punkt die Hauptverantwortung beim Bundesumweltministerium liege. Für das „Sofortprogramm Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee“ hat das Bundesumweltministerium 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bis Ende 2027 soll, nach den Erkundungen und Probebergungen, eine Plattform entwickelt und gebaut werden, mit deren Hilfe die Weltkriegsmunition geborgen und gleich vor Ort auf dem Meer verbrannt werden kann, wie der Geschäftsführer des Projektkoordinators Seascape Wolfgang Sichermann erläutert. „Die Abgase werden dabei gefiltert und gereinigt.“ Mit dem Versenkungsgebiet in der Ostsee vor Boltenhagen habe man es mit einem besonders kniffligen Fall zu tun, erläutert Geophysiker Karsten Stürmer. „Da liegt ein Sammelsurium an Wehrmachtsbeständen, von Handgranaten über Kleinmunition bis hin zu Artilleriegranaten, auf dem Grund“, sagt er. Besonders schwierig werde es, „bei einer Räumung das in den verschiedenen Kampfmitteln enthaltene Treibladungspulver nicht im Meer zu verbreiten, sondern sicher in Transportbehälter zu überführen“. Alle beteiligten Fachleute wissen: Bei der Bergung von Brandmitteln, Spreng- und Kampfstoffen aus dem Meer drängt die Zeit – und trotzdem braucht es einen langen Atem. „Wenn denn Geld nicht unbedingt das Problem ist, man die Industrie machen lässt und weiter am Ball bleibt, kriegt man nach meiner Meinung die deutschen Ostsee-Gewässer bis Ende 2040 munitionsfrei“, zeigt sich Geologe Greinert überzeugt. Schon aufgrund der Tatsache, dass dort große „Munitionshaufen“ in höchstens 25 Metern Wassertiefe lägen, halte er eine solche Räumung für essenziell, „auch aufgrund der Sicherheitsaspekte“, so der GEOMAR-Experte. „Und das ist machbar.“ Foto: Ilka Thomsen – GEOMAR Zeit sei so richtig klargeworden, „wen man eigentlich alles fragen muss, um so etwas zu machen, wenn es nicht um eine Noträumung geht“. Dazu gehören laut Greinert allein auf deutscher Seite mehrere Behörden und Ministerien auf Länder- und Bundesebene. In den vergangenen Jahren habe sich aber immerhin herauskristallisiert, dass zum jetzigen ZeitDie Herausforderungen der Bergung von Munition aus dem Meer beleuchtet eine halbstündige TV-Dokumentation des deutschfranzösischen TV-Senders Arte. Der Beitrag mit dem Titel „Mission Munitionsbergung aus dem Meer“ ist online abrufbar. Die historischen Hintergründe der Munitionsversenkungen in der Ostsee unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg beleuchtet ein Radiofeature der WDR-Reihe „Zeitzeichen“. Dieser Beitrag ist ebenfalls online abrufbar. Mehr zu Munition im Meer Foto: Maike Nicolai – GEOMAR 13 SPEZIAL VAA MAGAZIN AUGUST 2025
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