golfmanager 01/2025

62 MANAGEMENT golfmanager 1 / 25 DGV sei ein Sportverband – und ein „Tanker“, den man nicht mal so eben wenden könne. Auch beim DGV gäbe es sowohl eine B2B- als auch eine B2CKommunikationsebene, die jeweils separat bespielt werden müsse. Die in 2024 eingeleiteten Veränderungen in diesem Bereich des Verbands sieht er daher positiv. Man müsse sich aber auch fragen, wofür eine golf.de wirk- lich stehe und wie man die Kommunikation über diese Plattform noch effizienter gestalten könne. Gerade die digitale Kommunikation ist für May ein wichtiger Pfeiler für die Zu- kunft, weshalb Digitalisierung neben Nachhaltigkeit den zweiten Schwerpunkt seiner Verbandstätigkeit bildet. Hier empfiehlt der Manager einen Blick auf andere Branchen. „Airlines oder Hotellerie sind uns im Vertrieb um Lichtjahre voraus. Sie schaffen es, preisdifferenzierte Produkte im Markt durchzusetzen und auch unterschiedliche Zahlungstermine mit bestimmten Preislinien zu verknüpfen.“ Auch wenn das Kernprodukt – der Transport von A nach B – stets gleich bleibe, schaffe man es dort, durch differenzierte Servicekonzepte und inkludierte Leistungen unterschiedliche Preise zu platzieren. Auch hier sieht er die dominierende Rolle digitaler Systeme: „Dies erfordert wiederum eine umfassende Kommunikation mit den Kunden, damit diese die unterschiedlichen Servicekonzepte kennen und verstehen.“ Hier sieht er eine wichtige Funktion seitens des DGV: Während die Mitglieds-starken Clubs auf erfolgreiche eigene Arbeit zurückblicken, benötigten gerade die kleineren, oft ehrenamtlich geführten Clubs aktive Unterstützung von Seiten des Verbandes. Dabei möchte May die Leistungen nicht nach dem Gießkannenprinzip ausschütten. „Vielleicht sollten wir die Leistungen des DGV gegenüber den Clubs deutlicher differenzieren: Es gibt ein Basispaket, welches bestimmte Leistungen für alle Clubs einschließt, und zusätzliche Leistungen, für die eine Golfanlage einen zusätzlichen finanziellen Beitrag leistet“, so seine Vision. Wichtig, so May weiter, sei dabei das Verständnis, dass Breiten- und Leistungssport nur möglich seien, wenn es dafür geeignete und wirtschaftlich überlebensfähige Golf- anlagen innerhalb des DGV gebe. Auch die Zusammenarbeit zwischen Landesgolfverbänden und DGV soll weiter optimiert werden, um Doppelaktivitäten zu vermeiden. Ein Arbeitskreis des DGV befasse sich derzeit mit dieser Herausforderung. Grundsätzlich sieht May starke Landesgolfverbände positiv, „sie sind einfach näher an den Clubs dran.“ Der Blick von einer anderen Warte aus hilft Vielfach profitiert der Unternehmer von seiner Erfahrung im Krankenhaus- und Immobiliensektor. „Eine Golfanlage ist immer eine Betreiber-Immobilie, sie verlangt ordentliche siebenstellige Basisinvestitionen und kann nachträglich vom Standort her nicht mehr verändert werden. Ob eine solche Anlage dann von einem Betreiber oder einem e.V. geführt wird, ändert nichts an den wirtschaftlichen Herausforderungen“, sagt May. Daher sieht er einen großen Vorteil bei seiner Verbandstätigkeit in der Tatsache, dass er als Betreiber mit den strategischen und operativen Herausforderungen von Golfanlagen bestens vertraut sei – sowohl dem oft langjährigen Vorlauf für Neubauten und Veränderungen, aber auch im Tagesgeschäft und in der Zusammenarbeit mit der örtlichen Politik. In Sachen Lobbyarbeit auf Bundesebene – welche nur vom Dachverband DGV geleistet werden könne – sieht er daher durchaus noch Luft nach oben. Kritsch sieht er ... Bedenklich stimmt den Praktiker der in Deutschland weiterhin weit verbreitete Trend zu Greenfee-Rabattierungen und Zusammenschlüssen von Clubs, um gegen einen geringen Zusatzbeitrag auch auf anderen Golf- anlagen als Mitglied Greenfee-frei spielen zu können. „Solche Systeme haben oft die Herausforderung, dass Clubs unterschiedlicher Qualitätsniveaus im gleichen System sind. Das führt in der Praxis zu einer Verlagerung des Spiels hin zu den hochwertigen Clubs, so dass es beispielsweise für die lokalen Mitglieder dieser Clubs immer schwieriger Noch zum Stadtgebiet von Würzburg gehörig und auf einem Hochplateau gelegen: der Golfplatz Würzburg (Fotos: GP Würzburg)

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