VAA Magazin August 2026

Mit fast zehn Prozent jährlich schreitet die nächtliche Himmelsaufhellung durch den Kunstlichtkonsum der Menschen voran, schreibt das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei IGB auf seiner Website. Rein rechnerisch verdoppelt sich etwa alle acht Jahre die Helligkeit des Nachthimmels. Die natürliche Helligkeit der Nacht, hervorgerufen durch das Licht der Sterne und Planeten, wird durch das nächtliche Kunstlicht „verschmutzt“, darum heißt es „Lichtverschmutzung“. Durch Streu- und Reflexionsprozesse in der Atmosphäre kommt es zum „Lichtsmog“ – Lichtglocken über Dörfern und Städten. Das künstlich angelegte Licht stört die Ökosysteme, beeinträchtigt die menschliche Gesundheit und führt zu unnötigem Energieverbrauch. Mehrere 100 Kilometer weit leuchten Lichtglocken über stark besiedelten Gebieten. Die diffusen Gebilde sind teilweise 4.000 Prozent heller im Vergleich zum natürlich dunklen Nachthimmel, erläutert die gemeinnützige Organisation Paten der Nacht. Sie erhellen selbst dort die Nacht, wo es eigentlich noch dunkel wäre. Dieser aus Städten, Dörfern und Industriegebieten – direkt oder indirekt durch Reflexionen – in den Himmel abgestrahlte „Lichtmüll“ interagiert mit der Erdatmosphäre. Das Licht wird oben an den Partikeln der Luft gestreut, und zwar umso intensiver, je mehr Blauanteile in ihm stecken. In circa 80 bis 300 Kilometern Lufthöhe entsteht der sogenannte Airglow, ein phänomenales Selbstleuchten der Erdatmosphäre. Es unterstützt das Aufhellen der Nächte auf natürliche Weise, jedoch nur, sofern keine Lichtverschmutzung vorhanden ist. Jeder Nachthimmel hat eine Grundhelligkeit, bestehend aus dem Licht von Milliarden Sternen, dem Licht des Mondes und des Lichts der Planeten des Sonnensystems. Ein „Airglow“ kann aus dem Weltall als schmales, grün leuchtendes Band in rund 100 Kilometer Entfernung zur Erdoberfläche beobachtet werden. Er entsteht durch komplexe chemische Prozesse in der Atmosphäre, die tagsüber durch Sonneneinstrahlung angeregt werden. Das UV-Licht der Sonne spaltet tagsüber Sauerstoffmoleküle in atomaren Sauerstoff, der nachts langsam wieder zu molekularem Sauerstoff rekombiniert wird – ein schwaches Licht wird abgestrahlt und es hat den Anschein, als leuchte die Atmosphäre nach. Foto: Theresia Berger 14 VAA MAGAZIN AUGUST 2026 SPEZIAL

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