golfmanager 01/2025

MANAGEMENT 45 Gehen Sie mit uns online – gmgk-online.de 1 / 25 golfmanager Mit der aktuellen Entwicklung konnte der DGV mit hoher Wahrscheinlichkeit auch seine Position unter den zehn mitgliedsstärksten olympischen Spitzenverbänden im DOSB festigen – diese Zahlen werden jedoch immer erst mit einem Jahr Versatz durch den DOSB veröffentlicht, weshalb der DGV in der aktuellen Statistik noch mit den Werten aus 2023 gelistet wird. Auffällig jedoch, dass zumindest in 2023 nach den vom DGV präsentierten Daten die vor dem Golfverband positionierten, größeren Sportverbände nicht nur mehr Mitglieder aufweisen, sondern auch ein höheres absolutes und prozentuales Wachstum als der organisierte Golfsport verzeichnen. Anders formuliert: Golf entwickelt sich im Vergleich zu den Top 7 der Olympischen Spitzenverbände zwar stabil bis positiv, verliert aber im Vergleich weiter Marktanteile. Dass dies keine reine Frage der viel zitierten „Air Time“, also der Übertragung von Sportereignissen vor allem im Free TV ist, zeigen das Wachstum von Deutschem Alpenverein und Deutschem Schützenbund. Bei den Golfanlagen zeigt sich ebenfalls weitgehende Stabilität. Lediglich im Landesverband Rheinland-Pfalz/ Saarland konnte eine neue (zur Gruppe der 27 Bahnen zählende) Golfanlage berichtet werden, die Gesamtzahl der Golfanlagen stieg damit minimal auf 726 im Bundesgebiet. Zudem erweiterte eine Anlage in Schleswig-Holstein ihre Kapazität von 18 auf 27 Spielbahnen. Unverändert gleichgeblieben ist die Anzahl der DGV-Mitglieder mit 832. Damit entfallen aktuell durchschnittlich rund 946 DGV-Mitgliedschaften auf eine Golfanlage. Berechnet man die DGV-Mitgliedschaften pro 9 Spielbahnen (hierfür werden 18-Löcher-Golfanlagen jeweils mit Faktor 2, 27-Löcher-Golfanlagen mit Faktor 3 gewichtet), ergeben sich knapp 475 Mitgliedschaften pro neun Spielbahnen. Fazit Insgesamt konnte der deutsche Golfsport auf Basis der DGV-registrierten Mitgliedschaften in 2024 seine Position trotz zunehmend schwierigerem wirtschaftlichem Umfeld behaupten. Der vielfach befürchtete Rückgang bei den Mitgliedschaften ist zumindest bisher nicht eingetreten. Für die im DGV organisierten Clubs geht es nun um eine interne Analyse, ob man sich insgesamt mit oder gegen den Trend entwickelt hat – und vor allem um die Frage, welche Werthaltigkeit die Mitgliedschaften haben. Denn anders als beim DGV, der Mitgliedschaften nicht weiter differenziert, ist das wirtschaftliche Überleben einer Golfanlage letztlich vom Umfang der Mitgliedschaft und damit dem pro Monat oder Jahr entrichteten Beitrag pro Golfer abhängig.  Michael Althoff „Der deutsche Golfsport auf Basis der DGV-registrierten Mitgliedschaften in 2024 konnte seine Position behaupten, der befürchtete Rückgang bei den Mitgliedschaften ist bisher nicht eingetreten.“ KOMMENTIERT DGV-Statistiken sind kein Golf-Barometer Die mit Spannung erwarteten DGVStatistiken für 2024 haben eine stabile bis leicht positive Entwicklung dokumentiert. Doch bei aller Freude über das Allzeit-Hoch bei den DGV-registrierten Mitgliedschaften darf man nicht übersehen, dass die veröffentlichten Daten keinen Aufschluss über den wirtschaftlichen Zustand der Golfbranche geben. Aus Sicht des DGV wird immer wieder betont, dass man ein Sportverband sei. Von daher ist es nachvollziehbar, dass sich der Verband in seiner Kommunikation auf die unter Sportverbänden übliche Währung „Mitgliedschaften“ fokussiert. Auch andere Verbände zählen schlicht Mitgliedschaften, wobei sicherlich Golf eine der Sportarten mit den differenziertesten Mitgliedschaftsmodellen der gesamten Verbandslandschaft sein dürfte. Für den DGV ist die dokumentierte Entwicklung in jedem Fall positiv, sichert sie doch die Finanzen des Verbandes. Die auf dem Verbandstag 2024 beschlossene Erhöhung des Verbandsanteils von 15,50 Euro auf nunmehr 20 Euro in 2025 spült aus den bereits 2023 vorhandenen Mitgliedschaften zusätzliche 3.069.567 Euro in die Kassen des Verbands, das gegenüber dem Vorjahr erzielte Mitgliederwachstum sorgt für Zusatzeinnahmen von weiteren 91.640 Euro. Somit sorgt die Mitgliederentwicklung nach vorliegenden Daten für ein Kassenplus von fast 3,2 Mio. Euro – man darf gespannt sein, wofür diese Mittel verwendet werden. Aus Sicht der Golfanlagen ist die Entwicklung der Mitgliederzahlen jedoch nur begrenzt aussagefähig. Ohne Differenzierung nach Arten von Mitgliedschaften – von den oft ungeliebten Fernmitgliedschaften bis hin zu traditionellen Vollmitgliedschaften – ist das Spektrum zu groß, um hier auf Basis reiner Mitgliedsdaten eine Einschätzung zur wirtschaftlichen Entwicklung vornehmen zu können. Auch geben die Mitgliedschaften keinen Einblick darüber, wie intensiv die im DGV-registrierten Golfer ihren Sport ausüben. Daten zu den gespielten Runden der Mitglieder gibt es ebenso wenig wie Branchendaten zu den Greenfee-Runden, welche gerade bei Fernmitgliedschaften zur Beurtei-

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