VAA Magazin August 2026

Zeitpunkt genau sagen könnte, wie sich das auf die Atmosphäre und das Klima auswirkt.“ Der Gründer der Astronomie-Werkstatt Harald Bardenhagen richtet unterdessen seine Blicke nicht nur himmelwärts. Der Nationalpark Eifel ist „Sternenpark“ und wurde im Jahr 2014 als erster International Dark-Sky-Park von der Organisation DarkSky International anerkannt. Das heißt: Hier sind besonders wenige künstliche Lichtquellen, die den Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel verschleiern. Im Gegensatz zu den Herausforderungen im Orbit dringen die Folgen von Lichtsmog auf der Erde allmählich ins öffentliche Bewusstsein, sagt Bardenhagen. Phasen der Dunkelheit seien eminent wichtig für alle Lebewesen, betont er. „Künstliches Licht bei Nacht zerstört Lebensräume der vielen nachtaktiven Lebewesen und bringt das natürliche Gleichgewicht durcheinander.“ Bei seinen Sternenwanderungen ist ihm beispielsweise aufgefallen: Die Wiesen auf dem Vogelsang-Gelände riechen nachts anders als tagsüber. Das liege an den Pflanzen, die entweder nur nachts Fotos: EnolaBrain – iStock, Rudmer Zwerver – Shutterstock, davemantel – iStock oder nur tagsüber ihre Blüten öffnen und mit ihren Duftstoffen Insekten anlocken. Umso unverständlicher findet Bardenhagen, wenn Hausbesitzer ihre Anwesen von außen beleuchten, wenn Unternehmen ihre Fuhrparks nachts unter gleißendes Licht setzen, wenn Städte ihre Sehenswürdigkeiten von abends bis morgens beleuchten. „Lichtsmog“ oder „Lichtverschmutzung“ heißt das Phänomen. „Mehr als die Hälfte der Tierarten sind nachtaktiv – und die brauchen dunkle, nächtliche Lebenslandschaften“, erläutert Bardenhagen. Ein anderes Beispiel: Vögel, die wandern oder nachts auf Beutejagd gehen, orientieren sich am Mond- und Sternenlicht. Künstliches Licht bringt sie vom Kurs ab. Dauerilluminierte Städte werden zu Todesfallen. Jedes Jahr sterben laut Angaben von Experten Millionen von Vögeln durch Kollisionen mit unnötig beleuchteten Gebäuden und Türmen. Was Lichtsmog für die Menschen bedeutet, führte beispielsweise der „World Atlas of Artificial Night Sky Brightness“ aus dem Jahr 2016 auf. Demnach leben 80 Prozent der Weltbevölkerung unter dem Einfluss von Lichtverschmutzung. In den Vereinigten Staaten und Europa können 99 Prozent der Bevölkerung keine natürliche Nacht erleben. 12 VAA MAGAZIN AUGUST 2026 SPEZIAL

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