jahre entfernt von einer erkennbaren wirtschaftlichen Bedeutung war die Machbarkeit des Livescorings demonstriert. Dass wir es damit nicht in die erste Ausgabe des golfmanager geschafft haben – wir haben es verarbeitet und freuen uns über die heutige Bedeutung unserer viel zu früh umgesetzten Idee mit dem Livescoring im Web. Fax, Landesfürsten und andere Widerstände Es ging bei der IT-Einführung in dem so datenintensiven Golfsport erst einmal fast ein Jahrzehnt darum, Widerstände abzubauen. Besonders hartnäckig hielt sich die Übermittlung clubübergreifender Turnierergebnisse via Fax. Ein fehlerträchtiges, unzuverlässiges System der Datenübermittlung, das am Ende nur mit beharrlich zunehmendem Druck in ein vom Deutschen Golf Verband (DGV) frühzeitig begonnenes Intranet-Projekt überführt werden konnte. Die DGV-Führung erlebte ich als ehrenamtlicher Vorsitzender des IT-Ausschusses stets aufgeschlossen, den einflussreichen Länderrat habe ich damals – sorry – „Bremserrat“ genannt. Der golfmanager war stets an unserer Seite, wenn es darum ging, die Entwicklungen in Bewegung zu halten. Als Wartelisten wichtig waren und Marketing so überhaupt nicht In 2001 begannen wir mit meinem GKMB-Team, Vereine und kommerzielle Golfanlagen mit zeitgemäßen Webauftritten zu versorgen. Eine der ersten Herausforderungen war übrigens das Wartelistenmanagement bei Turnier- anmeldungen. Sie haben richtig gelesen: Wartelistenmanagement. Heute lassen wir uns immer wieder neue Anreizsysteme einfallen, um zu Turnierteilnahme anzuregen, Vielspielen zu triggern, Mitgliederbindung zu unterstützen. Welch ein Wandel. Und auch das hat sich geändert: Von „wir sind werbefrei“ ist in vielen Vereinen ein „wir müssen unser Sponsorenprogramm professionalisieren“ geworden. Die Programme für die Wartelisten sind gelöscht, diverse Techniken zur einigermaßen ansehnlichen Anordnung von Logos aller Farben und Größen sind nun ebenso gefragt wie die attraktive Darstellung von Matchplays, Race to- und Eclectic-Wertungen. Fachartikel im golfmanager sind dabei Anregung oder Bestätigung gewesen. Von der schönsten zur richtig positionierten Golfanlage Es gab eine Zeit, da hatten wir fast so viele „schönste Golfanlagen in ...“ wie Kunden. Erst langsam, mit zunehmenden wirtschaftlichen Herausforderungen, gelingt es, Vereine und Golfanlagen zu Positionierungen zu bewegen, die besser zum jeweiligen Service-Angebot und Ambiente passen. Fachautoren des golfmanager haben auf vielfältige Weise diese Entwicklungen gefordert und gefördert. Mehr Zielgruppen – mehr Themen In den glücklichen Wachstumsjahren waren die Prioritäten klar. Die Webauftritte hatten das Service- und Informationsbedürfnis der Mitglieder/Kunden zu bedienen. Heute gilt es, andere Aufgaben als genauso wichtig (oder wichtiger?) in den Blick zu nehmen. Mitgliedergewinnung verlangt meist andere Gewichtungen und die meinungsbildende Öffentlichkeit (Politik und Verwaltung) muss bei Fragen von Nachhaltigkeit, Wasserverbrauch und Pflanzenschutz auch noch mitgenommen werden. Die Schwesterpublikationen golfmanager und Greenkeepers Journal sind hier prägende Stichwortgeber. Datenschutz, Barrierefreiheit und KI – es bleibt spannend Datenschutzthemen begleiten uns überall und ständig. Man hat sich daran gewöhnt, mit Aufwand und Beschränkungen arrangiert. Mit den Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes – man muss das BFSG mal ausschreiben, um die Herausforderung zu erahnen – kommt eine neue Anforderungswelle. Schon im Sommer ´25. Und KI gelangt zum praktischen Einsatz, übrigens auch bei der Vereinfachung von Texten im Sinne des BFSG. Da könnten dann neue Herausforderungen und neue Hilfen zusammen daherkommen. Ich bin gespannt auf die nächsten 30 Jahre golfmanager.  Joachim Geffken, G.K.M.B. GmbH (Foto: Privat)

RkJQdWJsaXNoZXIy ODM4MTc=