32 30 JAHRE GOLFMANAGER golfmanager 1 / 25 GLÜCKWUNSCH ZU 30 JAHREN GOLF-FACHINFORMATIONEN Entwicklung des Golfmarktes seit Mitte der 1980er Jahre ... aus der Sicht eines immer noch dazulernenden Entwicklers, Eigentümers und Betreibers von Golfanlagen Es war 10 Jahre vor dem Erscheinen des ersten golfmanager; Golf als Sport bekam für mich eine Bedeutung. Bis dahin kannte ich „Golf“ nur als Auto von Volkswagen und Meerbusen in Arabien. Wie alles begann ... 29-jährig, Diplom-Kaufmann, Assistent am Lehrstuhl für Marktforschung und Marketing der Universität zu Köln und zum zweiten Mal werdender Vater, wurde die Aufgabe an mich herangetragen, aus 30 Hektar steinigem Ackerboden nördlich von Wiesbaden etwas zu machen. Außer dem offensichtlich aussichtslosen Unterfangen, dort Bauland zu entwickeln, fiel mir nichts ein, bis in einem Gespräch der Gedanke aufkam, einen Golfclub zu suchen, der Interesse an diesem Gelände haben könnte. Ebenfalls vergebens. In den zahlreichen Gesprächen bekam ich aber einen ersten Eindruck vom Golfmarkt, der für die schlichte Denkweise eines Ökonomen das Paradies versprach: hohe Nachfrage, geringes Angebot, hohe Preise. Es war die Zeit, als das Interesse an diesem Sport stieg. Es sollte aber noch viele Jahre dauern, das Elitäre des Golfens abzubauen. Mein Brennen für das Paradies war entfacht, und wenn es keinen Golfclub mit Interesse an diesem Gelände gab, musste eben einer geschaffen werden. Einen Golfclub zu gründen war einfach: sieben Freunde zur Unterschrift bewegen und zum Vereinsregister, anmelden. Aber die Golfanlage? Der Weg ins Paradies war steinig, voller Hindernisse und Rückschläge. Zum Bau einer Golfanlage muss man ein eigenes Baurecht schaffen. Ich ging es an: Golfplatzarchitekt, Landschaftsplaner, Gutachter und und und … Eine Golfanlage bauen zu wollen bedeutet einen langen Weg durch politische und behördliche Instanzen auf verschiedenen Ebenen. Und wenn sich in der Bevölkerung Widerstand entwickelt oder Naturschützer Bedenken äußern, kann ein derartiges Projekt nach vielen Jahren komplett scheitern. So an diesem Standort: Bürgerinitiative dagegen, Politik wankelmütig und Behörden mit immer neuen Forderungen an den Projektentwickler. Die allgemeine Sichtweise auf dieses Projekt gipfelte in der Schlagzeile einer Samstagsausgabe der größten regionalen Tageszeitung: „Golf – Narretei für 700“. Nach 10 Jahren des Strampelns gab ich dieses Projekt auf. Parallel hatte ich mich in anderen Projekten engagiert, meine Erfahrungen eingebracht und weitere gesammelt. Da es noch keine strukturierte Ausbildung im Golfbereich gab, ging das learning by doing über trail and error. Mein Paradies sollte eine eigene Golfanlage sein. Per aspera ad astra. Ich hatte die Vorstellung, nach der Überwindung der hohen Markteintrittsbarrieren durch dauerhaft hohe Renditen belohnt zu werden, weil die Nachfrage ja dauerhaft hoch blieb und das Angebot niedrig. Ein Irrtum, denn auch andere waren auf diese Idee gekommen, sodass es Anfang der 90er Jahre zu einem „Boom“ an neuen Golfanlagen kam, die auf Basis derselben Annahmen über das Paradies vielfach aber einen Geburtsfehler hatten: zu hohe Kosten. Mein Credo ist: Du musst Dinge anders machen als andere, um besser sein zu können. Denn wenn du nichts anders machst, kannst du streng logisch allenfalls genauso gut sein wie andere, keinesfalls aber besser. Und wenn du einen Weg als richtig ansiehst, beschreite ihn konsequent, ohne Zögern, Zaudern oder Kompromisse. Anders machen bedeutete für mich u.a.: weg von Exklusivität hin zu Inklusivität. Aber auch das musste ich noch lernen. Erste Erfahrungen mit eigener Anlage Ende der 80er Jahre eröffnete ich meine erste kleine Golfanlage. Es war eine Übungsanlage mit Driving-Range und zunächst 6, später 9 und sogar „gerateten“ Löchern. Weil ich einfach loslegen wollte, hatte ich viele Restriktionen akzeptiert. Diese Anlage war im wahrsten Sinn des Wortes „handgestrickt“. Das Gelände war klein. Also probierte ich das Spielen mit „Cayman balls“ aus, Dr. Michael Velte, persönlich haftender Gesellschafter der Dr. Velte Golf KG (Foto: Privat) „Anfang der 1990er Jahre kam es zu einem Boom an neuen Golfanlagen, die einen Geburtsfehler hatten: zu hohe Kosten – es mussten also schnell neue Golfer bzw. Mitglieder her. Die Folge: Die Preise purzelten, ein Sonderangebot jagte das nächste.“
RkJQdWJsaXNoZXIy ODM4MTc=