MANAGEMENT 63 Gehen Sie mit uns online – gmgk-online.de 1 / 25 golfmanager wird, im Heimatclub eine Startzeit zu bekommen – von weiteren wirtschaftlichen Verschiebungen einmal ganz abgesehen“, so May. Auch das Thema „Mannschaftssport“ sieht er primär aus der Brille des örtlichen Clubbetreibers. „Man sollte Mannschaftssport nicht aus den Mitgliedsbeiträgen finanzieren – hierzu benötigt man ein separates Budget mit eigenen Sponsoren“, fasst er seine Vorgehensweise zusammen. In Würzburg habe er sich daher mit Julien Froidefond, einem von insgesamt vier Pros auf der Anlage, zusammengesetzt und ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet. Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sieht er für seinen Club die zweite Liga der DGL als Maximalziel an. Wichtig sei jedoch, dass der Mannschaftssport im Club verankert werde, um die notwendige Akzeptanz bei den Kunden zu sichern. Ausblick und Strategie für die Golfbranche Mit Blick auf die Zukunft sieht May das Thema Nachhaltigkeit als Kernaufgabe. Hier kläre der DGV aktuell im Rahmen einer Nachhaltigkeitsstrategie, wie er zur grünen Nachhaltigkeit auch die ökonomische und soziale Komponente einbinden könne. „Es wird durch Nachhaltigkeit keinen Golfboom geben, aber wir stehen hier vor großen Herausforderungen und sollten den vielen Clubs, die noch eher auf traditionelles Greenkeeping setzen, bei der anstehenden Transformation helfen“, so der Manager. Grundlage hierfür sind nach seiner Einschätzung wirtschaftlich gesunde Golfanlagen, denn die bevorstehenden Herausforderungen erfordern auch erhebliche Investitionen in Mitarbeiter, Maschinen und Betriebsmittel. Richtig angewendet und kommuniziert könne eine Nachhaltigkeitsstrategie aber auch dazu beitragen, Hemmschwellen gegenüber Nicht-Golfern abzubauen. Zudem sei es erforderlich, dass sich Golfanlagen auf das veränderte Freizeitverhalten potenzieller Kunden einstellten – die früher übliche, langjährige Bindung an eine Golfanlage passe für die jüngere Generation schlicht nicht mehr zum Lebensmodell, so seine Einschätzung. Dazu gehöre neben einer Weiterentwicklung des Serviceangebots auch ein kritisches Hinterfragen des Produkts. So habe man in Würzburg festgestellt, dass nahezu die Hälfte der Mitglieder nur noch neun Bahnen auf einer Runde spielten. Aufgrund einer Best Practice-Erfahrung eines Leading-Kollegen habe man dann im Team gemeinsam entschieden, dass montags alle Runden an Bahn 10 beginnen – zumal in Würzburg die Back Nine die leichteren Spielbahnen sind. „Wir haben damit de facto der Hälfte unserer Mitglieder einen zweiten Platz zur Verfügung gestellt – und sehr positive Reaktionen erhalten“, so sein Fazit. Die Frage nach der persönlichen Lebensplanung Befragt nach der eigenen Zukunft, hält sich der Unternehmer bedeckt: „Mir ist es wichtig, dass es meiner Familie gut geht und alles gut läuft. Zugleich sollte aber der mit meinen Engagements verbundene Zeitaufwand vertretbar bleiben.“ Zwischen den Zeilen hört man heraus, dass sich der umtriebige Manager durchaus etwas weniger Zeitaufwand für seine Aktivitäten wünschen würde. Vieles in seinem Leben sei jedoch nicht Ergebnis einer konkreten Lebensplanung gewesen, sondern hätte sich aus konkreten Situationen heraus ergeben. Ob seine Golfanlage einmal von der nächsten Familiengeneration übernommen werde, sei offen – aktuell eher nicht, so seine Einschätzung. Gerne würde er wieder mehr Zeit in Immobilienprojekte investieren bzw. auch selbst Golf spielen. Doch wer die Leidenschaft kennt, mit der sich May den aktuellen und künftigen Herausforderungen der Golfbranche widmet, dürfte sich nicht wundern, wenn der erfolgreiche Unternehmer auch in den kommenden Jahren eine prägende Figur der deutschen Golfszene bleiben wird – in welcher Funktion über seine Tätigkeit in Würzburg hinaus, wird sich zeigen. Michael Althoff 30 Jahre Wissenserweiterung, aber auch zunehmende Auflagen Der große Boom des Golfanlagenbaus in Deutschland fällt in etwa mit der Gründung des GMVD und des neuen FachMediums der Branche zusammen: dem golfmanager. 30 Jahre ist das nunmehr her und die Zeit ist gekennzeichnet von einer wahren Wissensexplosion einerseits und der Professionalisierung vieler Berufsgruppen andererseits. Für erfahrene Golfarchitekten war es schon in den frühen 80er-Jahren schmerzhaft anzusehen, dass ein mit viel Liebe, Mühe und fachlichem Wissen umgesetztes Projekt in der Pflege und Vermarktung von willkürlichen und zumeist von wenig Kenntnis getrübten Entscheidungen wechselnder Vorstände abhängig war. Umso erfreulicher ist es, dass heute Spekulationen und Zufälligkeiten kaum mehr eine Rolle spielen. Nicht zuletzt dank eines Mediums wie dem golfmanager! Trotz umfassender Aufklärung machen es jedoch immer mehr behördliche Auflagen und überbordende Bürokratie Golfarchitekten zunehmend ungleich schwerer. Dass es in der nachhaltigen Entwicklung und weitsichtigen Werterhaltung der Anlagen darüber hinaus noch viele weitere Themen zu vertiefen und zu diskutieren gilt, wird den Machern des golfmanager dabei viel Geschick und einen stets wachen Sensor abverlangen. Karl Ferdinand Grohs, Landschaftsaftsarchitekt BDLA/DASL/EIGCA, Senior Member of the European Institute of Golf Course Architects 30 JAHRE GOLFMANAGER
RkJQdWJsaXNoZXIy ODM4MTc=