VAA Magazin August 2026

Sterne lautet Schätzungen zufolge die Anzahl an Sternen, die es im beobachtbaren Universum gibt – also eine Zwei mit 21 Nullen. Mit Sicherheit lässt sich dies allerdings nicht bestimmen, heißt es auf dem Onlineportal Sternenforscher. de. Unsere eigene Galaxie, die Milchstraße, beheimatet einige Hundert Milliarden Sterne. Die Gesamtzahl aller Galaxien im beobachtbaren Universum wird auf rund zwei Billionen geschätzt. Sterne entstehen in riesigen Wolken aus Gas und Staub. Diese Wolken bestehen vor allem aus Wasserstoff. Wird ein Teil dieser Wolke dicht genug, wird die Schwerkraft stärker als der innere Druck des Gases – ein sogenannter Protostern entsteht. Dieses Raumgebiet verdichtet sich immer weiter und heizt sich mit der Zeit kontinuierlich auf. Bei ausreichend hoher Temperatur zündet schließlich die Kernfusion: Wasserstoffkerne verschmelzen zu Helium, wobei sehr viel Energie in Form von Strahlung frei wird. Das Ergebnis ist eine in Größe und Form stabile, leuchtende Gaskugel: ein Stern. Etwa zwei Trilliarden Foto: G.Bono – CTIO/ESO nach dem US-Astronomen Donald J. Kessler benannten „Kessler-Effekt“. „Bei Satellitenkollisionen entstehen eine Reihe von Trümmern“, warnten Kessler und sein Kollege Burton G. Cour-Palais schon 1978. „Einige davon könnten bei einer Kollision einen weiteren Satelliten zerstören und so noch mehr Trümmer erzeugen.“ Das Ergebnis? Ein exponentieller Anstieg der Objekte, wodurch sich im Laufe der Zeit ein Trümmergürtel um die Erde bilden würde. Derartige Fragen beschäftigen auch die Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI in Freiburg. Was passiert genau bei einer Kollision zweier Satelliten oder einem Satelliten mit einem Schrotteilchen? Wie zerfällt der Satellit? In wie viele Teile? Wie groß sind die Teile, in welche Richtung bewegen Sie sich und wie schnell? Eine grundlegende Beobachtung der Forscher: „Auch bei kurzen Aufenthaltsdauern im Orbit ist mit einer signifikanten Zahl kleiner und kleinster Einschläge auf die Außenhaut von Raumfahrzeugen zu rechnen.“ So mussten auf fast jeder Mission des Space Shuttles eine oder mehrere Fensterscheiben ausgetauscht werden, weil sogenannte Impact-Schäden die Scheiben unbrauchbar gemacht hatten. Hohes Risiko durch Trümmer Eine deutliche Verschärfung der Weltraummüllproblematik läutete laut EMI die absichtliche Zerstörung des chinesischen Wettersatelliten Fengyun-1c in einer Höhe von rund 850 Kilometern am 11. Januar 2007 ein. „Durch dieses Ereignis entstanden mehrere tausend beobachtbare Trümmer in einer vielgenutzten Umlaufbahn speziell für Erdbeobachtungssatelliten. Dadurch erhöhte sich in dieser Umlaufbahn schlagartig das Risiko einer missionskritischen Kollision um 50 Prozent.“ Zwei Jahre später kam es zu einer zufälligen Kollision zwischen den Satelliten Iridium 33 und Cosmos 2251, die weitere 1.500 gerade noch beobachtbare Trümmer und Millionen Kleinsttrümmer erzeugte. Vorboten für einen Kaskadeneffekt, wie ihn US-Astronom Kessler und seine Kollegen bereits Anfang der 1970er Jahre bereits beschrieben hatten. „Damit zeichnet sich ab, dass das Thema Weltraummüll die Raumfahrt über viele Jahrzehnte hinweg beschäftigen wird.“ Im Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR entwickeln sie deswegen Radar- und Sensortechnologien für Weltraumüberwachung, radarbasierte Weltraumaufklärung und Space Situational Awareness (SSA). „Leistungsfähige Antennensysteme, innovative Radarverfahren und moderne Signalverarbeitung ermöglichen die Detektion selbst kleiner Weltraumobjekte und deren präzise Bahnverfolgung“, heißt es auf der Website. Betreiber sollen auf diese Weise von „verbesserten Bahnanalysen, zuverlässigen Kollisionswarnungen und datenbasierten Entscheidungsgrundlagen für Missionsplanung und Satellitenbetrieb“ profitieren. Dabei hilft unter anderem die vom FHR für das Verteidigungsministerium und die Bundesrepublik Deutschland betriebene Großradaranlage TIRA (Tracking and Imaging Radar) in Berkum bei Bonn. Die weithin sichtbare weiße Kugel ist ein 47,5 Metern großes Radom – das größte seiner Art weltweit. Diese Außenhaut schützt eine Parabolantenne mit einem Durchmesser von 34 Metern. Wie sich der Weltraumschrott wirklich nachhaltig reduzieren lässt, ist laut Auskunft von Thomas Loosen vom Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE noch nicht so lange auf dem Radar der Experten. Als Stichworte nennt er „Demisability“ und die „Atmospheric Re-Entry Pollution“. „Bei ersterem geht es darum, dafür zu sorgen, dass Raumfahrzeuge, also vor allem Satelliten, wirklich vollständig verglühen und keine größeren Trümmerteile auf der Erde einschlagen“, erläutert Loosen. „Bei letzterem geht es darum, dass durch das Verglühen von Satelliten große Mengen winziger Metallpartikel in die oberen Atmosphärenschichten eingebracht werden, ohne dass man zum jetzigen u 10 VAA MAGAZIN AUGUST 2026 SPEZIAL

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