VAA Magazin August 2025

Michael Schweizer ULA-Hauptgeschäftsführer ULA INTERN Führung in Konflikten Wie können Führungskräfte Orientierung geben, wenn demokratische Prinzipien unter Druck geraten und populistische Strömungen an Einfluss gewinnen? Diese Frage stand am 30. Juni 2025 im Mittelpunkt des digitalen ULA-FührungskräfteDialogs. Prof. Petra Schleiter, Direktorin des Centre for Democratic Resilience an der Universität Oxford, zeigte auf, dass Demokratien weltweit seit Jahren auf dem Rückzug sind – mit spürbaren Folgen für Organisationen, Unternehmenskulturen und Leadership. Sabine Clausecker, Präsidentin der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG), betonte die Rolle von Führungskräften vor dem Hintergrund dieser Entwicklung, insbesondere im Bereich der Kommunikation, die zur Stärkung der Demokratie und ihrer Widerstandsfähigkeit beiträgt. Anhand konkreter Fallbeispiele gab sie praxisnahe Impulse für den Führungsalltag von der Konfliktmoderation bis zur Positionierung in gesellschaftlichen Debatten. Die Aufzeichnung des Impulsvortrags ist auf dem YouTube-Kanal der ULA verfügbar. Marc Biadacz im Dialog Im Rahmen der Mitgliederversammlung der ULA am 4. Juni hat sich Marc Biadacz, neuer Sprecher für Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, den Fragen der ULA-Verbände gestellt. Er betonte die Notwendigkeit, politische Handlungsfähigkeit in der Mitte zu sichern, insbesondere mit Blick auf notwendige Reformen in der Sozial- und Gesundheitspolitik. Aus dem Kreis der Mitglieder wurde unter anderem auf die Dringlichkeit digitaler Sprecherausschusswahlen und auf den Reformbedarf bei den Sozialversicherungssystemen hingewiesen.  Leistung und Verantwortung brauchen verlässliche Rahmenbedingungen. Das bedeutet, dass die politischen Entscheidungsträgerinnen und -träger eingreifen müssen, wenn etwas aus dem Lot gerät. Dies ist mit Blick auf unsere Sozialversicherungen klar der Fall: Die Lohnnebenkosten, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen belasten, geraten außer Kontrolle. Bereits jetzt fließen rund 42 Prozent des Bruttoeinkommens in die Sozialkassen. Ohne Reformen werden die Sozialabgaben auf 50 Prozent steigen, mahnt Prof. Martin Werding, Mitglied des Sachverständigenrats Wirtschaft. Die enge Verflechtung von Sozialpolitik und wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit bringt erhebliche Herausforderungen mit sich – nicht nur für Führungskräfte. CDU, CSU und SPD wären also gefordert, entschieden gegenzusteuern. Leider weist der Koalitionsvertrag in die falsche Richtung und das sogenannte Sofortprogramm stellt mit dem Rentenpaket 2025 in der Sozialpolitik sofort die falschen Weichen. Das Festhalten und Fortschreiben der Haltelinie von 48 Prozent des Rentenniveaus ist ein Zeichen der Mutlosigkeit, da die Finanzierbarkeit nicht gegeben ist. Auch das Ziel der Mütterrente III, die rentenrechtliche Gleichstellung der Erziehungsleistung der Mütter und Väter zu vollenden, ist nachvollziehbar – und doch abzulehnen. Die Maßnahmen werden keine positive Wirkung auf den demografischen Wandel und die Geburtenrate haben, sie leisten nur einen kleinen Beitrag, die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern im Alter zu schließen, und konterkarieren mit Blick auf die hohen Kosten die Generationengerechtigkeit. Anders gesagt: Das ist alles wünschenswert, aber angesichts begrenzter Haushaltsmittel nicht prioritär. Die notwendigen zusätzlichen jährlichen Steuerzuschüsse des Bundes schätzt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) auf bis zu 20 Milliarden Euro im Jahr 2040. Die Annahme, diese Kosten mithilfe eines hinreichenden Wirtschaftswachstums, einer hohen Beschäftigungsquote und einer positiven Lohnentwicklung dauerhaft zu finanzieren, ist sehr optimistisch. Ganz im Gegenteil ist davon auszugehen, dass die Mittel im Bundeshaushalt künftig für notwendige Zukunftsinvestitionen in Bildung, Infrastruktur und die Transformation unserer Wirtschaft und Industrie wie auch für die Stärkung unserer Sicherheit fehlen werden. Zudem tragen die Maßnahmen nicht dazu bei, die ausufernden Lohnnebenkosten nachhaltig zu dämpfen. Hierfür bedarf es durchgreifender Reformen, denn angesichts neuer Rekordausgaben ist mehr als deutlich, dass wir kein Einnahmenproblem, sondern ein Ausgabenproblem haben. KOMMENTAR VON MICHAEL SCHWEIZER Reformen nötig! Foto: Jens Schicke www.ula.de 31 ULA NACHRICHTEN AUGUST 2025

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