MANAGEMENT 73 leinigem Marketinginstrument. Damit begeben sich die Unternehmen in eine doppelt riskante Strategie, denn die wichtigste Frage bei Preisnachlässen lautet: Wird dadurch die Auslastung tatsächlich signifikant erhöht oder gewährt man nur vielen Golfern einen Nachlass, die ohnehin auf der Anlage gespielt hätten? Für die Mehrzahl der Golfer in Deutschland gilt sicherlich, dass diese sehr „Heimatclub-treu“ sein dürften. In anderen Worten: Es wird deutlich häufiger im Heimatclub als auf anderen Anlagen gespielt – und Greenfee-Runden im Urlaub entgehen den deutschen Golfclubs oftmals, da die Urlaube meist in anderen Ländern verbracht werden. Das Beispiel Cape Kidnappers zeigt, dass man als attraktive und von Golfern nachgefragte Anlage gar die umgekehrte Strategie nutzen kann, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein: Senkung der Auslastung, aber dafür Durchsetzung höherer Greenfees ohne weitere Ermäßigungen. Fazit Alle Zahlen und Berechnungen zeigen in die gleiche Richtung: Die aktuelle Kombination aus Preisnachlass-Strategie und geringer Auslastung belastet die deutsche Golfbranche nachhaltig. Das verfügbare Ausweiskontingent des DGV sollte nicht nur für die nächsten Jahre, sondern gar die nächsten Jahrzehnte reichen: Geht man von den DGV-registrierten Mitgliedschaften in 2024 (686.708) und dem höchsten Mitgliederzuwachs innerhalb eines Jahres der letzten 10 Jahre (2,7 %) aus, würde erst 2038/39 die Anzahl der DGV-registrierten Mitgliedschaften die des heute verfügbaren Ausweiskontingents übersteigen. Bei genau einem Prozent Mitgliederzuwachs pro Jahr würde es bereits bis 2063 dauern, um dies zu erreichen. Es besteht kein Zweifel: Die deutsche Golfszene ist derzeit von einer schwachen Kapazitätsauslastung und damit einem Überangebot betroffen. Dass die vorhandenen Kapazitäten insgesamt auch nur mittelfristig halbwegs ausreichend ausgelastet werden, ist unwahrscheinlich. Die Folge: Gerade der Verkauf über den Preis zieht auch wirtschaftlich an sich gesunde Anlagen einer Region in die Problematik hinein, sofern sich diese Anlagen nicht beispielsweise durch einen attraktiveren Platz oder insbesondere ein begehrenswertes Kundenerlebnis vom Preisaggressor abheben. Natürlich gibt es auch in Deutschland viele Anlagen, die eine gute bis sehr gute Auslastung haben und wirtschaftlich erfolgreich und solide arbeiten. Dennoch: Die Preisentwicklung auf dem deutschen Golfmarkt hat in den letzten Jahren kaum die Inflationsraten auffangen können. Ein Überangebot, wie es derzeit vorhanden ist, gefährdet die Wirtschaftlichkeit der gesamten Branche. Einseitige Preiserhöhungen gut geführter Anlagen stehen im Markt Preissenkungsstrategien von oftmals am Rande der Wirtschaftlichkeit oder gar Insolvenz arbeitender Mitbewerber gegenüber. Eine Anpassung des Angebots an die vorhandene aktuelle und künftige Nachfrage (die Zukunft bringt auch deutlich Geburten-schwächere Jahrgänge) kann dazu führen, den teils bereits ruinösen Preiswettbewerb zu reduzieren oder zu eliminieren. Natürlich werden Clubmitglieder und Greenfee-Spieler nicht jede beliebige Preisanpassung akzeptieren. Aber zu den Kommunikationsaufgaben haupt- und ehrenamtlicher Führungskräfte zählt es auch, Kunden über die notwendigen Preise aufzuklären. Ein Breitensport wird Golf in Deutschland auf absehbare Zeit ohnehin nicht – wie viele Anlagen in Deutschland langfristig überstehen, hängt jedoch nicht nur vom eigenen Wirtschaften der Anlagen ab, sondern auch von einem vernünftigen Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Derzeit ist Golf in Deutschland ein Käufermarkt – um die Preise in Zukunft anheben zu können, ist es unverzichtbar, sich zumindest ein wenig in Richtung Verkäufermarkt zu bewegen. Vielleicht heißt es dann auch auf der Website eines deutschen Golfclubs in Zukunft wieder „Aktuell können wir leider keine neuen Mitglieder aufnehmen“. Michael Althoff Wegbegleiter und Informationsquelle, auch über den eigenen Tellerrand hinaus 30 Jahre sind wahrlich selten und ein Anlass zum Feiern. Wenn ich so zurückblicke, habe ich den golfmanager immer als Wegbegleiter und Informationsquelle zum Blick über den Tellerrand „meiner“ Golfanlage wahrgenommen. Auch heute noch lese ich gerne die Artikel, um meinen Horizont zu erweitern. Die Golfbranche ist heute deutlich professioneller aufgestellt und das ist auch notwendig. Mittlerweile sind viele hochqualifizierte Kollegen auf den Anlagen vor Ort und haben für eine solide Basis in der Golfszene gesorgt. Der golfmanager hat dazu seinen Teil beigetragen, indem er interessante Themen aufgenommen und in verständlicher Art und Weise an uns kommuniziert hat. Natürlich kann man viele Punkte auch im Internet nachlesen, das Magazin bündelt aber die interessanten Themen und bringt sie an die Entscheider. Waren es früher zuerst die Stellenanzeigen, so bin ich heute eher zuerst auf den GMVD-Seiten unterwegs. Insgesamt kann ich nur zurufen: Macht weiter so! Ich habe die Magazinverantwortlichen Franz Josef Ungerechts und Stefan Vogel immer als sympathische und offene Menschen wahrgenommen. Diese persönliche Ebene, verbunden mit der langjährigen Bekanntschaft mit Bastian Bleeck, hat den golfmanager für mich immer auch emotionalisiert und besonders gemacht. Es sind doch die Menschen, die dahinter stehen, welche bewegen. Guido Hoferer, Manager Golfclub Lauterhofen 30 JAHRE GOLFMANAGER „Die Preisentwicklung auf dem Golfmarkt hat in den letzten Jahren kaum die Inflationsraten auffangen können, ein Überangebot wie derzeit gefährdet die Wirtschaftlichkeit der Branche.“
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